von Gast » 17. April 2012 15:55
Wesentlich mehr Sorgen macht mir die SBB. Da kommt noch einiges an Arbeit auf Gigaherz zu:
Startschuss für E-Tickets der SBB
Einheitliche ÖV-Karte mit Chip soll alle Abos ablösen
ZÜRICH Nach jahrelangem Seilziehen steht eine einheitliche Karte für den öffentlichen Verkehr kurz vor dem Durchbruch, wie Recherchen der SonntagsZeitung zeigen. Die ÖV-Karte soll ab Ende nächsten Jahres die heutigen Generalabonnements, Halbtax-Abos und Abonnements der regionalen Tarifverbünde ablösen. Sie wird einen integrierten Chip enthalten. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), bestätigt: «Im Sommer stimmen die Mitglieder des VöV über das Konzept der ÖV-Karte ab. Die Resonanz ist sehr positiv.» Stückelberger sieht «sehr gute Chancen», dass das Konzept umgesetzt wird.
Auch die SBB, grösstes Mitglied im VöV, stehen der Karte positiv gegenüber. «Wir können uns das vorstellen und sehen die ÖV-Karte als möglichen Zwischenschritt zu einer nationalen E-Ticketing-Lösung», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann.
Der Ausweis ist technisch ohne grossen Aufwand umsetzbar. Für die Kontrolle in Zügen, Bussen und Trams müssten neue Geräte für die Kondukteure beschafft werden. Experten rechnen mit Kosten in tiefer, einstelliger Millionenhöhe.
Bahn frei für elektronische Tickets
Im Sommer stimmt der Verband öffentlicher Verkehr über die sogenannte ÖV-Karte ab – Einsatz ist ab 2013 geplant.
BERN Nach jahrelangem Seilziehen ist der Weg frei für die Einführung einer einheitlichen Karte im öffentlichen Verkehr, im Jargon ÖV-Karte genannt.
Die Karte soll schon ab Ende des nächsten Jahres die heutigen General-, Halbtax- und Abonnemente der regionalen Tarifverbunde ablösen. Wichtige Informationen werden auf einem Chip abgespeichert. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV), bestätigt gegenüber der SonntagsZeitung: «Im Sommer stimmen die Mitglieder des VöV über das Konzept der ÖV-Karte ab. Die Resonanz ist sehr positiv.» Stückelberger sieht «sehr gute Chancen», dass das Konzept umgesetzt wird. Dem VöV sind alle wichtigen Transportunternehmen angeschlossen. Auch bei den SBB, dem grössten Verbandsmitglied, steht man der Karte grundsätzlich positiv gegenüber: «Wir können uns das vorstellen und sehen die ÖV-Karte als möglichen Zwischenschritt zu einer nationalen E-Ticketing-Lösung», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann. «Im Zentrum steht der Kundennutzen.» Sagen die Transportfirmen Ja zur ÖV-Karte, soll diese möglichst rasch in einem Pilotversuch getestet werden.
Branchenprojekt nach Scheitern von Easy Ride
Auf der ÖV-Karte, die einen klingenderen Namen bekommen soll, wird ein RFID-Chip eingebaut sein. RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation. Mit dieser Technik werden Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt von einem Datenträger, dem sogenannten Transponder, zu einem RFID-Lesegerät und umgekehrt übertragen. Der Chip könnte also auch im Zahlungsverkehr genutzt werden.
Die Karte hat noch weitere Vorteile. «Bei einem Verlust kann sie sehr einfach gesperrt werden», sagt Stückelberger. Die ÖV-Karte soll mehrere Jahre halten, ehe sie rezykliert wird.
Seit Jahren tüfteln die SBB an einer digitalen Ticket-Lösung. 2002 wurde ein Projekt namens Easy Ride, das ebenfalls elektronische Billette zum Ziel hatte, aus Kostengründen auf Eis gelegt. Danach suchte die Bahn eine Branchenlösung. Diese steht nun kurz vor dem Durchbruch.
Mobility ist an neuer Chip-Karte interessiert
Die geplante ÖV-Karte ist technisch ohne grossen Aufwand umsetzbar. Für die Kontrolle in Zügen, Bussen und Trams müssen für die Kondukteure neue Geräte beschafft werden. Experten gehen davon aus, dass dies mit Kosten in tiefer einstelliger Millionenhöhe realisierbar ist.
Der Chip auf der neuen Karte soll auch ausserhalb des öffentlichen Verkehrs einsetzbar sein. Mit dem Car-Sharing-Unternehmen Mobility laufen Gespräche. Deren Sprecher Alain Barmettler erklärt: «Jede Zusammenarbeit zwischen Mobility und SBB, die den Kunden einen konkreten Nutzen bringt, ist für uns interessant. In diesem Sinne sind wir an Entwicklungen, welche die kombinierte Mobilität weiter voranbringen, selbstverständlich interessiert.» Auch der Einsatz in Skigebieten ist geplant. «Die Kunden sollen möglichst wenig Plastikkarten im Portemonnaie haben», argumentiert Stückelberger.
