Lerchl, Einfalt, Manipulation von Krebsstudien?

Bernd das Brot

Beitrag von Bernd das Brot » 8. März 2012 19:16

Aufmunternd hat geschrieben:
Eva Weber hat geschrieben:Da mir dort, obwohl von Funk betroffen, meinem Empfinden nach seit Anbeginn ein unbegründeter schlechter, wohl verdächtiger, Ruf anhaftet, den es mir nie möglich war in über einem Jahr und zahlreichen Beiträgen zu bessern, nehme ich es so wie es eben ist.
Eva Weber
Im Hese-Forum würde ich Ihnen zuraten, wieder weiter zu schreiben. Dort sind Fallschilderungen wie die ihren willkommen. Es war nur ein Mißverständnis das man Sie so angegangen hat.
Liebe Frau Weber, bitte hören Sie nicht auf! Wir brauchen Leute vom Fach. Dass Sie dies sind, haben Sie in vielen Beiträgen bewiesen.
Lassen Sie sich von so einem Mensch g. S. S. wie einem felsensepp und Co bitte nicht provozieren. Alles was diese elenden M. wollen, ist doch, dass wir unseren Kampf für die Gerechtigkeit aufgeben und uns zurückziehen. Solche Typen haben es gar nicht verdient das man sie beachtet. Sollen die sich doch selber in einen M. stecken und sich in den S. werfen. Der Verlust für die Menschheit wird ein sehr kleiner sein und die Welt wird etwas menschlcher werden.

BdB


Forum Admin: Ausdrücke, welche die Grenzen des Anstands überschreiten und ein schlechtes Licht auf dieses Forum werfen, wurden gelöscht.

Wuff

Von Retraktionen

Beitrag von Wuff » 16. März 2012 17:25

Von Retraktionen

Im Münchner EMF-Desinfo-Center stellten sowohl „Schlapphut“-AnKa als auch Nager-Lerchl interessante Links ein.

AnKa verwies auf Adlkofers Vortrag in Amerika http://www.stiftung-pandora.eu/download ... 311_dt.pdf , überschätzte mich dabei aber gewaltig, als er in mir Adlkofers Inspirator, wenn nicht Einflüsterer vermutete.

Lerchl verwies auf ein Beispiel eines Rückzugs bzw. einer Retraktion einer Mobilfunkstudie, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 1271.x/pdf. Lerchls eigene Begründung für den Rückzug seiner Krebsmäusestudien könnte demnach in einem Satz wie folgt lauten, und er könnte damit sogar Adlkofers Kritik umgehen:

"Bei der Planung und Auswertung des Experiments zum Nachweis möglicher athermischer biologischer Effekte von für Mobiltelefone typischen EMF blieb unbeachtet, dass die EMF im Experiment einseitig nur bei der Experimentalgruppe beim Endpunkt relativ starke thermische biologische Effekte bewirkten, die gegenläufig zu den relativ schwachen athermischen Effekten waren, die experimentell zu prüfen waren, so dass das Experiment keinerlei Schlüsse zu athermischen biologischen Effekten von für Mobiltelefone typischen EMF erlaubt."

Dieses ist kurz gefasst die Umschreibung von Lerchls experimentellem GAU, der mit einer Kontamination der Experimentalgruppe (der Gruppe der exponierten Versuchstiere, im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die im Experiment nicht exponiert wird) vergleichbar ist. Sie ist nicht identisch mit jenem anderen GAU, welcher dieselben Studien Lerchls traf, und den Adlkofer in seinem Vortrag thematisiert.

Wuff

Re: Von Retraktionen

Beitrag von Wuff » 16. März 2012 19:18

Leider gesellte sich beim copy-paste ein Punkt direkt an den Link. So funktioniert Lerchls Link richtig:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 1271.x/pdf

Wuff

Re: Zwischenbilanz

Beitrag von Wuff » 24. März 2012 13:02

Mickey hat geschrieben:ich meinte, dass qualzuchten verboten sind, das heisst wenn tiere so gezüchtet werden, dass sie zeit ihres lebens unter krankheiten oder missbildungen leiden. wer hat diese armen tiere gezüchtet, und wer hat sie bestellt?
Qualzuchten sind in der Schweiz und in Deutschland tatsächlich verboten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Qualzucht# ... er_Schweiz
http://de.wikipedia.org/wiki/Qualzucht# ... eutschland

Das Verbot ist vor allem auf Heimtiere gemünzt. Wenn aber Mäuse so gezüchtet werden, dass sie mit Sicherheit eine tödliche Krebskrankheit entwickeln, dann ist dieses auch eine Qualzucht. Für Tierversuche gibt es Ausnahmen vom Verbot.

