von Eva Weber » 31. Januar 2013 20:17
"Aufrüsten im Kinderzimmer" Süddeutsche Zeitung
An 24.1.2013 erschien unter obiger Überschrift ein Artikel zur Spielwarenmesse. Da ich den Artikel nicht verlinken kann, zitiere ich daraus:
"Nürnberg - Zu den befremdlichen Ritualen der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg gehört es, dass deren Macher einen Schwerpunkt ausrufen, den kurzerhand zum neuen Trend in Kinderzimmern erklären und ihn von eigens engagierten Forschern pseudowissenschaftlich bestätigen lassen. Diesmal könnte das schief gehen. 'Toys 3.0' lautet der Schwerpunkt der Spielwarenmesse, die kommende Woche beginnt. Propagiert wird elektronisch aufgerüstetes Spielzeug und vor allem solches, das mit Tablet-PC und Smartphones kombinierbar ist. Ein Unding, finden Experten. Der Ulmer Hirnforscher und Bestsellerautor Manfred Spitzer stellt sich gar die Frage: 'Sind die wahnsinnig?'....Chef Ernst Kick versteht die Aufregung nicht. Man zeige doch nur, 'wie klassische Spielwaren ihr Spielspektrum durch Applikationen und multimediale Funktionen erweitern', sagt er. 'Dabei behalten sie offline ihren Spielwert wie bisher, können aber online mehr. So gewinnen die Spielwaren mehr Attraktivität für alle Altersgruppen. Für Unternehmen ist das eine Chance, weitere Zielgruppen zu erreichen.'
Zielgruppen sind das eine, das Wohl der Kinder aber ist womöglich etwas ganz anderes. 'Die Messe muss doch nicht jedem Zeitgeist nachlaufen', hält Wolfgang Schühle, Sprecher der 20 wichtigsten deutschen Holzspielzeughersteller dem Messechef vor. Sie fürchten nicht nur mit ihren klassischen Produkten bei der Spielwarenmesse allmählich unterzugehen. 'Wir haben doch als Branche auch eine Verantwortung und müssen pädagogisch wertvolles Spielzeug liefern', sagt er. IPad-Spielzeug für Vorschulkinder hat keinen Lerncharakter, sondern ist Humbug und Blödsinn.' Buchautor Spitzer, Chef der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, sieht das ähnlich. Die Nürnberger Messe sende 'völlig falsche Signale aus', sagt er, 'was da passiert ist ein furchtbares Anfixen' an das Medium Computer - ein pädagogisch und entwicklungspsychologisch fragwürdiges Unterfangen....'Man darf die Gehirne der Kinder nicht dem Markt überlassen.' "
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Dieser Trend wird aber so weiter gehen!
Es wäre interessant, was die gemeinnützige "Kinderumwelt" dazu zu sagen hat, die ihre Persönlichkeiten losschickt, um über die Harmlosigkeit von Strahlung zu referieren. Man hat es geschafft, die Tatsache, dass selbst bei Kinderspielzeug mit elektromagnetischer Strahlung gearbeitet werden kann, aus allen Diskussionen herauszuhalten. Schließlich müssen die Kleinen möglichst früh darauf vorbereitet werden, in der Schule kein Heft und kein Buch mehr vor sich zu haben, sondern ein iPad und ein Laptop.
Dass dies so durchgezogen werden kann, ohne den geringsten Einwand, dahinter steht eine immense Industriemacht und im wahrsten Sinne des Wortes der "Strahlenschutz" und leider auch die Politik, die zwar immer das Wohl der Kinder im Munde führt, jedoch lebenswichtige Dinge für Kinder - ein möglichst strahlungsarmes Umfeld - für nicht nötig erachtet.
Eva Weber
[b]"Aufrüsten im Kinderzimmer"[/b] Süddeutsche Zeitung
An 24.1.2013 erschien unter obiger Überschrift ein Artikel zur Spielwarenmesse. Da ich den Artikel nicht verlinken kann, zitiere ich daraus:
[i]"Nürnberg - Zu den befremdlichen Ritualen der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg gehört es, dass deren Macher einen Schwerpunkt ausrufen, den kurzerhand zum neuen Trend in Kinderzimmern erklären und ihn von eigens engagierten Forschern pseudowissenschaftlich bestätigen lassen. Diesmal könnte das schief gehen. 'Toys 3.0' lautet der Schwerpunkt der Spielwarenmesse, die kommende Woche beginnt. Propagiert wird elektronisch aufgerüstetes Spielzeug und vor allem solches, das mit Tablet-PC und Smartphones kombinierbar ist. Ein Unding, finden Experten. Der Ulmer Hirnforscher und Bestsellerautor Manfred Spitzer stellt sich gar die Frage: 'Sind die wahnsinnig?'....Chef Ernst Kick versteht die Aufregung nicht. Man zeige doch nur, 'wie klassische Spielwaren ihr Spielspektrum durch Applikationen und multimediale Funktionen erweitern', sagt er. 'Dabei behalten sie offline ihren Spielwert wie bisher, können aber online mehr. So gewinnen die Spielwaren mehr Attraktivität für alle Altersgruppen. Für Unternehmen ist das eine Chance, weitere Zielgruppen zu erreichen.'
Zielgruppen sind das eine, das Wohl der Kinder aber ist womöglich etwas ganz anderes. 'Die Messe muss doch nicht jedem Zeitgeist nachlaufen', hält Wolfgang Schühle, Sprecher der 20 wichtigsten deutschen Holzspielzeughersteller dem Messechef vor. Sie fürchten nicht nur mit ihren klassischen Produkten bei der Spielwarenmesse allmählich unterzugehen. 'Wir haben doch als Branche auch eine Verantwortung und müssen pädagogisch wertvolles Spielzeug liefern', sagt er. IPad-Spielzeug für Vorschulkinder hat keinen Lerncharakter, sondern ist Humbug und Blödsinn.' Buchautor Spitzer, Chef der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, sieht das ähnlich. Die Nürnberger [/i][i]Messe sende 'völlig falsche Signale aus', sagt er, 'was da passiert ist ein furchtbares Anfixen' an das Medium Computer - ein pädagogisch und entwicklungspsychologisch fragwürdiges Unterfangen....'Man darf die Gehirne der Kinder nicht dem Markt überlassen.' " [/i]
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Dieser Trend wird aber so weiter gehen!
Es wäre interessant, was die gemeinnützige "Kinderumwelt" dazu zu sagen hat, die ihre Persönlichkeiten losschickt, um über die Harmlosigkeit von Strahlung zu referieren. Man hat es geschafft, die Tatsache, dass selbst bei Kinderspielzeug mit elektromagnetischer Strahlung gearbeitet werden kann, aus allen Diskussionen herauszuhalten. Schließlich müssen die Kleinen möglichst früh darauf vorbereitet werden, in der Schule kein Heft und kein Buch mehr vor sich zu haben, sondern ein iPad und ein Laptop.
Dass dies so durchgezogen werden kann, ohne den geringsten Einwand, dahinter steht eine immense Industriemacht und im wahrsten Sinne des Wortes der "Strahlenschutz" und leider auch die Politik, die zwar immer das Wohl der Kinder im Munde führt, jedoch lebenswichtige Dinge für Kinder - ein möglichst strahlungsarmes Umfeld - für nicht nötig erachtet.
Eva Weber