von A.Masson » 2. Dezember 2004 22:40
Eine Messfirma hat den Mut, ihren eigenen Messbericht ehrlich zu beurteilen!
Als gegenüber einer Mobilfunkantenne ein Dutzend neuer Wohnungen verkauft werden sollten, gab der Bauherr eine Messung der Strahlung in Auftrag. Dieser Messbericht ist voller Fehler, hält sich nicht an die Spielregeln, vergleicht Unvergleichbares, enthält grobe technische Fehlbeurteilungen, verwechselt unverputzte Backsteinmauern mit Beton – kurz, ist ganz unbrauchbar. Das erstaunt, zumal die ausführende Firma Montena eidgenössisch akkreditiert ist, also das Prüfsiegel erhalten hat für qualitativ korrekte Arbeit.
Eine erste Korrespondenz mit der Firma brachte dies und jenes, aber noch keine Klarheit. Wie ist es möglich, dass durch ausgebildete und geprüfte Leute solche Fehl-Berichte geschrieben werden ? In einer zweiten Runde wurde mit dem Bundesamt METAS Kontakt aufgenommen, welches für die Qualitätssicherung zuständig ist. Das METAS beurteilte den Bericht gar nicht, da er offensichtlich nicht aus dem akkreditierten Bereich stamme (trotz Beilegung des Akkreditierungszeichens). Anschliessend wurde die ganze Story bei Gigaherz publiziert, vgl.
www.gigaherz.ch/821
Und jetzt, spät hinterher, kommt ganz unerwartet Post von der Geschäftsleitung der Firma Montena. Die Geschäftsleitung sei erst spät informiert worden. Sie nimmt jetzt Stellung zu ihrem eigenen Bericht, und zwar kristallklar: vernichtend, das liege überhaupt nicht drin, dieser Bericht verletze zahlreiche Richtlinien und interne Arbeitsvorschriften. Die Geschäftsleitung von Montena distanziert sich ausdrücklich von diesem Bericht, will alle internen Arbeitsprozeduren neu hinterfragen und eine Auffrischung der Ausbildung der Mitarbeiter organisieren. Die Verwendung der Akkreditierungsurkunde sei nicht korrekt und irrtümlich und erwecke einen falschen Eindruck.
Danke, Montena, für diese klare Sprache! In alle drei Abstrahlrichtungen der Firma (graphisches Logo im Briefkopf) deshalb ein „grazie molto“, und ein „merci beaucoup, c’est très honnête de vous“.
Das Bundesamt, das an diesem Bericht nichts falsches sah und nichts daran auszusetzen hatte, steht nochmals nackter da – jetzt aber splitternackt, im kalten Dezember. Hoffentlich gibt es keinen Schnupfen! Sogar die ausführende Firma sagt, es sei nicht richtig gelaufen. Ganz allein die Überwachungsbehörde macht sich noch Illusionen und bestätigt sich selber, dass keine Fehler und keine Unregelmässigkeiten vorkommen, dank der staatlichen Akkreditierung. Eventuell sind im Hintergrund andere Saiten aufgezogen worden, das wissen wir nicht. Aber dass ein Amt und eine Behörde davon abweicht, in der Öffentlichkeit immer alles schönzureden – diese Gelegenheit ist wieder einmal verpasst worden.
A. Masson, Baar
Eine Messfirma hat den Mut, ihren eigenen Messbericht ehrlich zu beurteilen!
Als gegenüber einer Mobilfunkantenne ein Dutzend neuer Wohnungen verkauft werden sollten, gab der Bauherr eine Messung der Strahlung in Auftrag. Dieser Messbericht ist voller Fehler, hält sich nicht an die Spielregeln, vergleicht Unvergleichbares, enthält grobe technische Fehlbeurteilungen, verwechselt unverputzte Backsteinmauern mit Beton – kurz, ist ganz unbrauchbar. Das erstaunt, zumal die ausführende Firma Montena eidgenössisch akkreditiert ist, also das Prüfsiegel erhalten hat für qualitativ korrekte Arbeit.
Eine erste Korrespondenz mit der Firma brachte dies und jenes, aber noch keine Klarheit. Wie ist es möglich, dass durch ausgebildete und geprüfte Leute solche Fehl-Berichte geschrieben werden ? In einer zweiten Runde wurde mit dem Bundesamt METAS Kontakt aufgenommen, welches für die Qualitätssicherung zuständig ist. Das METAS beurteilte den Bericht gar nicht, da er offensichtlich nicht aus dem akkreditierten Bereich stamme (trotz Beilegung des Akkreditierungszeichens). Anschliessend wurde die ganze Story bei Gigaherz publiziert, vgl. www.gigaherz.ch/821
Und jetzt, spät hinterher, kommt ganz unerwartet Post von der Geschäftsleitung der Firma Montena. Die Geschäftsleitung sei erst spät informiert worden. Sie nimmt jetzt Stellung zu ihrem eigenen Bericht, und zwar kristallklar: vernichtend, das liege überhaupt nicht drin, dieser Bericht verletze zahlreiche Richtlinien und interne Arbeitsvorschriften. Die Geschäftsleitung von Montena distanziert sich ausdrücklich von diesem Bericht, will alle internen Arbeitsprozeduren neu hinterfragen und eine Auffrischung der Ausbildung der Mitarbeiter organisieren. Die Verwendung der Akkreditierungsurkunde sei nicht korrekt und irrtümlich und erwecke einen falschen Eindruck.
Danke, Montena, für diese klare Sprache! In alle drei Abstrahlrichtungen der Firma (graphisches Logo im Briefkopf) deshalb ein „grazie molto“, und ein „merci beaucoup, c’est très honnête de vous“.
Das Bundesamt, das an diesem Bericht nichts falsches sah und nichts daran auszusetzen hatte, steht nochmals nackter da – jetzt aber splitternackt, im kalten Dezember. Hoffentlich gibt es keinen Schnupfen! Sogar die ausführende Firma sagt, es sei nicht richtig gelaufen. Ganz allein die Überwachungsbehörde macht sich noch Illusionen und bestätigt sich selber, dass keine Fehler und keine Unregelmässigkeiten vorkommen, dank der staatlichen Akkreditierung. Eventuell sind im Hintergrund andere Saiten aufgezogen worden, das wissen wir nicht. Aber dass ein Amt und eine Behörde davon abweicht, in der Öffentlichkeit immer alles schönzureden – diese Gelegenheit ist wieder einmal verpasst worden.
A. Masson, Baar