von Mahner » 10. Oktober 2013 10:06
Internetsucht
"Die Erfolgsquote ist eher ernüchternd"
Klaus Wölfling leitet die Ambulanz für Spielsucht in Mainz. Im Interview erklärt er, wie ähnlich Online- und Drogensucht sind und wo die Therapie ihre Grenzen erreicht.(…)
ZEIT ONLINE: Herr Wölfling, laut der Pinta-Studie sind 560.000 Menschen in Deutschland internetabhängig . Was ist der Unterschied zwischen stoffgebundenen Süchten, also etwa einer Alkoholsucht, und nicht stoffgebundenen Süchten wie der Internetsucht?
Klaus Wölfling: Die Unterschiede sind nicht so groß. Experten gehen davon aus, dass es einen gemeinsamen neurophysiologischen Hintergrund gibt. Eine ganze Reihe neuer Ergebnisse aus der Hirnforschung zeigen, dass sich diese Süchte stark im Störungsbild ähneln.
ZEIT ONLINE: Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Patienten gemacht?
Wölfling: Ich habe mehrere Studien durchgeführt, die zeigen, dass Computerspiel- und etwa Cannabissucht sehr ähnliche Muster zugrunde liegen. Patienten zeigen ganz ähnliche Symptome. Sie sprechen häufig von Verlangen und haben diesen unwiderstehlichen Drang, Substanzen zu konsumieren oder eben im Internet zu sein oder Glücksspiele zu spielen – obwohl sie wissen, dass sie sich damit schaden.
Auf der physiologischen und der sozialen Ebene gibt es weitere Ähnlichkeiten, die uns von Sucht sprechen lassen. Milde Entzugserscheinungen bei Internetsucht sind vergleichbar mit einem Nikotinentzug. Das reicht von niedergeschlagener Stimmung und Gereiztheit über Schlafstörungen und zitternde Hände bis zu innerer Unruhe. Und natürlich die Isolation, das Sich-Zurückziehen und das durch die Sucht bedingte Lügen. Die Patienten berichten ihren Partnern, Eltern oder Kindern nicht mehr wahrheitsgetreu.(...)
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[b]Internetsucht
[size=150]"Die Erfolgsquote ist eher ernüchternd" [/b][/size]
Klaus Wölfling leitet die Ambulanz für Spielsucht in Mainz. Im Interview erklärt er, wie ähnlich Online- und Drogensucht sind und wo die Therapie ihre Grenzen erreicht.(…)
ZEIT ONLINE: Herr Wölfling, laut der Pinta-Studie sind 560.000 Menschen in Deutschland internetabhängig . Was ist der Unterschied zwischen stoffgebundenen Süchten, also etwa einer Alkoholsucht, und nicht stoffgebundenen Süchten wie der Internetsucht?
Klaus Wölfling: Die Unterschiede sind nicht so groß. Experten gehen davon aus, dass es einen gemeinsamen neurophysiologischen Hintergrund gibt. Eine ganze Reihe neuer Ergebnisse aus der Hirnforschung zeigen, dass sich diese Süchte stark im Störungsbild ähneln.
ZEIT ONLINE: Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Patienten gemacht?
Wölfling: Ich habe mehrere Studien durchgeführt, die zeigen, dass Computerspiel- und etwa Cannabissucht sehr ähnliche Muster zugrunde liegen. Patienten zeigen ganz ähnliche Symptome. Sie sprechen häufig von Verlangen und haben diesen unwiderstehlichen Drang, Substanzen zu konsumieren oder eben im Internet zu sein oder Glücksspiele zu spielen – obwohl sie wissen, dass sie sich damit schaden.
Auf der physiologischen und der sozialen Ebene gibt es weitere Ähnlichkeiten, die uns von Sucht sprechen lassen. Milde Entzugserscheinungen bei Internetsucht sind vergleichbar mit einem Nikotinentzug. Das reicht von niedergeschlagener Stimmung und Gereiztheit über Schlafstörungen und zitternde Hände bis zu innerer Unruhe. Und natürlich die Isolation, das Sich-Zurückziehen und das durch die Sucht bedingte Lügen. Die Patienten berichten ihren Partnern, Eltern oder Kindern nicht mehr wahrheitsgetreu.(...)
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