von Elisabeth Buchs » 8. Juni 2005 17:15
Die im Gigaherz-Forum bereits ausführlich diskutierte "Aerztliche Sprechstunde" am Kantonsspital Luzern (Gigaherz-Beiträge Neue Ombudsstelle für Elektrosensible? vom 29.3.05 ff) wird nun von der Zeitschrift Saldo in unabhängiger und kritischer Art thematisiert.
Die Aktivitäten dieser Sprechstunde werden von der Stiftung Mobilkommunikation und Umwelt bezahlt. Einzige Geldgeber dieser Stiftung sind Swisscom, Sunrise und Orange."
Bei Gigaherz beschweren sich regelmässig Elektrosmog-Betroffene über die Auskünfte dieser ärztlichen Sprechstunde, z.B. die Fernbedienung des Fernsehers zu meiden.
Nun machte Saldo selber Stichproben. Bei Testanrufen nannten verschiedene Personen Symptome wie Schlafstörungen oder stechende Schmerzen beim mobilen Telefonieren, sie fragten, ob sie auf den Handy-Gebrauch verzichten sollen. Antwort der Aerztin Martha Arnold: "Ein Zusammenhang kann nicht nachgewiesen werden."
Einer Testperson riet die Medizinerin, sie solle "am Computer auf gute Haltung achten und das Handy nicht zwischen Kopf und Schulter einklemmen." Eine andere Person erhielt eine Liste mit geringer strahlenden Handys - und den Rat, das alte Mobiltelefon durch ein neues zu ersetzen.
Einer Anruferin mit Schlafstörungen riet die ärztliche Sprechstunde, "nicht alle Probleme auf elektromagnetische Felder zu beziehen und das Schlafzimmer oft zu lüften." Zudem: "Der Körper passt sich der Strahlung an."
Der Leiter der Sprechstunde Jan-Olaf Gebbers weilt in den Ferien und konnte zu den Fragen von Saldo nicht Stellung nehmen.
Der Zürcher Allgemeinmediziner Norbert Vogel behandelt in seiner Praxis oft Patienten, die unter Elektrosmog leiden. Er sagt: "Medizinisch reicht ein Leben nicht aus, damit sich der Körper an die Strahlung anpasst. Bei dieser Sprechstunde soll nicht in erster Linie medizinische Information vermittelt werden, hier geht es um Propaganda."
FDP-Ständerätin Erika Forster von der Ombudsstelle Mobilkommunikation und Umwelt intervenierte nach den Saldo-Recherchen bei der Sprechstunde. Frau Forster sagt: "ich bin zwar von den Betreibern bezahlt, es wird jedoch kein Druck ausgeübt." Interessant: Ende 2000 forderte Erika Forster in einer Eingabe den Bundesrat auf, das Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen zu beschleunigen. Im November 2002 wurde sie zur von den Mobilfunk-Betreibern bezahlten Ombudsfrau. Sie sagt dazu: Ich glaube nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Dazu kann man nur sagen: Requiem für die "Aerztliche Sprechstunde" in Luzern. Frau Dr. Arnold ist nicht zu beneiden um ihren Job, denn die Wahrheit darf dort bestimmt nicht gesagt werden, sonst ist sie ihn rasch wieder los. Doch ein Arzt sollte sich niemals für so etwas hergeben. Frau Forster wurde von den Mobilfunkern bereits aufgrund ihrer Ueberzeugung ausgesucht. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, was an dieser "Aerztlichen Sprechstunde" abgeht, ist selber schuld. Man kann einigen Leuten für eine gewisse Zeit etwas vormachen, aber nicht allen Leuten für alle Zeit. Interessant: ein Kollege hat sich ebenfalls zu Testzwecken an diese Stelle gewendet, sie haben ihm Unterlagen gegeben über Abschirmungen, eine fast indirekte Art, zuzugeben, dass es Menschen gibt, die unsere vielgelobten Grenzwerte nicht vertragen. Zum Thema Abschirmung war die Feststellung zu lesen, dass Leitungen die Abschirmwirkung beeinträchtigen können, hierzu würden mich noch nähere Angaben interessieren.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Die im Gigaherz-Forum bereits ausführlich diskutierte "Aerztliche Sprechstunde" am Kantonsspital Luzern (Gigaherz-Beiträge Neue Ombudsstelle für Elektrosensible? vom 29.3.05 ff) wird nun von der Zeitschrift Saldo in unabhängiger und kritischer Art thematisiert.
