Denn ich weiss, dass ich nichts sehen kann.

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Denn ich weiss, dass ich nichts sehen kann.

von NetWarrior » 13. März 2007 19:26

Ich glaube, dass uns Berthold Brecht einen wunderbaren
Lehrsatz in seinem Schauspiel "Gallileo Gallilei" hinterlassen hat.
Gallileo steht vor dem päpstlichen Inquisitor
(einem ehemaligen Wissenschafts-Kollegen von Gallileo)
und fordert ihn auf, dass er zu ihm ins Labor kommen solle,
durch sein Fernrohr sehen müsse, dann würde er erkennen,
was er, Gallileo, meine.
Der Inquisitor gibt seinem ehemaligen Kollegen eine eigenartige Antwort.
Er sagt: "Gallileo, ich muss nicht in dein Labor kommen,
ich muss nicht durch dein Fernrohr sehen,
denn ICH WEISS, dass ich nichts sehen kann"
Der Mann hatte für sich sogar recht.
Ihm ist nämlich etwas Schreckliches passiert,
durch seine Liebedienerei beim Pabst ist er in
geistige Gefangenschaft gekommen.
Er konnte nur noch die Lüge sehen,
die Wahrheit ist ihm verloren gegangen.
Ich habe lange über diese Aussage philosophiert,
bis ich endlich selbst solche Fälle von geistiger
Gefangenschaft an massgebenden Personen feststellen konnte.
Der Atommanager lügt eben nicht wenn er sagt,
dass Kernenergie sicher sei, nein, er weiss es!
Der Vertreter der Handy-Provider lügt eben nicht,
wenn er sagt, die Sache sei unschädlich, nein, er weiss es.
Dies aber ist die wahre, die schreckliche Geisteskrankheit,
der heute so viele "Wissenschafter" um des Geldes
und des Prestiges Willen verfallen sind.
Sie leben den Glauben an ein Paradigma so stark,
dass sie schlussendlich davon überzeugt sind,
das sie nicht Gläubige, sondern Wissende seien.
Diese Leute aber kann man durch richtige Fragestellung
zur Erkenntnis ihrer eigenen Gefangenschaft führen.
Denn im Innersten sind sie hochintelligent
und fürchten nichts so wie die Lüge,
vor allem den Umstand,
dass man ihre eigenen Lügen erkannt hat.

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