Die ÖV-Karte macht für die Transportfirmen den Weg frei für die zunehmende Digitalisierung. Das Fernziel ist immer noch, den Zugang zum öffentlichen Verkehr zu vereinfachen, indem das Papierbillett abgeschafft wird. Doch diese Pläne sind noch reichlich unkonkret. SBB-Sprecher Kormann sagt: «Die Vision des schweizerischen öffentlichen Verkehrs ist es, den Kunden mit einem elektronischen Zugangssystem über alle Transportunternehmen hinweg Reisen ohne Papierbillett zu ermöglichen.» Sollte ein solches Projekt umgesetzt werden, müsse das die gesamte Branche gemeinsam entscheiden.
E-Ticket-Lösung würde sicher 200 Millionen kosten
Kurt Lanz, Direktionsmitglied bei der Economiesuisse, würde die Einführung von E-Tickets begrüssen. «Das würde endlich eine echte nutzungsabhängige Verrechnung der Leistungen erlauben und dem heutigen ‹eat as much as you like›-Prinzip mit dem Generalabo den Riegel vorschieben.»
Konkrete Entscheide über das weitere Vorgehen nach der ÖVKarte sind bei den Transportunternehmen noch nicht gefallen. Klar ist einzig, dass die E-TicketVision auch mit neuer Technologie nicht billig wird: Eine schweizweite Umsetzung dürfte gemäss IT-Spezialisten mindestens 200 Millionen Franken kosten.
Wie eine solche Lösung technologisch aussehen könnte, zeichnet sich aber bereits ab. So könnten in den Eingängen von Zügen, Bussen und Trams kleine Antennen eingebaut werden. Jeder Passagier würde beim Einstieg elektronisch erfasst. Im Fachjargon nennt sich das System Bibo – für be-in-be-out. Die Passagierdaten würden auf eine Box übertragen, gespeichert und von dort in ein Rechenzentrum übertragen. Dort könnten die Passagierströme anonym erfasst werden. Als Ausstatter für solche Systeme kommen Firmen wie Siemens oder Cisco infrage.
Wesentlich mehr Sorgen macht mir die SBB. Da kommt noch einiges an Arbeit auf Gigaherz zu:
[i][size=150][b]Startschuss für E-Tickets der SBB[/b][/size]
[b]Einheitliche ÖV-Karte mit Chip soll alle Abos ablösen[/b]
ZÜRICH Nach jahrelangem Seilziehen steht eine einheitliche Karte für den öffentlichen Verkehr kurz vor dem Durchbruch, wie Recherchen der SonntagsZeitung zeigen. Die ÖV-Karte soll ab Ende nächsten Jahres die heutigen Generalabonnements, Halbtax-Abos und Abonnements der regionalen Tarifverbünde ablösen. Sie wird einen integrierten Chip enthalten. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), bestätigt: «Im Sommer stimmen die Mitglieder des VöV über das Konzept der ÖV-Karte ab. Die Resonanz ist sehr positiv.» Stückelberger sieht «sehr gute Chancen», dass das Konzept umgesetzt wird.
Auch die SBB, grösstes Mitglied im VöV, stehen der Karte positiv gegenüber. «Wir können uns das vorstellen und sehen die ÖV-Karte als möglichen Zwischenschritt zu einer nationalen E-Ticketing-Lösung», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann.
Der Ausweis ist technisch ohne grossen Aufwand umsetzbar. Für die Kontrolle in Zügen, Bussen und Trams müssten neue Geräte für die Kondukteure beschafft werden. Experten rechnen mit Kosten in tiefer, einstelliger Millionenhöhe.
[size=150][b]Bahn frei für elektronische Tickets[/b][/size]
[b]Im Sommer stimmt der Verband öffentlicher Verkehr über die sogenannte ÖV-Karte ab – Einsatz ist ab 2013 geplant.[/b]
BERN Nach jahrelangem Seilziehen ist der Weg frei für die Einführung einer einheitlichen Karte im öffentlichen Verkehr, im Jargon ÖV-Karte genannt.
