von Evi » 27. Mai 2006 12:17
Als Wienerin fällt mir zum Thema Pest noch die Geschichte vom „lieben Augustin“, einer typischen Wiener Kultfigur ein, die in den Wirtshäusern der Stadt mit Dudelsack und lustigen Liedern die Leute unterhielt. Als die zahllosen Pesttoten Wiens in Pestgruben beerdigt werden mussten, fiel der liebe Augustin, als er einmal ein wenig angeheitert heimkehrte, in eine solche noch offene Grube und andere Pestkranke wurden auf ihn drauf geworfen, bis er erwachte und um Hilfe rief. Aber er wurde nicht krank, sondern verewigte sein Erlebnis in einem neuen Lied, das er den Wienern vorsang, als zum Glück die Epidemie am Abklingen war. Seither heisst es bei den Wienern, die ja einen gewissen Hang zum Fatalismus haben: „Oh du lieber Augustin, alles ist hin.“
Was hat das jetzt mit dem Mobilfunk zu tun? Am Rande schon was, denn es zeigt, dass nicht alle an der Pest gestorben sind, genauso, wie nicht alle Menschen gleich elektrosensibel sind, wie auch nicht alle Raucher am Lungenkrebs sterben. Aber unbestritten leiden diese Menschen, denn der Mensch ist eben ein lebendiges Wesen und keine Maschine.
Und jetzt noch zur Cholera: Dr. John Snow fand bereits 1854 einen Zusammenhang zwischen den Cholerafällen in der Londoner Broad Street und einem verseuchten Brunnen. Was war als Sofortmassnahme naheliegend? Das Abstellen dieser Wasserversorgungsquelle und nicht das Warten auf den wissenschaftlichen Beweis. Denn das hätte noch 30 Jahre gedauert, bis Robert Koch den Cholerabazillus entdeckte.
Was hat das jetzt mit dem Mobilfunk zu tun? Recht einfach: Man müsste die Erfahrungen zur Kenntnis nehmen und mit Massnahmen nicht warten bis zum St. Nimmerleinstag. Denn sonst blüht uns was, wenn es auch hier noch 30 Jahre emsigen Forschens braucht, bis gehandelt wird .
So gesehen, könnte der Mobilfunk eines unschönen Tages die beiden klassischen Seuchen Pest und Cholera um ein Mehrfaches in der Auswirkung übertreffen.
Evi
Als Wienerin fällt mir zum Thema Pest noch die Geschichte vom „lieben Augustin“, einer typischen Wiener Kultfigur ein, die in den Wirtshäusern der Stadt mit Dudelsack und lustigen Liedern die Leute unterhielt. Als die zahllosen Pesttoten Wiens in Pestgruben beerdigt werden mussten, fiel der liebe Augustin, als er einmal ein wenig angeheitert heimkehrte, in eine solche noch offene Grube und andere Pestkranke wurden auf ihn drauf geworfen, bis er erwachte und um Hilfe rief. Aber er wurde nicht krank, sondern verewigte sein Erlebnis in einem neuen Lied, das er den Wienern vorsang, als zum Glück die Epidemie am Abklingen war. Seither heisst es bei den Wienern, die ja einen gewissen Hang zum Fatalismus haben: „Oh du lieber Augustin, alles ist hin.“
Was hat das jetzt mit dem Mobilfunk zu tun? Am Rande schon was, denn es zeigt, dass nicht alle an der Pest gestorben sind, genauso, wie nicht alle Menschen gleich elektrosensibel sind, wie auch nicht alle Raucher am Lungenkrebs sterben. Aber unbestritten leiden diese Menschen, denn der Mensch ist eben ein lebendiges Wesen und keine Maschine.
Und jetzt noch zur Cholera: Dr. John Snow fand bereits 1854 einen Zusammenhang zwischen den Cholerafällen in der Londoner Broad Street und einem verseuchten Brunnen. Was war als Sofortmassnahme naheliegend? Das Abstellen dieser Wasserversorgungsquelle und nicht das Warten auf den wissenschaftlichen Beweis. Denn das hätte noch 30 Jahre gedauert, bis Robert Koch den Cholerabazillus entdeckte.
Was hat das jetzt mit dem Mobilfunk zu tun? Recht einfach: Man müsste die Erfahrungen zur Kenntnis nehmen und mit Massnahmen nicht warten bis zum St. Nimmerleinstag. Denn sonst blüht uns was, wenn es auch hier noch 30 Jahre emsigen Forschens braucht, bis gehandelt wird .
So gesehen, könnte der Mobilfunk eines unschönen Tages die beiden klassischen Seuchen Pest und Cholera um ein Mehrfaches in der Auswirkung übertreffen.
Evi