Warum Funk-Forscher zu gar keinen Ergebnissen kommen wollen

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Re: Warum Funk-Forscher zu gar keinen Ergebnissen kommen wol

von M.K. » 23. Februar 2004 11:11

Es war leider wirklich kein „normaler" Bericht in der zitierten F.A.Z. zu finden, auf den diese Glosse Bezug nehmen würde. So gesehen, nicht ganz sauber von der renommierten Zeitung!
Mir ist bei der Erwähnung von Hawai auch die SWR-Sendung ‘Bei Anruf Smog?’ im letzten Sommer eingefallen, in der diese Versammlung gezeigt wurde.
Es bleibt halt nur die Frage offen: Warum müssen diese Forscher (?) ans andere Ende der Welt reisen, um sich dort verbal auszutauschen? Und das für Steuergelder? Ja natürlich, der „Wissenschafts-Tourismus" ist bekannt!
Auch glaube ich ja, die Neigung der F.A.Z. aus dieser Glosse herauszuhören, dass da „eben nichts sei". Dass also die Steuergelder deswegen verschwendet würden, weil diese Funk-Gentlemen etwas suchen, was es garnicht gäbe. So ist dann auch der letzte Satz zu verstehen, dass sich diese Gemeinschaft - „und wenn sie nicht gestorben sind, dann forschen sie noch heute" - zu ihrem 50-jährigen Bestehen am Loch Ness einfinden solle, also dort, wo Nessy ja (auch) nicht existiert und nur auftaucht, wenn es „Sommerlöcher" zu füllen gibt.
Daraus wäre zu folgern: die F.A.Z. glaubt nicht an Elektro-/Funksmog! Wie gesagt, so wie sie wöchentlich jedes neue Handy-Modell akribisch beschreibt und akklamiert, passt das natürlich voll ins Bild.
M.K.

Re: Warum Funk-Forscher zu gar keinen Ergebnissen kommen wol

von Gigaherz » 22. Februar 2004 23:03

Aus der Meldung der FAZ geht leider nicht hervor, welche Forscher genau hier aufs Korn genommen wurden. Aber könnte es nicht sein, dass es jene waren, die mit der "Reflex-Studie" an die Öffentlichkeit getreten sind? Jedenfalls wurden diese (Adlkofer u.a.) an einer Konferenz eben in Hawai von industriefreundlichen Teilnehmern hart kritisiert (ARD-Fernsehbeitrag vom 7.8.2003: „Bei Anruf Smog“).

Sie haben in der Tat an Zellen geforscht und festgestellt, dass unter Einfluss der elektromagnetischen Strahlung Schäden am Erbgut (Chromosomenbrüche) entstehen.

Am 1. Nationalen Kongress Elektrosmog-Betroffener vom 22. November 2003 in Biel referierte darüber einer der an der Reflex-Studie beteiligten Wissenschafter, Prof. Hans A. Kolb, biophysikalisches Institut Hannover. Was er zum Abschluss auch sagte: „Jetzt müsste eine zweite Studie an Lebewesen folgen, jedoch wurde das Geld für die Fortsetzung der Forschung gestrichen.“

Klar, denn sonst würde man ja was finden und das soll tunlichst vermieden werden. Wir schätzen daher, dass Gelder für weitere Forschung nur gesprochen werden, wenn man sicher sein kann, dass wo geforscht wird, wo Ergebnisse – wenn überhaupt – erst am St. Nimmerleinstag zu erwarten sind.

Zur Ehrenrettung der genannten Forscher müssen wir sagen, dass diese sehr wohl ein vitales Interesse daran hätten, dass die Fakten auf den Tisch kommen, aber eben.....

So gesehen, könnte die Glosse in der F.A.Z. ganz plötzlich eine andere Bedeutung bekommen.

Näheres dazu kann man nachlesen unter Punkt 16 des 31. Rundbriefes unter www.gigaherz.ch/Download/31._Rundbrief.pdf

Gigaherz

Warum Funk-Forscher zu gar keinen Ergebnissen kommen wollen

von M.K. » 22. Februar 2004 22:26

Es geht zwar wieder einmal um die deutsche Forschungsmisere, aber es hat wohl doch grenzüberschreitenden Erkenntniswert.
Das angenehme Forscher-Leben der deutschen Forschungsgesellchaft Funk war sogar der handy-begeisterten F.A.Z. eine Glosse wert. Da wird ersichtlich, wie wenig diesen Wissenschaftlern (?) überhaupt daran gelegen ist, aufgrund von Ergebnissen ihre Forscher-Hängematte zu verlassen. M.K.

F.A.Z. vom 20.01.2004, ‘Technik und Motor’, S. T 1 (print)

Funkforschung

fj. „Fünfundzwanzig Jahre Exzellenz" hat die Bioelektromagneische Gesellschaft ihr wissenschaftliches Jubiläumstreffen benannt und sich dazu eine Woche lang auf die Hawai-Insel Maui im Pazifischen Ozean begeben, bekannt als der Welt angeblich bestes Revier für Surfer.

Die Bioelectromagnetics Society, kurz Bems, sucht allerdings nicht nach großen Wasserwellen, sondern nach dem Einfluß von Funkwellen auf den Menschen. „Ein wissenschaftlich fundiertes Ergebnis nach fünfundzwanzigjährigem Bemühen oder zumindest ein wissenschaftlich untermauertes Erkenntnisgerüst ... konnte leider bisher nicht erreicht werden", kommentiert die deutsche Forschungsgemeinschaft Funk das exzellente Geschehen. Man darf sich ja durchaus freuen, daß nichts gefunden wurde, was einem Radiowecker und Handy verleiden müßte.

Nachdenklich stimmen immer noch die vielen, die fürchten, es könne doch etwas dran sein am Elektrosmog. Nach dem wird jedenfalls tapfer weitergesucht: Zuletzt wurde mit über drei Millionen Euro, zwei Drittel aus europäischen Steuergeldern, nach Wirkungen auf gezüchtete Zellen geschaut. Weil nicht klar ist, wie Zellen überhaupt Funk empfangen könnten, wird alles mögliche erforscht, statistisch vor allem. Dabei zeigen sich Zellbiologen gelegentlich etwas schwach in diesem mathematischen Fach - wie Funktechniker in Zellbiologie.

Ein Smog von Wissenschaftlichkeit entsteht, der wenig Licht durchläßt und erst recht keine klare Sicht auf Fakten erlaubt. Der Meinungen sind viele, und stark ist vor allem der Wunsch nach weiterer Forschungsfinanzierung. Die Bems-Fünfzigjahrfeier könnte ja dann in Inverness am Loch Ness stattfinden.

© F.A.Z.
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