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Hallo.
Als langjähriger aktiver CB-Funker gebe ich folgendes Statement zur Frage
"CB-Funk ungefährlich?" ab:
Die zugelassenen CB-Funkgeräte in Deutschland senden wie folgt:
Modulationsart "FM" (Sendeart: F3E/G3E): 4 Watt-Senderoutput
Modulationsart "AM" (Sendeart: A3E): 1 Watt-Senderoutput
Modulationsart "SSB" (Sendeart: J3E): 4 Watt-Senderoutput
(Hierzu ist die "Fußnote" im Amtsblatt zu beachten:
"Die maximal zulässige Senderausgangsleistung an der Antennenbuchse des
Funkgerätes ist hilfsweise und lediglich informell zusätzlich neben der
verbindlichfestgelegten maximal zulässigen äquivalenten Strahlungsleistung
angegeben, um deren messtechnische Überprüfung praxisgerecht zu erleichtern.
Es wird dabei davon ausgegangen, dass Antennenanlagen ohne Richtwirkung in
der horizontalen Ebene (Rundstrahlantennen) keinen Antennengewinn gegenüber
einem Dipol aufweisen (0 dBd).")
(Quelle:
http://www.deutsche-funk-allianz.de/Rec ... _2005.html )
Richtig ist, daß auch die CB-Funker, welche KEIN technisches Wissen
nachweisen müssen, THEORETISCH, der 10 Watt-EIRP-Grenze unterliegen.
Es ist jedoch fast kein CB-Funker in der Lage seine eigene Antennenanlage
nachzurechnen.
Hierzu hat der deutsche Bundesverband "Deutsche Funk-Allianz (DFA) e.V.",
http://www.deutsche-funk-allianz.de, insbesondere seinen Mitgliedern, ein
Berechnungsprogramm zur Verfügung gestellt
(
http://www.deutsche-funk-allianz.de/New ... 06.11.2004: ).
Hierzu folgendes Beispiel aus der Praxis:
Die, z.Z. beste CB-Funkantenne ist eine "I-MAX-2000" (Hersteller: "Solarcon"
- s., z.B.:
http://www.mwf-service.com/shop/product ... ts_id/1307 ). Die
mechanische Länge beträgt 7,25 Meter - die Länge ist bedingt durch die
Wellenlänge mit der ein CB-Funkgerät sendet: 27 Mhz = 11 Meter - d.h. die
"optimalste" CB-Funkantenne wäre ca. 11 Meter lang. Technisch ist das nur
schwer möglich, daher produzieren die Hersteller max. ein "5/8tel"-Antennen.
Daraus folgt: 5/8tel von 11 Meter =6,87 Meter (plus Abgleich= ca. 7,25
Meter).
Es gibt natürlich auch noch kleinere Antennen.
Zurück zur "I-Max-2000":
Die Gewinnangabe, lt. Verkaufsstelle "MWF", beträgt: 5.1 dBi.
Nimmt man das beste für den CB-Funk auf dem Markt befindliche Antennenabel
(wird jedoch kaum gekauft) mit 10 Meter Länge und zwei Antennensteckern
(eines an der Funkgerätseseite und eines am Speisepunkt der Antenne), so
ergibt sich folgendes Bild:
.....
Ausgewähltes Antennenkabel: AIRCOM-PLUS
--- Mit einem Verlust (Dämpfung) von 1.6dB/100 Meter.
Die Länge des Antennenkabels beträgt 10 Meter.
Der Verlust (die Dämpfung) des Kabels beträgt ca.: 0.16dB.
Die Gesamtdämpfung aller Stecker beträgt 1dB.
Es liegt kein sonstiger Verlust (Dämpfung) durch Zwischenglieder vor.
Der Gesamtverlust (Gesamtdämpfung) zwischen Geräteantennenbuchse und
Antennenanschlußbuchse beträgt 1.16dB.
Der Antennengewinn beträgt 2.95dBd (= 5.1dBi).
An der Antennenanschlußbuchse liegt ein Pegel von 34.86dBm an.
Die Senderleistung (Geräteantennenbuchse) beträgt 4 Watt.
Die Leistung ERP beträgt 6.04 Watt.
Die Leistung EIRP beträgt 9.91 Watt.
Der Personensicherheitsabstand beträgt 0.63 Meter ab Antennenstrahler.
.....
Wenn man hierzu bedenkt, daß diese knapp über 7 Meter lange Antenne eine
Aussenantenne ist und in fast allen Fällen auf dem Hausdach an einem
42mm-Rohrmast montiert wird, so kann man davon ausgehen, daß niemand während
des Sendedurchgangs in einer Entfernung von 63 cm(!) sich aufhält.
Zudem bezieht sich dieser Personensicherheitsabstand auf einen Dauerträger
(von mind. 4 Minuten).
Solange sendet kaum ein CB-Funker in einem Durchgang.
Festzuhalten bleibt, daß kleinere Antennen einen geringeren Gewinn haben und
daher noch weiter unter der 10-Watt-EIRP-Grenze liegen werden.
Durchaus vorstellbar ist es, wenn "unpostalische" CB-Funkgeräte (s.
Eingangsbeitrag) in Betrieb genommen werden und diese, besonders mit
Zimmerantennen betrieben werden, "TVI-Störungen" verursachen können und, auf
Dauer(!) gesehen, durchaus gesundheitliche Probleme verursachen können.
Aber, wie Fr. Buchs schon schrieb: Der Sendebetrieb ist bei derartigen
Geräten auch hier in Deutschland verboten.
Ich bin der Ansicht, daß "postalische" CB-Funkgeräte, selbst wenn sie an der
"besten" Rundstrahlantenne betrieben werden, keinerlei Gesundheitsschäden
verursachen können.
Selbst bei CB-Richtantennen dürfte ein Gesundheitsschaden ausgeschlossen
sein, da diese max. um 50 Watt-EIRP (=ca. 30 Watt-ERP) "strahlen". Der
Personensicherheitsabstand wäre, bei derartiger Strahleistung, ca. 1,45
Meter in Richtwirkung
(s., z.B.,
http://www.mwf-service.com/shop/product ... ts_id/1813
- bitte die Abmasse der Antenne beachten!).
Zudem senden CB-Funkgeräte nicht nach dem TDMA-Verfahren (periodisch),
sondern kontinuierlich.
Nach meinem Wissenstand ist jedoch nur die periodisch auftretende
HF-Strahlung (GSM, besonders das "Handy" selbst) im Verdacht
gesundheitsschädlich zu sein
(s. dazu
http://www.elektrosmog.com/servlets/sfs ... 53Dlang_de ).
Ich persönlich nutze dort wo ich die Wahl zwischen GSM und CB-Funk habe, den
CB-Funk zumal dieser, trotz der geringen Sendeleistung (max. 4 Watt bzw.
max. 6 Watt-EIRP (bei einem Mobilfunkgerät im Auto), eine Senderreichweite
von durchschnittlich 10-15 Km hat.
Ich hoffe, keinen erneuten Streit mit diesem Beitrag verursacht zu haben.
Mit freundlichen Grüßen,
H.-W. Hoppe