Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

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Re: Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

von Phoenix » 11. November 2014 12:59

Laie hat geschrieben: ...
Da jedoch auch das - gerade auch in Katastrophenfällen - ausfallen kann, wäre die Frage, ob es daher nicht eine Verpflichtung für die Telfonnetzbetreiber gibt, ein analoges, netzstromfreis Festnetztelefon anzubieten. Welche Paragrafen könnten in dieser Hinsicht etwas bringen? Oder ist diese Frage schon irgendwor durchgekaut worden?
In Deutschland ist das in § 78 TKG geregelt. Darin sind die Mindesanforderungen (die sog. "Universaldienstleistungen") aufgeführt, die der Dienstleister erbringen muss. Dazu gehören u.a.:

"1. der Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz an einem festen Standort, der Gespräche, Telefaxübertragungen und die Datenkommunikation mit Übertragungsraten ermöglicht, die für einen funktionalen Internetzugang ausreichen,

2. der Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten über den in Nummer 1 genannten Netzanschluss (...)"

Ein bestimmter technischer Standard für die Anschlussart ist im Gesetz nicht festgelegt. IP-Telefonie ist also demnach durchaus ausreichend.

Phoenix

Re: Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

von Laie » 10. November 2014 18:33

nobody hat geschrieben:Tja, das ist heutztage einfach so. Von wegen, der Kunde ist König. Der Kunde hat nur noch das zu wollen, was die Hersteller anbieten. Freier Markt? Das war einmal. Heute bestimmt das Angebot die Nachfrage - statt umgekehrt. Die Umstellung der Telephonie auf VoIP ist, zumindest was die Versorgungssicherheit betrifft, ein Rückschritt sondergleichen. Ehja, habe ich mir doch erst kürzlich noch extra ein analoges, schnurgebundenes Telephon ohne Netzteil besorgt, um bei Stromausfall zumindest noch eine Verbindung nach draussen zu haben (aufs Internet kann ich verzichten, auf die Telephonie nicht!).
Konnte man sich bis anhin darauf verlassen, dass das schnurgebundene, netzteilfreie Telephon auch in Notfällen noch funktioniert, müssen wir uns daran wohl an den Gedanken gewöhnen, dass das Telephon im Notfall nun erst recht nicht funktioniert. Brand im Elektrokasten? Ja, dann muss ich mal sehen, wer von den Nachbarn die Feuerwehr rufen könnte. Vom Prinzip her, geht das sogar in Richtung "unterlassene Hilfeleistung". Und das ist kein Fortschritt, sondern Abbau öffentlicher Dienstleistung (sog. Service Public) zu Gunsten überbezahlter Manager - zu Lasten der Kunden! Aber es muss ja nicht zwingend ein Notfall sein. Also, was tun, wenn Modem/Router den Geist aufgibt? -->"Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Mail".

Man MUSS ein Handy haben!
Da jedoch auch das - gerade auch in Katastrophenfällen - ausfallen kann, wäre die Frage, ob es daher nicht eine Verpflichtung für die Telfonnetzbetreiber gibt, ein analoges, netzstromfreis Festnetztelefon anzubieten. Welche Paragrafen könnten in dieser Hinsicht etwas bringen? Oder ist diese Frage schon irgendwor durchgekaut worden?

Re: Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

von nobody » 9. November 2014 07:25

Tja, das ist heutztage einfach so. Von wegen, der Kunde ist König. Der Kunde hat nur noch das zu wollen, was die Hersteller anbieten. Freier Markt? Das war einmal. Heute bestimmt das Angebot die Nachfrage - statt umgekehrt. Die Umstellung der Telephonie auf VoIP ist, zumindest was die Versorgungssicherheit betrifft, ein Rückschritt sondergleichen. Ehja, habe ich mir doch erst kürzlich noch extra ein analoges, schnurgebundenes Telephon ohne Netzteil besorgt, um bei Stromausfall zumindest noch eine Verbindung nach draussen zu haben (aufs Internet kann ich verzichten, auf die Telephonie nicht!).
Konnte man sich bis anhin darauf verlassen, dass das schnurgebundene, netzteilfreie Telephon auch in Notfällen noch funktioniert, müssen wir uns daran wohl an den Gedanken gewöhnen, dass das Telephon im Notfall nun erst recht nicht funktioniert. Brand im Elektrokasten? Ja, dann muss ich mal sehen, wer von den Nachbarn die Feuerwehr rufen könnte. Vom Prinzip her, geht das sogar in Richtung "unterlassene Hilfeleistung". Und das ist kein Fortschritt, sondern Abbau öffentlicher Dienstleistung (sog. Service Public) zu Gunsten überbezahlter Manager - zu Lasten der Kunden! Aber es muss ja nicht zwingend ein Notfall sein. Also, was tun, wenn Modem/Router den Geist aufgibt? -->"Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Mail".

