von Wuff » 22. August 2010 16:31
Wie weiter?
Unter den zahlreichen Studien, die sich mit biologischen EMF-Wirkungen befassen, fällt bei der Hacker/Pauser/Porsche Studie auf, dass ein Mediziner mitgewirkt hat, nämlich Gernot Pauser (
http://www.bts-consult.de/uka/pauser.htm ), der im Gegensatz zu manchen Forschungsmedizinern auch schon als Arzt gearbeitet hat. Dieses kontrastiert mit allen anderen Studien, die von Zoologen, Strahlenkundlern, Elektrikern etc. geleitet wurden. Selbst die EMF-Forschungskoordination der WHO erfolgte zuvor durch einen Physiker (Repacholi, heute Professor für Elektronik-Ingenieurwesen) und heute durch eine „Elektrikerin“ (van Deventer).
Der berufliche Hintergrund „Elektroingenieur“ wirkt sich negativ auf die Arbeit (und auf die Ergebnisse) aus, wenn die Person mit der Erforschung eines medizinischen Themas betraut wird, wie vorliegend mit Effekten von EMF auf Gesundheit und Befinden von
Menschen.
Die Herangehensweise des Elektronikingenieurs, wenn er Gerätestörungen untersucht, ist eine gänzlich andere als die eines Mediziners, wenn er Gesundheitsstörungen untersucht. Der Elektroniker untersucht bei Störungen Bauteil für Bauteil, wie Transistoren etc., oft nach einer vorgegebenen Checklist. Nach der Untersuchung der einzelnen Elemente wird der Fehler mit Sicherheit gefunden.
Bei Störungen von Gesundheit und Befinden des Menschen untersucht der Mediziner nicht bloss die Elemente des Patienten, sondern im Prinzip das System „Mensch“ als Ganzes. Der Mensch ist kein elektrisches Gerät, er ist nicht einmal mit einem Computer vergleichbar. Die Menschen sind anders als Geräte nicht baugleich konstruiert, sondern Individuen, geprägt von unterschiedlichen Genen und Lebensgeschichten, mit deren Kombination sich die Epigenetik befasst (siehe auch Titelgeschichte des SPIEGEL 32/2010); der Mensch hat im Gegensatz zur elektronischen Gerät sozusagen einen veränderlichen Bauplan. Der Mensch hat zudem mehrere Steuerungs- und Regelsysteme nebeneinander, von denen die wichtigsten das Zentralnervensystem, das autonome Nervensystem und eine ganze Reihe von endokrinen (Hormon-) Systemen sind, wobei alle Teilsysteme miteinander verbunden sind. Der Mensch ist derart komplex, dass auch der Versuch der Universität Lausanne, Hirnareale virtuell nachzubilden, noch nicht weit gekommen ist.
Wo in Technik und Biologie das Individuum wenig zählt, verhält es sich in der Medizin anders.
Wenn wie im Wissenschaftszweig Bioelectromagnetics Elektriker die Macht über medizinische Forschung übernommen haben, dann wir der Mensch als Maschine betrachtet, die aus unabhängig voneinander bestehenden Elementen besteht. Es werden dann diese Elemente Experimenten unterzogen, nicht ein Mensch untersucht. Die Elektriker wären auch nicht kompetent dafür, und wohl hauptsächlich aus diesem Grund wird in der Bioelectromagnetics Forschung die erste Phase, die Beobachtung, überhaupt unterlassen,
viewtopic.php?p=46729#46729 .
Der langen Schreibe kurzer Sinn: Hacker/Pauser haben zwar nicht viel Signifikantes gefunden, aber einige Individuen, die zwar schwach, aber konsistent auf EMF zu reagieren scheinen, und die von Hacker/Pauser als „responder“ bezeichnet wurden. Kann und darf es sein, dass einige Menschen anders auf EMF reagieren als die Mehrheit? Anscheinend kann es sein, es darf aber nicht. Jedenfalls wird entsprechende Forschung weder gefordert (erscheint nicht in der Forschungsplanung) noch gefördert (Hacker/Pauser wurden von einem Privatmann finanziert). Wenn Experimente mit ein paar Mäusen mit EUR 600‘000 zu Buche schlagen, dann kann jedermann ermessen, dass für medizinische Forschung einem Privaten die Mittel bald einmal ausgehen.
In Bioelectromagnetics geht alles weiter wie bisher, eine „Elektrikerin“ koordiniert die weltweite Forschung eines medizinischen Wissenschaftsbereichs, spatenpauli bejubelt das x-te Mikrowellen-Wahrnehmungs experiment, das auf dem modernen Aberglauben beruht, EMF-Geschädigte müssten Mikrowellen wahrnehmen können, und solcher Unsinn/Nonsens/Bullshit wird weiterhin in den wissenschaftlichen Zeitschriften mit dem vermeintlich zuverlässigen Qualitätssiegel „Peer reviewed“ erscheinen.
Eine Änderung wird es erst dann geben, wenn EMF-Geschädigte systematisch und gründlich medizinisch untersucht werden, mit Kasuistiken, die auch wissenschaftlich verwendbar sind, - das heisst, wenn der erste Schritt aller naturwissenschaftlichen Forschung in Bioelectromagnetics nachgeholt wird, nämlich die genaue und unvoreingenommene Beobachtung.
