von Gast » 2. Februar 2007 12:38
> Basellandschaftliche Zeitung / MLZ; 01.02.2007
Baselland
Antenne an sensiblem Ort
Arlesheim Ein Anwohner kämpft mit einer Sammeleinsprache gegen die von Tele 2 geplante Handy-Antenne auf dem Postgebäude
Gegen die geplante Mobilfunk-Antenne auf dem Postgebäude in Arlesheim wehrt sich Anwohner Roland Andreas Lienhard. Er wird von Liegenschaftsbesitzern und Anwohnern unterstützt.
Heiner Leuthardt
«Ich sehe nicht ein, weshalb die Mobilfunk-Antenne am sensibelsten Ort Arlesheims erstellt werden muss», sagt Roland Andreas Lienhard. Sensibel, weil die Antenne auf dem Postgebäude im Ortskern zu stehen käme, wo es sehr viel Publikumsverkehr hat.
Ebenso befinde sich im Einzugsbereich das Altersheim Landruhe; man wisse ja, dass ältere Menschen stark auf Antennenstrahlungen reagierten. Sensibel sei der Standort auch, weil viele Wohnungen und Läden sowie Betriebe im direkten Sendebereich der geplanten Antenne angesiedelt seien. Betroffen sei auch das Domplatzschulhaus, das sich teilweise in jenem Perimeter von 165 Meter befinde, in dem direkt Betroffene zur Einsprache berechtigt seien.
Weleda verstrahlt?
Knapp ausserhalb befänden sich die anthroposophischen Kliniken und die Weleda AG, so Lienhard weiter. Sie seien aber stark betroffen, weil ihre Produkte und Angebote sensibel auf Strahlungen reagierten. Lienhard, der sich nicht als Handy-Feind sieht und selber eines benutzt, wehrt sich, weil die vom Betreiber Tele 2 vorgeschlagene Lösung für ihn inakzeptabel ist.
Bereits besteht in der Nähe eine Antenne von Swisscom. Wie Lienhard in Zwischenzeit erfahren hat, kreuzen sich deren Strahlenkegel ausgerechnet im Bereich Bachweg, im Areal des Altersheims, aber auch auf der am stark genutzten Fussgängerverbindung im Dorf. «Das ergibt eine sehr grosse Mehrbelastung.» Es sei zu erwarten, dass an zahlreichen Orten die Grenzwerte überschritten werden.
Ein spezielles Problem sieht Lienhard bei der BLT-Tramlinie 10. Deren Fahrleitung werde zum Träger der elektromagnetischen Strahlen der Mobilfunkanlage über grössere Strecken. Durch das «Aufspringen» der Strahlung auf die Fahrleitung könnten diese etwa die nahen Kliniken wie auch die Weleda erreichen und stören.
Diese und weitere Argumente sind in der Sammeleinsprache aufgeführt, die innerhalb der zehntägigen Einsprachefrist von 206 Einspracheberechtigten unterzeichnet wurde. Private reichten weitere Einsprachen ein. Den Kern bildet die Feststellung des Kantonsgerichts, dass Funkantennen als Dachaufbauten zu sehen seien, die im vorliegenden Fall nicht zonenkonform wären. In Eventualanträgen verlangen die Einsprecher Massnahmen, damit die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen laufend kontrolliert und der allfällige Betrieb der Anlage möglichst schonungsvoll für die Umgebung erfolgt.
Einsprache der Gemeinde
In diese Richtung wirken möchte Lienhard grundsätzlich. Deshalb strebt er an, dass auch die bestehende Antenne überprüft und für alle Antennenanlagen eine Lösung erarbeitet wird, die einen guten Handyempfang gewährleisten bei gleichzeitig minimalster Belastung für die Umgebung.
Aus Sicht von Tele 2 werden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten, wie sie in einem Artikel gegenüber dem Wochenblatt für das Birseck und Dorneck festhält. Die Gemeinde ihrerseits wird Einsprache erheben. Laut Gemeinderat Daniel Wyss gibt es dafür mehrere Gründe. So hätten sich zahlreiche Anwohner gemeldet, die eine Gemeinde-Einsprache wünschten. Zudem werde der Schutz der Anwohner zu wenig gewichtet. Ebenso bestehe ein Zielkonflikt, auf den man mit der Einsprache aufmerksam machen wolle. Und eigentlich sei die Grundversorgung bereits gewährleistet.