Re: Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

von Eva Weber » 8. November 2014 14:51

Laie hat geschrieben:Kein Anschluss ohne diesen Router
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/t ... -telefonie
vom 3.11.2014

Laie hat geschrieben: Technik sollte der Minderung von Risiken dienen, zumindest den Vorrang bei der Entscheidung über ihren Einsatz haben. Doch stattdessen scheint selbstverständlich zu sein, dass es keine Alternativen zu Risiken mehr zu geben braucht - wenn "der Markt" es will, wird's "alternativlos".
Als ich einmal nachts aufwachte und die Nachttischlampe anknipste blieb es dunkel. Ich ging zum Lichtschalter - nichts. Ich dachte zuerst, es wäre etwas im Haus, aber da sah ich, dass die ganze Siedlung im Dunkeln lag. Stromausfall! Ich ging an mein Schnurtelefon und dachte schon, warum tust du das überhaupt, es ist Stromausfall. Doch siehe da, es meldete sich die Störungsstelle. In 20 Minuten waren die Monteure da und suchten den Schaden in der Siedlung. Nach kurzer Zeit hatte die Siedlung wieder Strom.

Als vor ca. 1 Jahr der große Stromausfall in Teilen Münchens und ganz Moosburg war und alles jammerte, dass man weder mit Telefon noch Handy einen Notruf absetzen konnte, rief ich bei der Störungsstelle an. Da sagte mir der Bedienstete folgendes, sogar etwas verärgert: " Natürlich sind die Scnurtelefone gegangen, diese Leitung wird aufrechterhalten so lange es geht, aber heute muss ja jeder im Kochtopf rühren und nebenbei telefonieren. Das geht dann allerdings nicht!"

Für wirkliche Notfälle wird zukünftig keine Technik mehr vorgehalten. Die Politik wird sich im Endeffekt für die Abschaffung des Festnetzes einsetzen.
Das wird so kommen. Bei Stromausfall ist dann das Geschrei wieder groß. Sollte da einmal das Zuschlagen von Hackern nicht mehr vermieden werden können, dann sind wir wirklich alternativlos!

Eva Weber

Anbieter killen Notfallfunktion des Festnetztelefons

von Laie » 8. November 2014 13:09

Kein Anschluss ohne diesen Router
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/t ... -telefonie
vom 3.11.2014

Strom weg – Telefon weg
Zwar stellt die Telekom ihren Kunden wegen der sinkenden Wartungskosten günstigere Tarife in Aussicht; trotzdem lauern in der neuen Technik Gefahren: Festnetztelefone funktionierten beispielsweise bisher auch noch während Stromausfällen, da die Apparate über die Telefonleitung mit Strom versorgt werden. Bei VoIP hängen die Telefone jedoch über den Router an der normalen Steckdose. Daher gilt künftig: Strom weg – Telefon weg.


Tja, da muss ein Handy her. Was solls, "man" (engl. "Mensch") hat ja sowieso eins, mindestens.

Viren, Trojaner und Hacher warten schon.
Fazit:
"Trotz aller Risiken: Eine wirkliche Alternative zur Internettelefonie gibt es nicht, VoIP wird die anderen Systeme in den nächsten Jahren verdrängen, darin sind sich alle Experten (* :idea: ) einig. Schon heute ist es bei den großen Anbietern quasi unmöglich, noch einen Neuvertrag ohne IP-Telefonie zu bekommen."

Technik sollte der Minderung von Risiken dienen, zumindest den Vorrang bei der Entscheidung über ihren Einsatz haben. Doch stattdessen scheint selbstverständlich zu sein, dass es keine Alternativen zu Risiken mehr zu geben braucht - wenn "der Markt" es will, wird's "alternativlos".

(* :idea: ) Herkunft: von dem lateinischen Adjektiv "expertus" -> "unbeteiligt".

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