Das hätte uns gerade noch gefehlt:
In der aktuellen Ausgabe 06/05 der Computerzeitschrift CHIP kann der Strahlenenthusiast folgendes lesen:
Pilotprojekt von Kabel Deutschland
Internetzugang via Drahtlos-Netz
Netzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) testet in einigen Münchner Stadtteilen unter dem Namen "Kabel Highspeed über W-Lan" einen neuartigen Zugang zum World Wide Web: flächendeckende W-LAN-Netze. Das Prinzip: TV-Verteilerkästen, die es in jeder deutschen Stadt zu Hunderten gibt, werden mit W-LAN-Access-Points ausgestattet und mit dem Internet verbunden. Alle Haushalte im Umkreis von maximal 500 m können mit einem W-LAN-Adapter (Preis ab ca. 30 Euro, in jedem Centrino-Notebook vorinstalliert) drahtlos auf diese Access -Points zugreifen und mit bis zu 2 MBit/s im Web surfen.
Diese Idee könnte UMTS, DSL, ISDN und Co. Markanteile abjagen. Laut Pressesprecher Michael Gassen ist die Resonanz der Testkunden sehr positiv, das Projekt werde vielleicht auf weitere Städte ausgedehnt. Auch ein Angebot für Internet-Tetefome (was soll das sein?) sei geplant.
Die "letzte Meile": Dank WLAN jetzt überflüssig
Zwar steht noch nicht fest, wie teuer der Zugang zum Marktstart sein wird. Branchenkenner schätzen die Kosten jedoch als eher gering ein. Und: Das neue Drahtlos-Netz überbrückt die "letzte Meile". Ein Telefonanschluss ist somit überflüssig, die Grundgebühr für DSL und Telefon entfällt. Das dürfte besonders die Telekom ärgern, ein Sprecher antwortete auf Nachfrage lediglich "kein Kommentar". Nach CHIP-Recherchen haben auch die andern deutschen Provider keine Konkurrenzprodukte in petto.
Fazit: In Ballungsräumen könnte der Web-Zugang per W-Lan eine Marktlücke füllen - wenn der Preis stimmt. Ein erster CHIP-Test in München hat gezeigt, dass die Reichweite der Test-Access-Points rund 300 m beträgt und die Verbindung stabil ist. Während der Testfahrt haben wir jedoch auch mehrere Hundert private W-LANs mit Internet-Anschluss entdeckt, die Hälfte davon war ungesichert und frei zugänglich. Gegen dieses kostenlose Angebot kommt selbst die KDG nicht an (Info:
www.kabeldeutschland.de).
Ein Bild zu dem Artikel zeigt den zusätzlichen Access Point als unauffällig gerundete Haube auf dem Verteilerkasten ohne erkennbare Antenne... wie neuerdings häufiger wird davon abgesehen, das Stadtbild auffällig zu verändern...
WiMax-Chips kommen
Die nächste Drahtlos-Generation kommt ins Rollen: intel hat mit der Auslieferung der ersten WiMAX-Chips (Codename "Rosedale") begonnen. WiMAX ermöglicht bis zu 50 km grosse Drahtlos-Netze, etwa für Breitband-Web-Zugänge.
Info:
www.intel.de
Wenn man als Elektrosensible das so liest, kommt es einem vor wie die Geschichte von einem der auszog, das Fürchten zu lernen. Ohne Rücksicht auf die immer zahlreicher werdenden Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen wird angeboten, was technisch irgendwie machbar ist. Ein Knacken der "letzten Meile" könnte sich negativ auswirken. Herr Dürrenberger von der ETH, Herr Georges von der Swisscom und Frau Moser vom BAG haben im Wissenschaftscafé schon einmal nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, dass es Menschen mit grösserer Empfindlichkeit auf Elektrosmog geben könne, jedoch sind sie mir die Antwort schuldig geblieben, wie und wo wir dann noch leben sollen, wenn die "Aufrüsterei" dermassen fortschreitet.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs