von The Future's Black » 25. November 2004 11:54
© Die Südostschweiz; 24.11.2004; Seite 3
Der Antennenwald wächst auch im Glarnerland
Die Mobilfunktechnologie UMTS bringt mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Sendeanlagen. Im Glarnerland dürften die meisten bestehenden Antennen ausgebaut werden.
c von silvan stricker
UMTS - ein Zauberwort für Handymanen: Die neue Technologie macht es möglich, Filme am Handy zu schauen oder per Bildtelefonie zu kommunizieren. Kehrseite der Medaille sind die neuen Sendeanlagen, welche für die Technologie benötigt werden, und ihre meist nicht geschätzten Emissionen.
Im Glarnerland wollen die Mobilfunkbetreiber bestehende Antennen sukzessive mit UMTS-Sendern aufrüsten. Die neue Technologie braucht aber mehr Sendeanlagen als das bestehende GSM-Netz. Deshalb wird der Antennenwald künftig dichter und die einzelnen «Stämme» legen an Umfang zu.
Stärkere Strahlung
«Die Strahlenbelastung wird mit der neuen Technologie sicher stärker», so Jakob Marti vom kantonalen Umweltschutzamt auf Anfrage. Er betont aber, dass strenge Grenzwerte eingehalten werden müssten. «Diese beschränken die Gesamtleistung der Antenne. Dazu gehört bei kombinierten Anlagen die Leistung der GSM- als auch diejenige der UMTS-Sender.»
Für die meisten Menschen sei die Strahlenbelastung unbedenklich, so Marti. «Ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung reagiert aber elektrosensitiv. Bei den Betroffenen kann die Strahlung unter anderem Kopfweh, Übelkeit oder Schlaflosigkeit auslösen.»
Marti rechnet jedoch nicht damit, dass die Belastung vorderhand stark zunehme: «Die Strahlung hängt von der Nutzung der Antennen ab. Wenn das UMTS-Netz nur wenig beansprucht wird, wächst auch die Strahlenbelastung nur geringfügig.» Wenn sich der Standard aber langfristig etabliere, könne sich das ändern.
Noch kaum in Betrieb
Und das dürfte noch eine Weile dauern: Swisscom ist der einzige Anbieter, der UMTS im Glarnerland bereits in Betrieb hat. Gemäss deren Sprecher, Christian Neuhaus, deckt das Netz aber erst die grösseren Siedlungsräume ab. Bei Orange indes wird es noch eine Weile dauern, bis das leistungsfähigere Netz im Glarnerland installiert ist. Orange-Sprecher Tilman Eberle dazu: «Wir haben zwar bereits einige Baubewilligungen erhalten; nächstes Frühjahr wird der Kanton Glarus bei uns aber noch nicht aufgeschaltet sein.»
Fragt man die Mobilfunkanbieter nach detaillierteren Angaben über geplante Antennen, geben sie sich zugeknöpft. Bei Sunrise meinte die Pressesprecherin sogar, sie könne grundsätzlich noch keine Auskunft zum Thema erteilen. Für Mitteilungen dieser Art würden wohl auch die alten Telegrafen-Drähte ausreichen.
© Die Südostschweiz; 24.11.2004; Seite 1
Mehr Handy-Antennen als Gemeinden
Rund 30 Sendeanlagen stehen im Glarnerland. Bald sollen es mehr werden. Wehren können sich die Glarner kaum.
str.- Eine Antenne für tausend Einwohner - diese Quote dürfte im Glarnerland bald erreicht sein. Die neue Technologie UMTS lässt den Antennenwald anwachsen. Wo, wann, wie viele - darüber herrscht bei den Mobilfunkanbietern Funkstille.
Anwohner sind über neue Antennen oder den Ausbau bestehender Sendeanlagen meist wenig glücklich. Viel dagegen tun können sie indes nicht: Erfüllt die Strahlung[0] einer Antenne die gesetzlich verankerten Grenzwerte, hat eine Einsprache meist wenig Aussicht auf Erfolg.
Während die Anwohner bei neuen Antennen allenfalls noch mit dem Orts- oder Landschaftsbild argumentieren können, müssen sie den Ausbau bestehender Sendeanlagen meist wohl oder übel hinnehmen.