> Basellandschaftliche Zeitung / MLZ; 01.02.2007
Baselland
Antenne an sensiblem Ort
Arlesheim Ein Anwohner kämpft mit einer Sammeleinsprache gegen die von Tele 2 geplante Handy-Antenne auf dem Postgebäude
Gegen die geplante Mobilfunk-Antenne auf dem Postgebäude in Arlesheim wehrt sich Anwohner Roland Andreas Lienhard. Er wird von Liegenschaftsbesitzern und Anwohnern unterstützt.
Heiner Leuthardt
«Ich sehe nicht ein, weshalb die Mobilfunk-Antenne am sensibelsten Ort Arlesheims erstellt werden muss», sagt Roland Andreas Lienhard. Sensibel, weil die Antenne auf dem Postgebäude im Ortskern zu stehen käme, wo es sehr viel Publikumsverkehr hat.
Ebenso befinde sich im Einzugsbereich das Altersheim Landruhe; man wisse ja, dass ältere Menschen stark auf Antennenstrahlungen reagierten. Sensibel sei der Standort auch, weil viele Wohnungen und Läden sowie Betriebe im direkten Sendebereich der geplanten Antenne angesiedelt seien. Betroffen sei auch das Domplatzschulhaus, das sich teilweise in jenem Perimeter von 165 Meter befinde, in dem direkt Betroffene zur Einsprache berechtigt seien.
Weleda verstrahlt?
Knapp ausserhalb befänden sich die anthroposophischen Kliniken und die Weleda AG, so Lienhard weiter. Sie seien aber stark betroffen, weil ihre Produkte und Angebote sensibel auf Strahlungen reagierten. Lienhard, der sich nicht als Handy-Feind sieht und selber eines benutzt, wehrt sich, weil die vom Betreiber Tele 2 vorgeschlagene Lösung für ihn inakzeptabel ist.
Bereits besteht in der Nähe eine Antenne von Swisscom. Wie Lienhard in Zwischenzeit erfahren hat, kreuzen sich deren Strahlenkegel ausgerechnet im Bereich Bachweg, im Areal des Altersheims, aber auch auf der am stark genutzten Fussgängerverbindung im Dorf. «Das ergibt eine sehr grosse Mehrbelastung.» Es sei zu erwarten, dass an zahlreichen Orten die Grenzwerte überschritten werden.
Ein spezielles Problem sieht Lienhard bei der BLT-Tramlinie 10. Deren Fahrleitung werde zum Träger der elektromagnetischen Strahlen der Mobilfunkanlage über grössere Strecken. Durch das «Aufspringen» der Strahlung auf die Fahrleitung könnten diese etwa die nahen Kliniken wie auch die Weleda erreichen und stören.
Diese und weitere Argumente sind in der Sammeleinsprache aufgeführt, die innerhalb der zehntägigen Einsprachefrist von 206 Einspracheberechtigten unterzeichnet wurde. Private reichten weitere Einsprachen ein. Den Kern bildet die Feststellung des Kantonsgerichts, dass Funkantennen als Dachaufbauten zu sehen seien, die im vorliegenden Fall nicht zonenkonform wären. In Eventualanträgen verlangen die Einsprecher Massnahmen, damit die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen laufend kontrolliert und der allfällige Betrieb der Anlage möglichst schonungsvoll für die Umgebung erfolgt.
Einsprache der Gemeinde
In diese Richtung wirken möchte Lienhard grundsätzlich. Deshalb strebt er an, dass auch die bestehende Antenne überprüft und für alle Antennenanlagen eine Lösung erarbeitet wird, die einen guten Handyempfang gewährleisten bei gleichzeitig minimalster Belastung für die Umgebung.
Aus Sicht von Tele 2 werden alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten, wie sie in einem Artikel gegenüber dem Wochenblatt für das Birseck und Dorneck festhält. Die Gemeinde ihrerseits wird Einsprache erheben. Laut Gemeinderat Daniel Wyss gibt es dafür mehrere Gründe. So hätten sich zahlreiche Anwohner gemeldet, die eine Gemeinde-Einsprache wünschten. Zudem werde der Schutz der Anwohner zu wenig gewichtet. Ebenso bestehe ein Zielkonflikt, auf den man mit der Einsprache aufmerksam machen wolle. Und eigentlich sei die Grundversorgung bereits gewährleistet.