Behandlung Belpomme: Antihistaminika

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Behandlung Belpomme: Antihistaminika

von insieme » 2. März 2016 15:31

Behandlung Belpomme: Antihistaminika

Seit dem Jahre 2009 haben Prof. Dominique Belpomme und sein Team in Paris über 1200 EHS- und/oder MCS-Betroffene untersucht und behandelt. Systematische Blutuntersuchungen zeigten:
15 % der EHS- und/oder MCS-Betroffenen hatten im Blut einen erhöhten Spiegel der Proteine S100B, hinweisend auf eine Öffnung der Blut-Hirn-Schranke. Ungefähr 40 Prozent aller EHS- und/oder MCS-Betroffenen hatten eine Hyperhistaminämie. Ein erhöhter Histaminspiegel im Blut vermag bekanntlich die Neuronen, Mastzellen und weitere Zelltypen zur Ausschüttung von noch mehr körpereigenem Histamin, Neurotransmittern und weiteren Mediatoren anzuregen. Und solch grosse Mengen Histamin seien hauptsächlich verantwortlich für die Öffnung der Bluthirnschranke, das sagt Prof. Dr. med. D. Belpomme und verordnet bei Öffnung der Blut-Hirn-Schranke synthetische H1-Antihistaminika. Zurzeit sind es diese:

- Zaditen (Wirkstoff: Ketotifen fumarate) Kaps. zu 2 mg LP
- Primalan (Wirkstoff: Mequitazin), Tabl. zu 5 mg
- Polaramine (Wirkstoff: Dexchlorphéniramine maléate) Tabl. zu 2 mg

Antihistaminika sind Arzneistoffe, welche die Wirkung von Histamin an den Histaminrezeptoren blockieren und allergische Beschwerden symptomatisch behandeln. Darüber hinaus werden Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen mit H1-Antihistaminika behandelt. Falls der Patient Schlafmittel und/oder Psychopharmaka einnimmt, sollen sie sukzessiv abgesetzt werden, da H1-Antagonisten ja bereits schlaffördernd wirken. Man sei derzeit noch am Forschen unter den H1- und H3-Antagonisten, um evtl. noch besser wirkende Antihistaminika zu finden. Mittels systematischer Untersuchungen (Blutanalysen und Doppler-Ultraschall) werden die Therapieerfolge studiert.

Die Rolle von Histamin im menschlichen Körper:
Nasenlaufen, stechendes Kopfweh bei einer Erkältung oder Übelkeit bei einer Magen-Darmgrippe: es sind die Anzeichen eines hohen Histaminspiegels. Histamin ist ein biogenes Amin, entstanden im Eiweißstoffwechsel aus der Aminosäure Histidin, als Reaktion auf Verletzungen, Entzündungen oder durch Mastzellaktivität. Histamin ist beteiligt an der Übertragung von Nervenimpulsen und beeinflusst indirekt die Wirkung diverser Neurotransmitter. Im Zentralnervensystem ist Histamin über eine Aktivierung von H1-Rezeptoren mitbeteiligt an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus, des Appetits, der Körpertemperatur, der zentralen Kontrolle des Blutdrucks und der Schmerzempfindung. Im Magen-Darm-Trakt ist Histamin an der Regulation der Magensäureproduktion beteiligt. Histamin wird im Dünndarm abgebaut mit Hilfe des Leberenzyms HNMT.

Die Rolle von Histamin bei EHS und/oder MCS:
Histamin ist an der Immunabwehr körperfremder Stoffe beteiligt und spielt bei allergischen Reaktionen eine zentrale Rolle. Freigesetzt wird Histamin einerseits durch allergische, IgE-vermittelte Reaktionen, andererseits durch Komplementfaktoren (z.B. bei einem Endotoxin-bedingten Schock). Größere Mengen Histamin können zu weichem Stuhl, Durchfall, Blähungen, Bauchkrämpfen, bis zu Übelkeit und Erbrechen im Magen-Darm-Trakt führen. Im Herz-Kreislaufsystem kann es zu Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, bis zu Panikattacken kommen. Im Bereich der Haut sind Hautbrennen, Juckreiz, Hautrötungen (Urticaria), Augenentzündung, Schwellung der Augenlider und im Bereich der Schleimhäute sind Niessanfälle und Nasenlaufen ein Thema. Im Zentralen und peripheren Nervensystem kommt es zu Kopf- und Wirbelsäulenschmerzen, Migräne, Schwindel, Nervosität, Sich-Überdreht-Fühlen, Deregulation der Appetitkontrolle und der Körpertemperatur, im Hormonsystem zu Menstruationsbeschwerden.
Bei den EHS und/oder MCS-Betroffenen kommt es zu Entzündungsprozessen, in erster Linie infolge der Histamin Freisetzung, in zweiter Linie als Folge von Oxidativem Stress. Wenn die Neuronen im Gehirn Gewebe reizendes Histamin abgeben, kann es zu Entzündungsprozessen kommen im limbischen System und im Thalamus des Gehirns, zur Beschädigung der Blut-Hirn-Schranke und zu einer erhöhten Produktion Freier Radikale.

Die Rolle von Histamin im Darm:
Im Darm kommt ein Teufelskreis in Gang. Das Gewebe reizende Histamin führt zu Mikroentzündungen im Darm, was die Mastzellaktivität noch stärker anregt - wie das Forscher der Technischen Universität München heraus gefunden haben – und damit wird zwangsläufig noch mehr Histamin freigesetzt. Mastzellstabilisatoren sind Arzneistoffe mit antiallergischer Wirkung, sie stabilisieren die Zellmembranen von Mastzellen. Cromoglicinsäuren wie Nalcrom 100 verhindern lokal im Darm die Freisetzung von Mediatoren. Das H1-Antihistaminika Ketotifen (Zaditen) ist ein im ganzen Körper wirkender Mastzellstabilisator und wirkt auch im Darm. Durch die chronische Entzündung im Darm kann es mit der Zeit zu einem „sekundären DAO-Mangel“ kommen. Die Diaminoxidase, kurz DAO genannt, ist ein kupferhaltiges Enzym, das Histamin abbauen kann. Ein Präparat mit aus Schweinenierenextrakt gewonnener Diaminoxidase wird in Kapselform angeboten.

Auf dieser page sind die Antihistaminika gut erklärt:
http://www.histaminintoleranz.ch/de/the ... istaminika

Antihistaminika können den Histaminspiegel im Körper nicht direkt senken, sie können nur vorübergehend bestimmte Wirkungen des Histamins blockieren. Achtung, einzelne Antihistaminika hemmen als unerwünschte Nebenwirkung Histamin abbauende Enzyme, dadurch steigt der Histaminspiegel an.

Die älteren Antihistaminika (sogenannte Wirkstoffe der ersten Generation) haben (im Gegensatz zu den Anthistaminika der zweiten Generation) die Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke passieren zu können. Im Gehirn können sie eine sedierende Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS) haben. Vor dem zu Bett gehen eingenommen, kann diese Klasse der Antihistaminika deshalb als willkommene Einschlafhilfe (Sedativum) genutzt werden.

Siehe auch in diesem Forum:
-"Belpomme: Ursachen, Diagnose und Perspektiven der EHS/MCS"
-"Belpomme: Standardtherapieplan der EHS/MCS“

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