© Die Südostschweiz; 24.11.2004; Seite 3
Der Antennenwald wächst auch im Glarnerland
Die Mobilfunktechnologie UMTS bringt mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Sendeanlagen. Im Glarnerland dürften die meisten bestehenden Antennen ausgebaut werden.
c von silvan stricker
UMTS - ein Zauberwort für Handymanen: Die neue Technologie macht es möglich, Filme am Handy zu schauen oder per Bildtelefonie zu kommunizieren. Kehrseite der Medaille sind die neuen Sendeanlagen, welche für die Technologie benötigt werden, und ihre meist nicht geschätzten Emissionen.
Im Glarnerland wollen die Mobilfunkbetreiber bestehende Antennen sukzessive mit UMTS-Sendern aufrüsten. Die neue Technologie braucht aber mehr Sendeanlagen als das bestehende GSM-Netz. Deshalb wird der Antennenwald künftig dichter und die einzelnen «Stämme» legen an Umfang zu.
Stärkere Strahlung
«Die Strahlenbelastung wird mit der neuen Technologie sicher stärker», so Jakob Marti vom kantonalen Umweltschutzamt auf Anfrage. Er betont aber, dass strenge Grenzwerte eingehalten werden müssten. «Diese beschränken die Gesamtleistung der Antenne. Dazu gehört bei kombinierten Anlagen die Leistung der GSM- als auch diejenige der UMTS-Sender.»
Für die meisten Menschen sei die Strahlenbelastung unbedenklich, so Marti. «Ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung reagiert aber elektrosensitiv. Bei den Betroffenen kann die Strahlung unter anderem Kopfweh, Übelkeit oder Schlaflosigkeit auslösen.»
Marti rechnet jedoch nicht damit, dass die Belastung vorderhand stark zunehme: «Die Strahlung hängt von der Nutzung der Antennen ab. Wenn das UMTS-Netz nur wenig beansprucht wird, wächst auch die Strahlenbelastung nur geringfügig.» Wenn sich der Standard aber langfristig etabliere, könne sich das ändern.
Noch kaum in Betrieb
Und das dürfte noch eine Weile dauern: Swisscom ist der einzige Anbieter, der UMTS im Glarnerland bereits in Betrieb hat. Gemäss deren Sprecher, Christian Neuhaus, deckt das Netz aber erst die grösseren Siedlungsräume ab. Bei Orange indes wird es noch eine Weile dauern, bis das leistungsfähigere Netz im Glarnerland installiert ist. Orange-Sprecher Tilman Eberle dazu: «Wir haben zwar bereits einige Baubewilligungen erhalten; nächstes Frühjahr wird der Kanton Glarus bei uns aber noch nicht aufgeschaltet sein.»
Fragt man die Mobilfunkanbieter nach detaillierteren Angaben über geplante Antennen, geben sie sich zugeknöpft. Bei Sunrise meinte die Pressesprecherin sogar, sie könne grundsätzlich noch keine Auskunft zum Thema erteilen. Für Mitteilungen dieser Art würden wohl auch die alten Telegrafen-Drähte ausreichen.
© Die Südostschweiz; 24.11.2004; Seite 1
Mehr Handy-Antennen als Gemeinden
Rund 30 Sendeanlagen stehen im Glarnerland. Bald sollen es mehr werden. Wehren können sich die Glarner kaum.
str.- Eine Antenne für tausend Einwohner - diese Quote dürfte im Glarnerland bald erreicht sein. Die neue Technologie UMTS lässt den Antennenwald anwachsen. Wo, wann, wie viele - darüber herrscht bei den Mobilfunkanbietern Funkstille.
Anwohner sind über neue Antennen oder den Ausbau bestehender Sendeanlagen meist wenig glücklich. Viel dagegen tun können sie indes nicht: Erfüllt die Strahlung[0] einer Antenne die gesetzlich verankerten Grenzwerte, hat eine Einsprache meist wenig Aussicht auf Erfolg.
Während die Anwohner bei neuen Antennen allenfalls noch mit dem Orts- oder Landschaftsbild argumentieren können, müssen sie den Ausbau bestehender Sendeanlagen meist wohl oder übel hinnehmen.