Wer beim Züchter Krebsmäuse bzw. Tiere aus Qualzucht für Tierversuche bestellt, benötigt eine Ausnahmebewilligung. Lerchl hat zu einer seiner Studien seine Bewilligung ausdrücklich angeführt, und später hat er auch noch die Adresse der Bewilligungsinstanz ins Netz gestellt.

Die Aufgabe solcher Bewilligungsinstanzen ist die Anwendung des Tierschutzgesetzes unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze.

Diese Instanzen funktionieren ähnlich wie Gerichte, aber mit einem wichtigen Unterschied: Diejenigen, die es betrifft, nämlich die Tiere, haben weder ein Rekursrecht noch einen Anwalt.

Eine Ähnlichkeit ist, dass Richter bei ihrer Anwendung des Gesetzes auch keine fachliche Ahnung vom Gegenstand ihres Urteils haben müssen, sondern sich auf Experten verlassen. Zum Experten wird man in der Regel durch Selbsternennung, was nur funktioniert, wenn man von vielen Fachkollegen auch als solcher bezeichnet und meist anerkannt wird. Der Ethiker, der über Tierversuche entscheidet, kümmert sich in der Regel nicht persönlich darum, ob die Versuchsanlage sinnvoll ist, und ob ein Tierversuch mit Folgen für das Tier (meist nicht eines, sondern Dutzende, bei Lerchl Hunderte) wirklich nicht durch andere Methoden ersetzbar ist. Der Ethikbeauftragte arbeitet wie ein Jurist oder Richter und verlässt sich nicht auf sein eigenen Sachkenntnisse und seinen eigenen kritischen Verstand, sonder allein auf die Experten. Bei Anträgen zu Tierversuchen wird der Ethiker den Antragsteller in der Regel auch gleich als Experten betrachten, was Fragwürdig ist, und sich tendenziell zum Nachteil der vom Tierschutzgesetz geschützten Tiere auswirkt.

Der bewilligende Ethiker muss eine Güterabwägung treffen: Wiegt der Nutzen für die Gesundheit des Menschen das Leid der durch den Versuch oft schlimmen Qualen ausgesetzten Tiere auf?

Das Thema ist weitreichend, und daher werde ich nochmals darauf zurück kommen, auch auf die Herkunft von Ethik. Ausserdem stellt sich die Anschlussfrage zu Menschenversuchen im Allgemeinen und im Speziellen zu EMF-Fragestellungen und den damit verbundenen ethischen Aspekten. Beim Menschen gibt es in der EMF-Forschung sowohl Laborversuche als auch einen zwar nicht effektiv so bezeichneten aber so durchgeführten Freilandversuch. Beim Menschen vertieft zu betrachten ist auch die Anweisung des Industrieexponenten Repacholi an die Schulmediziner, den EMF-Geschädigten bloss eine Symptomlinderung zukommen zu lassen.

Wuff

Re: Zwischenbilanz

Beitrag von Wuff » 14. April 2012 18:54

Mickey hat geschrieben:
Wuff hat geschrieben:[„Krebsmäuse“ nennen wir hier Lerchls Versuchstiere, weil sie in den Genen ein Virus tragen, das im Prinzip in jeder einzelnen Körperzelle einen bestimmten Leukämietumor auslösen kann.
[...]ich meinte, dass qualzuchten verboten sind, das heisst wenn tiere so gezüchtet werden, dass sie zeit ihres lebens unter krankheiten oder missbildungen leiden. wer hat diese armen tiere gezüchtet, und wer hat sie bestellt? wer hat darüber bestimmt ob das experiment überhaupt nötig ist? das ist meines erachtens tierqälerei. was für ein mensch kommt auf die idee, hunderte von tieren nur zu züchten, dass die an leukämie krepieren?[...]
Zur allgemeinen Qualifikation von Tierversuchen in tierethischer Hinsicht unabhängig vom Nutzen des konkreten Versuchs bin ich heute auf folgenden Artikel gestossen: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/s ... 25972.html .

Dieses ist nur ein Zufallsfund, den ich als solchen verlinke; ich werde inhaltlich noch auf Ihre Kritik zurückkommen.

Antworten