Die Karte soll schon ab Ende des nächsten Jahres die heutigen General-, Halbtax- und Abonnemente der regionalen Tarifverbunde ablösen. Wichtige Informationen werden auf einem Chip abgespeichert. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV), bestätigt gegenüber der SonntagsZeitung: «Im Sommer stimmen die Mitglieder des VöV über das Konzept der ÖV-Karte ab. Die Resonanz ist sehr positiv.» Stückelberger sieht «sehr gute Chancen», dass das Konzept umgesetzt wird. Dem VöV sind alle wichtigen Transportunternehmen angeschlossen. Auch bei den SBB, dem grössten Verbandsmitglied, steht man der Karte grundsätzlich positiv gegenüber: «Wir können uns das vorstellen und sehen die ÖV-Karte als möglichen Zwischenschritt zu einer nationalen E-Ticketing-Lösung», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann. «Im Zentrum steht der Kundennutzen.» Sagen die Transportfirmen Ja zur ÖV-Karte, soll diese möglichst rasch in einem Pilotversuch getestet werden.
[b]Branchenprojekt nach Scheitern von Easy Ride[/b]
[b][color=red]Auf der ÖV-Karte, die einen klingenderen Namen bekommen soll, wird ein [size=150]RFID-Chip[/size] eingebaut sein. RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation. Mit dieser Technik werden Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt von einem Datenträger, dem sogenannten Transponder, zu einem RFID-Lesegerät und umgekehrt übertragen. [/color][/b]Der Chip könnte also auch im Zahlungsverkehr genutzt werden.
Die Karte hat noch weitere Vorteile. «Bei einem Verlust kann sie sehr einfach gesperrt werden», sagt Stückelberger. Die ÖV-Karte soll mehrere Jahre halten, ehe sie rezykliert wird.
Seit Jahren tüfteln die SBB an einer digitalen Ticket-Lösung. 2002 wurde ein Projekt namens Easy Ride, das ebenfalls elektronische Billette zum Ziel hatte, aus Kostengründen auf Eis gelegt. Danach suchte die Bahn eine Branchenlösung. Diese steht nun kurz vor dem Durchbruch.
[b]Mobility ist an neuer Chip-Karte interessiert[/b]
Die geplante ÖV-Karte ist technisch ohne grossen Aufwand umsetzbar. Für die Kontrolle in Zügen, Bussen und Trams müssen für die Kondukteure neue Geräte beschafft werden. Experten gehen davon aus, dass dies mit Kosten in tiefer einstelliger Millionenhöhe realisierbar ist.
Der Chip auf der neuen Karte soll auch ausserhalb des öffentlichen Verkehrs einsetzbar sein. Mit dem Car-Sharing-Unternehmen Mobility laufen Gespräche. Deren Sprecher Alain Barmettler erklärt: «Jede Zusammenarbeit zwischen Mobility und SBB, die den Kunden einen konkreten Nutzen bringt, ist für uns interessant. In diesem Sinne sind wir an Entwicklungen, welche die kombinierte Mobilität weiter voranbringen, selbstverständlich interessiert.» Auch der Einsatz in Skigebieten ist geplant. «Die Kunden sollen möglichst wenig Plastikkarten im Portemonnaie haben», argumentiert Stückelberger.
Die ÖV-Karte macht für die Transportfirmen den Weg frei für die zunehmende Digitalisierung. Das Fernziel ist immer noch, den Zugang zum öffentlichen Verkehr zu vereinfachen, indem das Papierbillett abgeschafft wird. Doch diese Pläne sind noch reichlich unkonkret. SBB-Sprecher Kormann sagt: «Die Vision des schweizerischen öffentlichen Verkehrs ist es, den Kunden mit einem elektronischen Zugangssystem über alle Transportunternehmen hinweg Reisen ohne Papierbillett zu ermöglichen.» Sollte ein solches Projekt umgesetzt werden, müsse das die gesamte Branche gemeinsam entscheiden.
[b]E-Ticket-Lösung würde sicher 200 Millionen kosten[/b]
Kurt Lanz, Direktionsmitglied bei der Economiesuisse, würde die Einführung von E-Tickets begrüssen. «Das würde endlich eine echte nutzungsabhängige Verrechnung der Leistungen erlauben und dem heutigen ‹eat as much as you like›-Prinzip mit dem Generalabo den Riegel vorschieben.»
Konkrete Entscheide über das weitere Vorgehen nach der ÖVKarte sind bei den Transportunternehmen noch nicht gefallen. Klar ist einzig, dass die E-TicketVision auch mit neuer Technologie nicht billig wird: Eine schweizweite Umsetzung dürfte gemäss IT-Spezialisten mindestens 200 Millionen Franken kosten.
Wie eine solche Lösung technologisch aussehen könnte, zeichnet sich aber bereits ab. So könnten in den Eingängen von Zügen, Bussen und Trams kleine Antennen eingebaut werden. Jeder Passagier würde beim Einstieg elektronisch erfasst. Im Fachjargon nennt sich das System Bibo – für be-in-be-out. Die Passagierdaten würden auf eine Box übertragen, gespeichert und von dort in ein Rechenzentrum übertragen. Dort könnten die Passagierströme anonym erfasst werden. Als Ausstatter für solche Systeme kommen Firmen wie Siemens oder Cisco infrage.[/i]