von Sunset » 21. Juni 2008 18:48
Juli hat geschrieben:Vor einigen Tagen habe ich mal in die Runde gefragt, ob Strahlung am Tage variiert, weil ich ab dem späten Abend zwar nicht völlig beschwerdefrei bin, aber meine Beschwerden nicht so extrem sind.
Im Laufe des Tages variieren die Hormonpegel auch ohne künstliche Einwirkungen. Der Melatoninspiegel schwankt mit der Helligkeit, der Cortisolspiegel nimmt normalerweise abends ab. Das könnte diese Regelmässigkeit erklären. Die Hormonspiegel beeinflussen unser Befinden überaus stark. Es gibt sogar Sucht nach Hormonen. Die Süchtigen nennen sich selbst Adrenalin Junkies.
Juli hat geschrieben:Nun habe ich eben gelesen, daß es in der Nacht schwächer und zu stoßzeiten stärker ist. Also ist es kein Zufall, daß meine körperliche Befindlichkeit tageszeitenabhängig ist.
Es muss nicht
nur damit zusammenhängen, siehe oben. Es gibt ausserdem so viel andere Strahlenquellen, die auch ihren eigenen Tagesrhythmus haben, zum Beispiel entsprechend dem Bürobetrieb oder dem Konsum von Unterhaltungselektronik. Auch das Telefonieren auf dem Festnetz gehört dazu, Stichwort "DECT".
Juli hat geschrieben:
Ergo, ich bin, zu meinem Leidwesen, auch ohne Sinnesorgan in der Lage, Strahlung wahrzunehmen. Dann ist für mich persönlich Elektrosensibilität FAKT!
Ein Zusammenhang zwischen Änderungen der Strahlung und des Befindens ist hier, in der Situation die Sie beschreiben, nicht bewiesen.
Es ist meines Erachtens völlig verkehrt, die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Strahlung als Beweis für gesundheitliche Beschwerden zu nehmen. Keiner hat in Hiroshima oder Nagasaki die Radioaktivität wahrgenommen, und doch gab es zahllose Strahlenkranke.
Es gibt anscheinend mehr als ein halbes Hundert Studien, mit denen die Wahrnehmungsfähigkeit
nicht nachgewiesen werden konnte, obwohl die Versuchspersonen diese Fähigkeit vorher behauptet haben. Die Studien waren zwar allesamt so stressreich gestaltet, dass von vornherein nichts herauskommen konnte. Ob das Absicht oder Ungeschick war ist ungewiss. Wie dem auch sei, jedenfalls wurden diese Ergebnisse auch wieder beim Abschluss des DMF, des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, als Beweis genommen, dass es "Elektrosensibilität" nicht gibt. - Ich würde sehr empfehlen, zu unterscheiden versuchen, was sind Symptome in der Folge von Strahlung, und was ist "Wahrnehmung" der Strahlung selbst. Bei den Vögeln, die Magnetfelder tatsächlich wahrnehmen können, vermutet man, dass sie die Magnetfelder als graue Streifen
sehen. Die Vögel können zwar auch nicht sprechen, aber von Menschen gibt es keine übereinstimmenden Berichte, wie sie die Strahlen genau "wahrnehmen".
[quote="Juli"]Vor einigen Tagen habe ich mal in die Runde gefragt, ob Strahlung am Tage variiert, weil ich ab dem späten Abend zwar nicht völlig beschwerdefrei bin, aber meine Beschwerden nicht so extrem sind.[/quote]
Im Laufe des Tages variieren die Hormonpegel auch ohne künstliche Einwirkungen. Der Melatoninspiegel schwankt mit der Helligkeit, der Cortisolspiegel nimmt normalerweise abends ab. Das könnte diese Regelmässigkeit erklären. Die Hormonspiegel beeinflussen unser Befinden überaus stark. Es gibt sogar Sucht nach Hormonen. Die Süchtigen nennen sich selbst Adrenalin Junkies.
[quote="Juli"]Nun habe ich eben gelesen, daß es in der Nacht schwächer und zu stoßzeiten stärker ist. Also ist es kein Zufall, daß meine körperliche Befindlichkeit tageszeitenabhängig ist.
[/quote]
Es muss nicht [i]nur[/i] damit zusammenhängen, siehe oben. Es gibt ausserdem so viel andere Strahlenquellen, die auch ihren eigenen Tagesrhythmus haben, zum Beispiel entsprechend dem Bürobetrieb oder dem Konsum von Unterhaltungselektronik. Auch das Telefonieren auf dem Festnetz gehört dazu, Stichwort "DECT".
[quote="Juli"]
Ergo, ich bin, zu meinem Leidwesen, auch ohne Sinnesorgan in der Lage, Strahlung wahrzunehmen. Dann ist für mich persönlich Elektrosensibilität FAKT![/quote]
Ein Zusammenhang zwischen Änderungen der Strahlung und des Befindens ist hier, in der Situation die Sie beschreiben, nicht bewiesen.
Es ist meines Erachtens völlig verkehrt, die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Strahlung als Beweis für gesundheitliche Beschwerden zu nehmen. Keiner hat in Hiroshima oder Nagasaki die Radioaktivität wahrgenommen, und doch gab es zahllose Strahlenkranke.
Es gibt anscheinend mehr als ein halbes Hundert Studien, mit denen die Wahrnehmungsfähigkeit [i]nicht[/i] nachgewiesen werden konnte, obwohl die Versuchspersonen diese Fähigkeit vorher behauptet haben. Die Studien waren zwar allesamt so stressreich gestaltet, dass von vornherein nichts herauskommen konnte. Ob das Absicht oder Ungeschick war ist ungewiss. Wie dem auch sei, jedenfalls wurden diese Ergebnisse auch wieder beim Abschluss des DMF, des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, als Beweis genommen, dass es "Elektrosensibilität" nicht gibt. - Ich würde sehr empfehlen, zu unterscheiden versuchen, was sind Symptome in der Folge von Strahlung, und was ist "Wahrnehmung" der Strahlung selbst. Bei den Vögeln, die Magnetfelder tatsächlich wahrnehmen können, vermutet man, dass sie die Magnetfelder als graue Streifen [i]sehen[/i]. Die Vögel können zwar auch nicht sprechen, aber von Menschen gibt es keine übereinstimmenden Berichte, wie sie die Strahlen genau "wahrnehmen".