© Mittelland Zeitung; 05.04.2005
Tabloid Wynental Suhrental
Die Wut nimmt zu
AZ vom 29. 3. («Anwohner wehren sich gegen Strahlung»)
Es ist schon ein Kreuz mit der Diskussion um die geplante Mobilfunkantenne beim Menziker Schützenhaus. Auf der einen Seite steht die Interessengruppe Lebensqualität, die sich mit grosser Unterstützung vehement und mit Recht gegen die überzogen ausgestattete und gesundheitsgefährdende Antenne wehrt. Auf der anderen Seite der Gemeinderat, der Verständnis für die Anliegen der Bürger äussert. Leider kann man letztere Aussage nicht nachvollziehen. Bestünde Verständnis, dann sähen die offiziellen Handlungen und Offenbarungen des Gemeinderates anders aus. Stattdessen berate man sich mit Fachleuten, sagt Frau Heuberger (man ist ja schon froh, einmal jemand anderes als den Gemeindeammann zu hören). Aber was sind das für Fachleute? Sind sie wie so viele beim Thema Mobilfunk von den Milliardenkonzernen gesponsert oder gar korrumpiert? Da hat man schon die tollsten Sachen erlebt. Auf dem Rücken von künftigen Opfern werden auf dem Altar des Profits Gesundheit und Leben preisgegeben. Man erinnere sich nur an die vielen (offiziell ungeklärten) Leukämiefälle in der Nähe von Strahlungsquellen. Da stritten skrupellose und korrumpierte Gutachter jahrelang jede Gefährdung ab und mussten am Ende doch klein beigeben (Beispiel Kernkraftwerk Stade BRD). Das hat den Eltern der krebskranken Kinder aber nicht geholfen. Wollen wir nun das Experiment UMTS-Mobilfunk mit offenem Ausgang in Menziken haben? Nehmen die Verantwortlichen die Erkrankung von Kindern bewusst in Kauf ?
Hierzu braucht es eine Antwort und keine formaljuristischen Argumentationskram. Eine breite Solidarisierung aller verantwortlich denkenden Bürger in Menziken tut Not.
Der Gemeinderat soll sich in die Reihen besorgter Bürger einordnen und Hand in Hand mit den Betroffenen den Ausbau des Mobilfunks in Menziken verhindern.
bernhard irrgang, menziken
gbirrgang@freesurf.ch