[b]Wie weiter?[/b]
Unter den zahlreichen Studien, die sich mit biologischen EMF-Wirkungen befassen, fällt bei der Hacker/Pauser/Porsche Studie auf, dass ein Mediziner mitgewirkt hat, nämlich Gernot Pauser ( http://www.bts-consult.de/uka/pauser.htm ), der im Gegensatz zu manchen Forschungsmedizinern auch schon als Arzt gearbeitet hat. Dieses kontrastiert mit allen anderen Studien, die von Zoologen, Strahlenkundlern, Elektrikern etc. geleitet wurden. Selbst die EMF-Forschungskoordination der WHO erfolgte zuvor durch einen Physiker (Repacholi, heute Professor für Elektronik-Ingenieurwesen) und heute durch eine „Elektrikerin“ (van Deventer).
Der berufliche Hintergrund „Elektroingenieur“ wirkt sich negativ auf die Arbeit (und auf die Ergebnisse) aus, wenn die Person mit der Erforschung eines medizinischen Themas betraut wird, wie vorliegend mit Effekten von EMF auf Gesundheit und Befinden von [i]Menschen[/i].
Die Herangehensweise des Elektronikingenieurs, wenn er Gerätestörungen untersucht, ist eine gänzlich andere als die eines Mediziners, wenn er Gesundheitsstörungen untersucht. Der Elektroniker untersucht bei Störungen Bauteil für Bauteil, wie Transistoren etc., oft nach einer vorgegebenen Checklist. Nach der Untersuchung der einzelnen Elemente wird der Fehler mit Sicherheit gefunden.
Bei Störungen von Gesundheit und Befinden des Menschen untersucht der Mediziner nicht bloss die Elemente des Patienten, sondern im Prinzip das System „Mensch“ als Ganzes. Der Mensch ist kein elektrisches Gerät, er ist nicht einmal mit einem Computer vergleichbar. Die Menschen sind anders als Geräte nicht baugleich konstruiert, sondern Individuen, geprägt von unterschiedlichen Genen und Lebensgeschichten, mit deren Kombination sich die Epigenetik befasst (siehe auch Titelgeschichte des SPIEGEL 32/2010); der Mensch hat im Gegensatz zur elektronischen Gerät sozusagen einen veränderlichen Bauplan. Der Mensch hat zudem mehrere Steuerungs- und Regelsysteme nebeneinander, von denen die wichtigsten das Zentralnervensystem, das autonome Nervensystem und eine ganze Reihe von endokrinen (Hormon-) Systemen sind, wobei alle Teilsysteme miteinander verbunden sind. Der Mensch ist derart komplex, dass auch der Versuch der Universität Lausanne, Hirnareale virtuell nachzubilden, noch nicht weit gekommen ist.
Wo in Technik und Biologie das Individuum wenig zählt, verhält es sich in der Medizin anders.
Wenn wie im Wissenschaftszweig Bioelectromagnetics Elektriker die Macht über medizinische Forschung übernommen haben, dann wir der Mensch als Maschine betrachtet, die aus unabhängig voneinander bestehenden Elementen besteht. Es werden dann diese Elemente Experimenten unterzogen, nicht ein Mensch untersucht. Die Elektriker wären auch nicht kompetent dafür, und wohl hauptsächlich aus diesem Grund wird in der Bioelectromagnetics Forschung die erste Phase, die Beobachtung, überhaupt unterlassen, http://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=46729#46729 .
Der langen Schreibe kurzer Sinn: Hacker/Pauser haben zwar nicht viel Signifikantes gefunden, aber einige Individuen, die zwar schwach, aber konsistent auf EMF zu reagieren scheinen, und die von Hacker/Pauser als „responder“ bezeichnet wurden. Kann und darf es sein, dass einige Menschen anders auf EMF reagieren als die Mehrheit? Anscheinend kann es sein, es darf aber nicht. Jedenfalls wird entsprechende Forschung weder gefordert (erscheint nicht in der Forschungsplanung) noch gefördert (Hacker/Pauser wurden von einem Privatmann finanziert). Wenn Experimente mit ein paar Mäusen mit EUR 600‘000 zu Buche schlagen, dann kann jedermann ermessen, dass für medizinische Forschung einem Privaten die Mittel bald einmal ausgehen.
In Bioelectromagnetics geht alles weiter wie bisher, eine „Elektrikerin“ koordiniert die weltweite Forschung eines medizinischen Wissenschaftsbereichs, spatenpauli bejubelt das x-te Mikrowellen-Wahrnehmungs experiment, das auf dem modernen Aberglauben beruht, EMF-Geschädigte müssten Mikrowellen wahrnehmen können, und solcher Unsinn/Nonsens/Bullshit wird weiterhin in den wissenschaftlichen Zeitschriften mit dem vermeintlich zuverlässigen Qualitätssiegel „Peer reviewed“ erscheinen.
Eine Änderung wird es erst dann geben, wenn EMF-Geschädigte systematisch und gründlich medizinisch untersucht werden, mit Kasuistiken, die auch wissenschaftlich verwendbar sind, - das heisst, wenn der erste Schritt aller naturwissenschaftlichen Forschung in Bioelectromagnetics nachgeholt wird, nämlich die genaue und unvoreingenommene Beobachtung.