von Beobachter » 29. September 2021 19:41
Riskant oder nicht? Was die Polarisierung rund um 5G antreibt
27. September 2021
https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/U ... reibt.html
Wie und wieso verändert sich die Risikowahrnehmung?
In einer zweiten Erhebung im Februar 2020 hat Frey erneut Daten von denselben Studienteilnehmenden erhoben, um zu untersuchen, wie stabil die Risikoeinschätzung bezüglich 5G über die Zeit hinweg war. In der Zwischenzeit hatte das BAFU einen umfassenden Expertenbericht mit wissenschaftlichen Fakten zu 5G präsentiert, was Frey als Gelegenheit für ein Feldexperiment nutzte: Die Studienteilnehmenden wurden zufällig in vier Gruppen eingeteilt, die vor der zweiten Erhebung entweder per Post Informationsmaterial aus dem Expertenbericht erhielten (teils als mehrseitige Zusammenfassung, teils als einseitige Kurzversion), beziehungsweise kein entsprechendes Material erhielten.
Dieses Feldexperiment zeigte, dass die blosse Aufklärung über die empirischen Fakten keinen direkten Effekt auf die Risikowahrnehmung zu haben scheint. Das heisse aber nicht, dass die Meinung zu 5G in Stein gemeisselt sei, gibt Frey zu bedenken. «Das Wissen über eine Technologie ist bloss einer der Faktoren, die mit der Risikowahrnehmung zusammenhängen. Zudem wurde diese ‹Intervention› bewusst dezent gehalten. Zukünftige Informationskampagnen und die Risikokommunikation zu 5G allgemein könnten natürlich pointierter gestaltet werden.»
Denn auch wenn der Expertenbericht keinen Einfluss in der durchschnittlichen Risikowahrnehmung der Bevölkerung hatte, veränderten sich die Wahrnehmungen von einzelnen Studienteilnehmenden durchaus. In beide Richtungen. Dabei spielten insbesondere Veränderungen im Vertrauen in die Behörden eine Rolle, sowie Veränderungen im Ausmass der wahrgenommenen Bedrohung.
In dieser psychologischen Modellierung zeigte sich der stärkste Zusammenhang beim Vertrauen in die Behörden: Je geringer dieses ausfällt, desto wahrscheinlicher stuft eine Person das Risiko von 5G als hoch ein
Das Forschungsprojekt wurde finanziell unterstützt vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Schweizerischen Nationalfonds. Der Schlussbericht des Projekts auf Deutsch ist auf der Webseite des BAFU verfügbar.
https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/d ... 210819.pdf
Originalpublikation
Renato Frey
Psychological drivers of individual differences in risk perception: A systematic case study focusing on 5G
Psychological Science (2021)
https://journals.sagepub.com/doi/10.117 ... 7621998312
Erkenntnisse der Frey-Studie:
Ein grundlegendes Verständnis der psychologischen Mechanismen sei hilfreich, um informierte Debatten über den Nutzen und die Risiken von neuen Technologien wie 5G zu fördern.
«Das Wissen über eine Technologie ist bloss einer der Faktoren, die mit der Risikowahrnehmung zusammenhängen. Zudem wurde diese ‹Intervention› bewusst dezent gehalten. Zukünftige Informationskampagnen und die Risikokommunikation zu 5G allgemein könnten natürlich pointierter gestaltet werden.»
Vorschlag für eine erweiterte Untersuchung:
Welche psychologischen Mechanismen waren bei der Konzipierung der Studie massgebend?.