Die Aktivitäten dieser Sprechstunde werden von der Stiftung Mobilkommunikation und Umwelt bezahlt. Einzige Geldgeber dieser Stiftung sind Swisscom, Sunrise und Orange."
Bei Gigaherz beschweren sich regelmässig Elektrosmog-Betroffene über die Auskünfte dieser ärztlichen Sprechstunde, z.B. die Fernbedienung des Fernsehers zu meiden.
Nun machte Saldo selber Stichproben. Bei Testanrufen nannten verschiedene Personen Symptome wie Schlafstörungen oder stechende Schmerzen beim mobilen Telefonieren, sie fragten, ob sie auf den Handy-Gebrauch verzichten sollen. Antwort der Aerztin Martha Arnold: "Ein Zusammenhang kann nicht nachgewiesen werden."
Einer Testperson riet die Medizinerin, sie solle "am Computer auf gute Haltung achten und das Handy nicht zwischen Kopf und Schulter einklemmen." Eine andere Person erhielt eine Liste mit geringer strahlenden Handys - und den Rat, das alte Mobiltelefon durch ein neues zu ersetzen.
Einer Anruferin mit Schlafstörungen riet die ärztliche Sprechstunde, "nicht alle Probleme auf elektromagnetische Felder zu beziehen und das Schlafzimmer oft zu lüften." Zudem: "Der Körper passt sich der Strahlung an."
Der Leiter der Sprechstunde Jan-Olaf Gebbers weilt in den Ferien und konnte zu den Fragen von Saldo nicht Stellung nehmen.
Der Zürcher Allgemeinmediziner Norbert Vogel behandelt in seiner Praxis oft Patienten, die unter Elektrosmog leiden. Er sagt: "Medizinisch reicht ein Leben nicht aus, damit sich der Körper an die Strahlung anpasst. Bei dieser Sprechstunde soll nicht in erster Linie medizinische Information vermittelt werden, hier geht es um Propaganda."
FDP-Ständerätin Erika Forster von der Ombudsstelle Mobilkommunikation und Umwelt intervenierte nach den Saldo-Recherchen bei der Sprechstunde. Frau Forster sagt: "ich bin zwar von den Betreibern bezahlt, es wird jedoch kein Druck ausgeübt." Interessant: Ende 2000 forderte Erika Forster in einer Eingabe den Bundesrat auf, das Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen zu beschleunigen. Im November 2002 wurde sie zur von den Mobilfunk-Betreibern bezahlten Ombudsfrau. Sie sagt dazu: Ich glaube nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt.
Dazu kann man nur sagen: Requiem für die "Aerztliche Sprechstunde" in Luzern. Frau Dr. Arnold ist nicht zu beneiden um ihren Job, denn die Wahrheit darf dort bestimmt nicht gesagt werden, sonst ist sie ihn rasch wieder los. Doch ein Arzt sollte sich niemals für so etwas hergeben. Frau Forster wurde von den Mobilfunkern bereits aufgrund ihrer Ueberzeugung ausgesucht. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, was an dieser "Aerztlichen Sprechstunde" abgeht, ist selber schuld. Man kann einigen Leuten für eine gewisse Zeit etwas vormachen, aber nicht allen Leuten für alle Zeit. Interessant: ein Kollege hat sich ebenfalls zu Testzwecken an diese Stelle gewendet, sie haben ihm Unterlagen gegeben über Abschirmungen, eine fast indirekte Art, zuzugeben, dass es Menschen gibt, die unsere vielgelobten Grenzwerte nicht vertragen. Zum Thema Abschirmung war die Feststellung zu lesen, dass Leitungen die Abschirmwirkung beeinträchtigen können, hierzu würden mich noch nähere Angaben interessieren.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs