Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung

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EPROS-Schlafstudie

von Elisabeth Buchs » 21. Januar 2005 13:13

Das Informationszentrum gegen Mobilfunk (www.izgmf.de) hat Herrn Leitgeb zu den (erstaunlichen) Aussagen in der Grazerwoche interviewt:

Ist das Zitat in der Grazer Woche zutreffend?
Leitgeb: Leider ist dem Redakteur die Phantasie etwas durchgegangen, als er unsere durchaus interessanten Zwischenergebnisse noch spektakulärer machen wollte. Tatsache ist, dass die Probanden, die bisher von uns untersucht werden konnten, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung elektrosensitiver waren. Da dies kein Kriterium für die Vornahme der Untersuchung war, ist dieser Befund nicht selbstverständlich. Es wird daher interessant sein, herauszufinden,

a) ob erhöhte Elektrosensitivität tatsächlich mit Schlafstörungen korreliert ist (wobei nicht jeder, der erhöht elektrosensitiv ist auch ein Schlafproblem haben muss).

b) wie dieser Zusammenhang zu deuten ist.

Da wir die Elektro-Empfindlichkeit im Niederfrequenzbereich messen, sind die Ergebnisse ja nicht ohne weitere Prüfung auf die Einwirkung hochfrequenter Felder zu übertragen. Wenn sich ein Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Elektrosensitivität absichern lässt, bedeutet dies bei seriöser Analyse noch nicht, dass sich damit die Kausalität zum Elektrosmog oder, noch mehr, die Kausalität zum Mobilfunk herstellen lässt. Die Elektroempfindlichkeit könnte über die enge Bedeutung hinaus auch mit dem allgemeinen Zustand des autonomen Nervensystems verbunden sein.

Die Ergebnisse der Studie dürften im Frühjahr 2006 vorliegen.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung

von Elisabeth Buchs » 18. Januar 2005 21:06

Www.elektrosmognews.de hat soeben einen Link auf www.grazerwoche.at angegeben, wonach Herr Leitgeb in einem Interview folgendes gesagt habe: Wir haben feststellen können (bei der Pilotstudie), dass jene Personen, die abends besonders elektrosensitiv waren, in der Nacht auch schlecht geschlafen haben.

Herr Leitgeb macht eine Unterscheidung zwischen elektrosensitiv - Menschen, die Felder wahrnehmen, aber nicht darunter leiden - und elektrosensibel (Leidende). Wobei ich niemanden kenne, der Felder wahrnimmt, aber nicht darunter leidet. Entweder kenne ich Elektroresistente, die gar nichts spüren und auch nicht darunter leiden, oder dann Betroffene, die die Felder wahrnehmen und darunter leiden. Doch vielleicht ist ja damit die Veranlagung gemeint, die z.B. aufgrund des Wohnens an einem bezüglich Elektrosmog noch guten Ort, noch nicht zum Vorschein gekommen ist. Jedenfalls scheint es mir schon überhaupt gut, dass Leitgeb Unterschiede bezüglich Elektroempfindlichkeit festgestellt hat.

Noch zur Testanordnung zuerst ohne- dann mit Abschirmung: ein Bekannter hat einen (teuren) Abschirm-Baldachin gekauft, um sich gegen den W-Lan des Nachbarn in der oberen Wohnung zu schützen, der ihm Schmerzen verursacht. Nun hat er den Baldachin wieder weggenommen und sagt, er helfe ihm nicht. Oder zuwenig? Dann kenne ich Leute, die bereits Mehrfachlagen von Abschirmungen benutzen. Andere vertragen Abschirm-Baldachine überhaupt nicht, eine Frau hat mitten in der Nacht ihre probemässige Abschirmung runtergerissen, weil sie sich fühlte "wie in einer Steckdose".

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Re: Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung

von Evi » 14. Januar 2005 08:41

Irgendwas muss passiert sein, dass es da eine landesweite Untersuchung der Schlafstörungen geben soll. Was steckt also dahinter? Da in meiner Heimat Österreich schon fast jeder Besenstiel mit einem Handy im Sack herumläuft, für dessen Betrieb immer mehr Antennen gebaut werden müssen, ist es ja nicht weiter verwunderlich, dass sich auch die Beschwerden, und allen voran, die Schlafstörungen mehren.

Hat da jetzt einer, in Absprache mit Politik und Industrie, etwa den Auftrag gefasst, mit einer breit (aber in welcher Form?) angelegten Studie die Ursachen der angestiegenen Fälle von Schlafstörungen zu erforschen, schon von vornherein mit der Option, dass alles Mögliche Schuld ist, aber nicht der Mobilfunk? Wir werden daher diese Untersuchungen mit Argusaugen beobachten und mit grosser Aufmerksamkeit auch das lesen, was zwischen den Zeilen des Untersuchungsberichts steht. Schon allein, dass Prof. Dr. Leitgeb mit der Leitung der breitangelegten Untersuchung beauftragt wurde, muss mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden.

Evi

Re: Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung

von Chris » 13. Januar 2005 13:15

Man möge mir verzeihen, wenn ich ein gewisses Misstrauen in diesen Versuch nicht ganz unterdrücken kann.

Prof. Norbert Leitgeb hat bisher nicht eben zu jenen Wissenschaftern gehört, die die elektromagnetische Strahlung als Ursache für die verschiedenen Gesundheitsbeschwerden vermuten oder gar anerkennen. Aber vielleicht hat er sich ja unterdessen vom Saulus zum Paulus gewandelt.

Dann wären da noch ein paar Fragen, deren wahrheitsgemässe Beantwortung erst meine Zweifel zerstreuen könnten.

1. Wer finanziert diese österreichweite Studie? Doch hoffentlich nicht die Mobilfunkindustrie, denn dann kennen wir ja schon im voraus das Resultat. Aber wer bezahlt das sonst, denn es ist in jedem Fall teuer?

2. Wie und durch wen wird sicher gestellt, dass an Mobilfunksendern während der Versuchsdauer nicht manipuliert wird? Wir wissen doch, dass diese sich von der Zentrale aus steuern lassen.

3. Ist sicher gestellt, dass die Probanden nach den richtigen Kriterien ausgewählt wurden? Es ist nicht egal, ob es sich um junge, gesunde Männer oder um den Durchschnittsbürger mittleren und höheren Alters handelt. Da auch Kinder vermehrt mit Schlafstörungen reagieren, sollte auch bei dieser Gruppe festgestellt werden, welches die Ursachen sind.

4. Zuguterletzt: Wem ist es nicht auch schon aufgefallen, dass noch nie über fast kein Thema in der Medizin in den letzten Monaten mehr geschrieben, diskutiert und Versuche der verschiedensten Arten angestellt wurden, als über Schlafstörungen? Kein Schaufenster einer Apotheke, das nicht ein wirksam sein sollendes Mittel gegen Schlafstörungen anpreist. Das kann doch nur daher kommen, dass es immer mehr Menschen gibt, die 2-3mal des nachts aufwachen und keinen erholsamen Schlaf mehr finden.

So vielversprechend sich die Ankündigung eines solch landesweiten Versuches anhört, meine Zweifel werden sich erst dann verflüchtigen, wenn ganz klar ist, wie und wo und mit welchen Mitteln diese Untersuchungen stattfinden. Wenn es dann am Ende etwa heisst: Der Mobilfunk ist in den meisten Fällen völlig unschuldig, dann wissen wir, was wir davon zu halten haben.

Ach ja, fast vergessen: Sollte sich der Mobilfunk als Verursacher der Schlafstörung entpuppen, was wird wohl dann geschehen? Werden dann alle Wohnungen abgeschirmt und wenn ja, auf wessen Kosten?
Oder ganz kühn gefragt: Müssen die Mobilfunkbetreiber dann am Ende gar ihre Antennen abbrechen?

Chris

Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung

von The Future's Black » 13. Januar 2005 12:29

Österreichweite Elektrosmog-Schlafuntersuchung


Zusammenhängen von Schlafstörungen und möglicher Elektrosmogbelastung geht ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Graz nach. Nach der Pilotphase mit einigen steirischen "Test-Schläfern" wird die Studie nun auf ganz Österreich ausgedehnt.

"Damit ist es nun Betroffenen möglich, ihre Schlafstörungen kostenlos und eingehend untersuchen zu lassen", sagte der Grazer Elektrosmog-Forscher Norbert Leitgeb der APA. Schlafstörungen sind nicht selten - mit dem Aufkommen der Mobiltelefonie werden dafür immer wieder auch die elektromagnetischen Felder von Mobilfunksendemasten verantwortlich gemacht.

Das Lebens- und das Wirtschaftsministerium fördern nun eine Untersuchung des Instituts für Krankenhaustechnik der TU Graz, die klären soll, ob Elektrosmog bei diesen Störungen eine Rolle spielt. Dazu kommen die Forscher direkt in die Schlafzimmer der Betroffenen.

Bisherige Studien über mögliche Folgen elektromagnetischer Strahlung seien immer wieder in Schlaflabors mit Simulation der Feldexposition gemacht worden. In der Realität können sich die Feldstärken jedoch permanent ändern, simulierte Expositionen seien daher auch nur bedingt aussagekräftig, erklärte der biomedizinische Techniker und Studienleiter Leitgeb.

Daher will man die physiologischen Messungen in den Wohnungen selbst vornehmen. "Durch die Förderung ist es möglich, dass Betroffene österreichweit kostenlos untersucht werden können", so Leitgeb. 25 Probanden werden gesucht.

"Wir wollen über längere Zeit die Elektrosmog-Verhältnisse vor Ort und insbesondere den Anteil des Mobilfunks im Vergleich zu anderen Verursachern zu untersuchen", erläutert Leitgeb. Dazu wird der Schlaf der Probanden, die in der Nähe von Mobilfunksendemasten wohnen sollen, zwölf Nächte lang beobachtet: Ihre Hirnströme werden per Elektroenzephalogramm (EEG) überwacht, die Augenbewegungen mit einem Elektro-Okulogramm festgehalten.

Parallel dazu wird die Herztätigkeit erhoben. Am Morgen werden durch das Anlegen zweier Elektroden, die leichte Stromimpulse abgeben, die "Elektroempfindlichkeit" der Probanden gemessen und Reaktionstests durchgeführt, schilderte Leitgeb.

Die Untersuchungen finden unter permanenter Messung des elektromagnetischen Feldes der Wohnungen statt. In drei der zwölf Testnächte schlafen die Probanden mit einer Elektrosmogabschirmung. So will man erheben, wie sich Veränderungen der elektromagnetischen Feldstärke auf die Schlafgüte und Erholungseffekt der Probanden auswirken.

INFO: Testpersonen können sich am Institut für Krankenhaustechnik an der Grazer TU, Tel.: 0316/873-7397 melden oder per Mail: norbert.leitgeb@tugraz.at.

(apa)

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