von sylvia37 » 22. Februar 2008 16:54
Typischer Bericht im SONNTAG. Da werden dann immer die (angeblich!) gesunden Schweizer Grenzwerte vorgeschoben. Vielleicht sollte man diese Journalisten mal näher aufklären. Hier der Bericht:
Netz überlastet: Handy-Frust in den Zügen
Wegen der strengen Strahlungsverordnung verkraften Schweizer Handyantennen maximal
60 Verbindungen gleichzeitig. Zwar rüsten die Betreiber mit UMTS-Technologie auf, doch Einsprachen verzögern den Ausbau.
Von Nicole Kircher
Das Ärgernis ereilt die Reisenden im Interregio von Zürich Flughafen nach Basel fast zeitgleich: «Hallo? Hallo? Hörst du mich?» Die Verbindung der Mobiltelefonierer wird unterbrochen – und meist spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen mit Swisscom, Sunrise oder Orange telefonieren.
Die Szene ist symptomatisch. Anders als früher sind es aber keine Funklöcher, die vor allem in Zügen oder auf der Autobahn für Unterbrüche sorgen. Die meisten Telefone zeigen beim Unterbruch nämlich maximalen Handyempfang an. Vielmehr arbeiten die Handynetze oft an der Kapazitätsgrenze. Das spüren Kunden in Agglomerationen. Swisscom-Sprecher Sepp Huber bestätigt: «Trotz laufendem Ausbau des Mobilfunknetzes kann es in Hauptverkehrszeiten zu Engpässen kommen.»
die Schweiz ist in Funkzellen aufgeteilt. Aufgrund der strengen Strahlenverordnung – der Grenzwert weicht hierzulande um einen Faktor 10 von den internationalen Empfehlungen ab – sendet eine Antenne mit geringer Leistung und kann im Schnitt rund 40 bis 60 Verbindungen gleichzeitig versorgen. Telefonieren mehr Personen gleichzeitig oder wird der Datenverkehr zu gross, ist das Netz überlastet.
Huber: «Die Sendeanlagen versorgen mit ihrer Kapazität auch Teile von Dörfern, Städten und Autobahnen. In einem Zug finden zudem mehrere hundert Personen Platz, die sich die verfügbare Kapazität im Netz teilen.» Und da der Zug fährt, werden Gespräche von einer Sendeanlage zur nächsten übergeben.
Steht in der nächsten Anlage nicht genügend Kapazität zur Verfügung, wird eine bestehende Verbindung unterbrochen. Unter Pendlern kursiert deshalb die Empfehlung, in den vorderen Wagen zu reisen – weil die als erste in eine neue Zelle einfahren.
Das Kapazitätsproblem im Mobilfunk ist durch neu lancierte Billigabos noch grösser geworden. Sunrise-Kommunikationschef Dominque Reber: «Bei uns hat der Sprachverkehr innerhalb des vergangenen Jahres um 50 Prozent zugenommen.» Auch der Boom des mobilen Internets hat die Lage verschärft. Eine Entspannung zeichnet sich wohl erst ab, wenn der neue Mobilfunkstandard UMTS überall betrieben wird.
«Die Einführung von UMTS ermöglicht es, die Telefongespräche von heute einem Netz auf zwei Netze zu verteilen», so Huber. Doch beim Netzausbau kommen Swisscom & Co. nicht so schnell voran, wie sie möchten. Obwohl in einem ersten Schritt einfach die meisten der heute 11 000 GSM-Antennen mit UMTS aufgerüstet werden, können Anwohner Einsprache erheben. Und dann dauerts: In Wohlen AG etwa wartete Sunrise viereinhalb Jahre lang auf die Inbetriebnahme einer Antenne.
Typischer Bericht im SONNTAG. Da werden dann immer die (angeblich!) gesunden Schweizer Grenzwerte vorgeschoben. Vielleicht sollte man diese Journalisten mal näher aufklären. Hier der Bericht:
Netz überlastet: Handy-Frust in den Zügen
Wegen der strengen Strahlungsverordnung verkraften Schweizer Handyantennen maximal
60 Verbindungen gleichzeitig. Zwar rüsten die Betreiber mit UMTS-Technologie auf, doch Einsprachen verzögern den Ausbau.
Von Nicole Kircher
Das Ärgernis ereilt die Reisenden im Interregio von Zürich Flughafen nach Basel fast zeitgleich: «Hallo? Hallo? Hörst du mich?» Die Verbindung der Mobiltelefonierer wird unterbrochen – und meist spielt es keine Rolle, ob die Betroffenen mit Swisscom, Sunrise oder Orange telefonieren.
Die Szene ist symptomatisch. Anders als früher sind es aber keine Funklöcher, die vor allem in Zügen oder auf der Autobahn für Unterbrüche sorgen. Die meisten Telefone zeigen beim Unterbruch nämlich maximalen Handyempfang an. Vielmehr arbeiten die Handynetze oft an der Kapazitätsgrenze. Das spüren Kunden in Agglomerationen. Swisscom-Sprecher Sepp Huber bestätigt: «Trotz laufendem Ausbau des Mobilfunknetzes kann es in Hauptverkehrszeiten zu Engpässen kommen.»
die Schweiz ist in Funkzellen aufgeteilt. Aufgrund der strengen Strahlenverordnung – der Grenzwert weicht hierzulande um einen Faktor 10 von den internationalen Empfehlungen ab – sendet eine Antenne mit geringer Leistung und kann im Schnitt rund 40 bis 60 Verbindungen gleichzeitig versorgen. Telefonieren mehr Personen gleichzeitig oder wird der Datenverkehr zu gross, ist das Netz überlastet.
Huber: «Die Sendeanlagen versorgen mit ihrer Kapazität auch Teile von Dörfern, Städten und Autobahnen. In einem Zug finden zudem mehrere hundert Personen Platz, die sich die verfügbare Kapazität im Netz teilen.» Und da der Zug fährt, werden Gespräche von einer Sendeanlage zur nächsten übergeben.
Steht in der nächsten Anlage nicht genügend Kapazität zur Verfügung, wird eine bestehende Verbindung unterbrochen. Unter Pendlern kursiert deshalb die Empfehlung, in den vorderen Wagen zu reisen – weil die als erste in eine neue Zelle einfahren.
Das Kapazitätsproblem im Mobilfunk ist durch neu lancierte Billigabos noch grösser geworden. Sunrise-Kommunikationschef Dominque Reber: «Bei uns hat der Sprachverkehr innerhalb des vergangenen Jahres um 50 Prozent zugenommen.» Auch der Boom des mobilen Internets hat die Lage verschärft. Eine Entspannung zeichnet sich wohl erst ab, wenn der neue Mobilfunkstandard UMTS überall betrieben wird.
«Die Einführung von UMTS ermöglicht es, die Telefongespräche von heute einem Netz auf zwei Netze zu verteilen», so Huber. Doch beim Netzausbau kommen Swisscom & Co. nicht so schnell voran, wie sie möchten. Obwohl in einem ersten Schritt einfach die meisten der heute 11 000 GSM-Antennen mit UMTS aufgerüstet werden, können Anwohner Einsprache erheben. Und dann dauerts: In Wohlen AG etwa wartete Sunrise viereinhalb Jahre lang auf die Inbetriebnahme einer Antenne.