Welchen Einfluss auf die Risikowahrnehmung hat die Kenntnis von
Die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP):
Interessenkonflikte,
„Corporate Capture“ & der Vorstoß zum Ausbau des 5G-Netzes?
https://kompetenzinitiative.com/wp-cont ... r_2021.pdf
[i]Riskant oder nicht? Was die Polarisierung rund um 5G antreibt[/i]
27. September 2021
https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Riskant-oder-nicht-Was-die-Polarisierung-rund-um-5G-antreibt.html
[i][b]Wie und wieso verändert sich die Risikowahrnehmung?[/b]
In einer zweiten Erhebung im Februar 2020 hat Frey erneut Daten von denselben Studienteilnehmenden erhoben, um zu untersuchen, wie stabil die Risikoeinschätzung bezüglich 5G über die Zeit hinweg war. In der Zwischenzeit hatte das BAFU einen umfassenden Expertenbericht mit wissenschaftlichen Fakten zu 5G präsentiert, was Frey als Gelegenheit für ein Feldexperiment nutzte: Die Studienteilnehmenden wurden zufällig in vier Gruppen eingeteilt, die vor der zweiten Erhebung entweder per Post Informationsmaterial aus dem Expertenbericht erhielten (teils als mehrseitige Zusammenfassung, teils als einseitige Kurzversion), beziehungsweise kein entsprechendes Material erhielten.
Dieses Feldexperiment zeigte, dass die blosse Aufklärung über die empirischen Fakten keinen direkten Effekt auf die Risikowahrnehmung zu haben scheint. Das heisse aber nicht, dass die Meinung zu 5G in Stein gemeisselt sei, gibt Frey zu bedenken. «Das Wissen über eine Technologie ist bloss einer der Faktoren, die mit der Risikowahrnehmung zusammenhängen. Zudem wurde diese ‹Intervention› bewusst dezent gehalten. Zukünftige Informationskampagnen und die Risikokommunikation zu 5G allgemein könnten natürlich pointierter gestaltet werden.»
Denn auch wenn der Expertenbericht keinen Einfluss in der durchschnittlichen Risikowahrnehmung der Bevölkerung hatte, veränderten sich die Wahrnehmungen von einzelnen Studienteilnehmenden durchaus. In beide Richtungen. [b]Dabei spielten insbesondere Veränderungen im Vertrauen in die Behörden eine Rolle, sowie Veränderungen im Ausmass der wahrgenommenen Bedrohung.[/b][/i]
[i]In dieser psychologischen Modellierung zeigte sich [b]der stärkste Zusammenhang beim Vertrauen in die Behörden: Je geringer dieses ausfällt, desto wahrscheinlicher stuft eine Person das Risiko von 5G als hoch ein[/b][/i]
[i]Das Forschungsprojekt wurde finanziell unterstützt vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Schweizerischen Nationalfonds. Der Schlussbericht des Projekts auf Deutsch ist auf der Webseite des BAFU verfügbar.[/i]
https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/dokumente/elektrosmog/externe-studien-berichte/risikowahrnehmung-5g.pdf.download.pdf/Schlussbericht_Risikowahrnehmung_5G_20210819.pdf
Originalpublikation
[i][b]Renato Frey
[b]Psychological drivers of individual differences in risk perception: A systematic case study focusing on 5G[/b][/b][/i]
Psychological Science (2021) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797621998312
Erkenntnisse der Frey-Studie:
[i]Ein grundlegendes Verständnis der psychologischen Mechanismen sei hilfreich, um informierte Debatten über den Nutzen und die Risiken von neuen Technologien wie 5G zu fördern.[/i]
[i]«Das Wissen über eine Technologie ist bloss einer der Faktoren, die mit der Risikowahrnehmung zusammenhängen. Zudem wurde diese ‹Intervention› bewusst dezent gehalten. Zukünftige Informationskampagnen und die Risikokommunikation zu 5G allgemein könnten natürlich pointierter gestaltet werden.»[/i]
Vorschlag für eine erweiterte Untersuchung:
Welche psychologischen Mechanismen waren bei der Konzipierung der Studie massgebend?.
Welchen Einfluss auf die Risikowahrnehmung hat die Kenntnis von
[i][b]Die Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP):
Interessenkonflikte,
„Corporate Capture“ & der Vorstoß zum Ausbau des 5G-Netzes[/b][/i]?
https://kompetenzinitiative.com/wp-content/uploads/2021/04/BuchnerRivasiReport_online_Apr_2021.pdf