Gegen die geplante Errichtung einer Mobilfunkantenne in Haup

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Gegen die geplante Errichtung einer Mobilfunkantenne in Haup

von The Future's Black » 14. Oktober 2004 12:35

© St. Galler Tagblatt; 14.10.2004

Gossau und Umgebung

Hauptblatt

Offener Brief mit offenen Worten

Gegen die geplante Errichtung einer Mobilfunkantenne in Hauptwil formiert sich neuer Widerstand

HAUPTWIL. Mit einem offenen Brief an das Departement für Bau und Umwelt verleihen Jargo De Luca und seine Ehefrau ihrem Unmut über das Vorgehen der Behörden Ausdruck.

GEORG STELZNER

«Ich bin Historiker, und mir liegt das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, am Herzen», begründet Jargo De Luca aus Zürich seinen Vorstoss. Der offene Brief solle wachrütteln und jenen Leuten, die den Entscheid des Gemeinderates beim zuständigen Departement anfechten, den Rücken stärken. «Wir wehren uns, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden», erklärt De Luca, der beabsichtigt, sich nach längerer Abwesenheit demnächst wieder in Hauptwil niederzulassen.

Kritik am Prozedere

Als fortschrittsfeindlicher Bremser will sich Jargo De Luca keinesfalls abqualifizieren lassen. «Man kann sich nicht gegen die Zeit stellen, das ist klar, sehr wohl aber gegen die Methoden», betont der gebürtige Hauptwiler. Und damit spricht er jene Vorkommnisse an, die ihn bewogen haben, gemeinsam mit seiner Ehefrau, Corina Tresch De Luca, einen offenen Brief zu verfassen.

«Wir stossen uns insbesondere am sehr undurchsichtigen Prozedere, wie es zu einem Standortentscheid kommt», heisst es zu Beginn des Schreibens. Der Gemeinderat mache keinen Hehl aus seinem fachlichen Unvermögen und schiebe die Verantwortung der zuständigen kantonalen Behörde zu. «Diese kaum hinterfragte Loyalitätsbezeugung des Gemeinderates Hauptwil-Gottshaus gegenüber dem Kanton verlagert die fachliche Diskussion hinter die Mauern des Amtes für Umwelt; sie entzieht sich somit automatisch dem wachsamen Auge der Bürgerinnen und Bürger.» Bei der Prüfung risiko behafteter Bauvorhaben, so die weitere Argumentation, genüge es nicht, sich mit der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zufrieden zu geben. Das Departement habe den sichtlich überforderten Gemeinderat im Re-gen stehen lassen und sich damit begnügt, die formalen Spielregeln einzuhalten.

Gesetz wird vermisst

Bedauert wird, dass die Mobilfunkanbieter nicht per Gesetz verpflichtet werden könnten, Antennen gemeinsam zu nutzen oder ihr Vorhaben unter der Federführung von Kanton oder Gemeinde zu koordinieren. «Statt in die Lücke zu springen, verstecken sich Kanton und Gemeinde hinter den Paragraphen, um den Mobilfunkanbietern das Feld zu überlassen.» Dieser Zustand laufe darauf hinaus, dass vor allem die Anbieter einen Standort auswählten, und als rein kommerziell ausgerichtete Unternehmen hätten diese wenig Interesse daran, eine für die Bevölkerung möglichst gute Lösung zu finden.

Informationen vorenthalten?

Es wird auch der Vorwurf erhoben, dass wichtige Fachinformationen zurückgehalten worden seien. Im Zuge eigener Nachforschungen habe man dann zur Kenntnis nehmen müssen, dass die zu erwartende Strahlung im Vergleich zu anderen Antennen enorm hoch wäre. Der Brief endet mit der Feststellung, dass sich die Bevölkerung nun gezwungen sehe, den Rechtsweg zu beschreiten. «Wäre es nicht fruchtbarer, diese Zeit- und Finanzressourcen für eine konstruktive und vor allem jederzeit transparente Standortsuche zu verwenden?»

Befragt

Keine Willkür

Jargo und Corina De Luca beklagen, dass der Gemeinderat die Verantwortung dem Kanton zuschiebe. Können Sie diesen Vorwurf entkräften?

Es kann keine Rede davon sein, dass sich der Gemeinderat vor der Verantwortung drückt. Die Kompetenzen sind klar geregelt: Für raumplanerische Belange ist die Gemeindebehörde zuständig, die Standortfragen werden vom Amt für Umwelt geprüft. Daran haben wir uns gehalten.

Orientiert sich das Handeln des Gemeinderates in dieser Angelegenheit am Wohl der Gesamtbevölkerung? Auch dies wird ja in Zweifel gezogen.

Hier sprechen die Zahlen für sich. Ohne die umliegenden Weiler zählt das Dorf Hauptwil rund 1000 Einwohner. Angenommen, davon sind die Hälfte Kinder und ältere Leute, kommen wir auf 500 relevante Einwohner. 137 davon haben Einsprache gegen die Mobilfunkantenne erhoben. Das sind beileibe nicht wenige, doch bedeutend mehr Leute haben das nicht getan. Ich werte dies als stillschweigendes Einverständnis der Mehrheit.

Wie verhält es sich mit dem Standortdatenblatt mit den technischen Angaben? Herr De Luca kritisiert, dass ihm dieses vom Amt für Umwelt nicht zur

Verfügung gestellt worden sei.

Ich kann nicht beurteilen, weshalb Herr De Luca beim Amt für Umwelt mit seinem Ansinnen keinen Erfolg hatte. Hätte er sich an unsere Gemeindeverwaltung gewandt, wäre ihm am Schalter jederzeit eine Kopie zur Verfügung gestellt worden. Eine Person hat von dieser Möglichkeit übrigens Gebrauch gemacht.

Weshalb wurde nicht, wie von den Verfassern des offenen Briefes angeregt, ein Antennen kataster erstellt, um die diversen Baugesuche in kontrollierte Bahnen lenken zu können?

Ein solches Instrument kenne ich nicht. Zu glauben, dass Mobilfunkantennen willkürlich platziert werden könnten, entspricht aber nicht der Realität. Es gibt klar definierte Kriterien und es wird auch systematisch vorgegangen.

Wie beurteilen Sie den Standort, der jetzt vorgesehen ist? Ist eine Antenne zwischen den Gebäuden der Firmen Kiwag und Tscharner unter ästhetischen Gesichtspunkten vertretbar?

Mir ist bewusst, dass eine solche Anlage nie ein Schmuck ist. Doch im Hinblick auf den Ortsbildschutz erachte ich diesen Standort als Optimum. Ich wage sogar zu behaupten, dass es in Hauptwil mit seinem problematischen Talkessel gar keinen besseren gibt. Zudem hätte diese Antenne deutlich kleinere Dimensionen als jene, die einst beim Bahnhof Hauptwil errichtet werden sollte.

Gesundheitliche Risiken wollen Sie als Argument gegen das Projekt nicht gelten lassen?

Diese Risiken konnten bis heute nicht nachgewiesen werden. Es ist unseriös, jede Krebserkrankung gleich einer Mobilfunkantenne anzulasten. (st)

Walter Luginbühl

Gemeindeammann Hauptwil

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