von Beobachter » 2. November 2021 13:46
Britischer Erzbischof entschuldigt sich für Vergleich von Klimawandelfolgen mit Holocaust
https://www.tagesspiegel.de/politik/kli ... 55078.html
Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat sich dafür entschuldigt, die Folgen des Klimawandels mit dem Holocaust verglichen zu haben. "Ich entschuldige mich unmissverständlich für die Worte, die ich benutzt habe, als ich versuchte, den Ernst der Lage zu betonen", erklärte das religiöse Oberhaupt der Church of England am Montag auf Twitter. "Es ist niemals richtig, Vergleiche mit den Gräueltaten der Nazis anzustellen."
Welby hatte zuvor anlässlich der Weltklimakonferenz in Glasgow in einem Interview der BBC gesagt, künftige Generationen würden "mit weitaus schärferen Worten" über die Politiker von heute sprechen, "als über die Politiker der 30er Jahre, (...) die ignorierten, was in Nazideutschland geschah". Denn der Klimawandel werde "über Generationen hinweg Menschen auf der ganzen Welt töten" und "einen Völkermord von unendlich größerem Ausmaß ermöglichen". (AFP)
Vergleiche anstellen bedeutet nicht gleichzusetzen. Es bedeutet, eine Einordnung nach Kriterien vorzunehmen.
Nun steht die Entschuldigung wegen eines "Nazivergleichs" im Vordergrund der Berichterstattung, weniger das Motiv und die Intention des Warnenden.
Völkermord beinhaltet zielgerichtete Absicht. Ignoranz und lobbygetriebene Aussitzpolitik- und Hinnahmepropaganda sind etwas anderes.
Die Zahl der Opfer infolge der Klimaveränderung könnte tatsächlich größer sein. Dagegen nicht rechtzeitig und nicht ausreichend umgesteuert zu haben, erscheint als berechtigter Vorwurf an die Politik. Das ist letztlich obrigkeitsbezogen. Hier würde sich eine gegenüberstellende Betrachtung mit den Ursachen der Nazigräuel anbieten: Die Frage nach kollektiver Verantwortungsunfähigkeit wegen einer unbewussten Erwartung an eine Obrigkeit, die am allgemeinen Wohl (allemein heißt einschließlich dem Wohl von Minderheiten/Mindermöchtigen) orientiert, die Steuerung vornimmt.
Vor diesem Hintergrund ist die Auseinandersetzung in der Schweiz über die Gefahren und Risiken der Mobilfunktechnik eine Nagelprobe für die Zukunftsfähigkeit der Demokratie. Wird die demokratische Kultur der Schweiz einen wegweisenden Beitrag für die schöpfungs- und menschengemäße Nutzung von Technik hervorbringen?
[i][b]Britischer Erzbischof entschuldigt sich für Vergleich von Klimawandelfolgen mit Holocaust[/b][/i]
https://www.tagesspiegel.de/politik/klimakonferenz-cop26-mehr-als-100-staaten-wollen-abholzung-von-waeldern-bis-2030-beenden/27755078.html
[i]Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat sich dafür entschuldigt, die Folgen des Klimawandels mit dem Holocaust verglichen zu haben. "Ich entschuldige mich unmissverständlich für die Worte, die ich benutzt habe, als ich versuchte, den Ernst der Lage zu betonen", erklärte das religiöse Oberhaupt der Church of England am Montag auf Twitter. "Es ist niemals richtig, Vergleiche mit den Gräueltaten der Nazis anzustellen."
Welby hatte zuvor anlässlich der Weltklimakonferenz in Glasgow in einem Interview der BBC gesagt, künftige Generationen würden "mit weitaus schärferen Worten" über die Politiker von heute sprechen, "als über die Politiker der 30er Jahre, (...) die ignorierten, was in Nazideutschland geschah". Denn der Klimawandel werde "über Generationen hinweg Menschen auf der ganzen Welt töten" und "einen Völkermord von unendlich größerem Ausmaß ermöglichen"[/i]. (AFP)
Vergleiche anstellen bedeutet nicht gleichzusetzen. Es bedeutet, eine Einordnung nach Kriterien vorzunehmen.
Nun steht die Entschuldigung wegen eines "Nazivergleichs" im Vordergrund der Berichterstattung, weniger das Motiv und die Intention des Warnenden.
Völkermord beinhaltet zielgerichtete Absicht. Ignoranz und lobbygetriebene Aussitzpolitik- und Hinnahmepropaganda sind etwas anderes.
Die Zahl der Opfer infolge der Klimaveränderung könnte tatsächlich größer sein. Dagegen nicht rechtzeitig und nicht ausreichend umgesteuert zu haben, erscheint als berechtigter Vorwurf an die Politik. Das ist letztlich obrigkeitsbezogen. Hier würde sich eine gegenüberstellende Betrachtung mit den Ursachen der Nazigräuel anbieten: Die Frage nach kollektiver Verantwortungsunfähigkeit wegen einer unbewussten Erwartung an eine Obrigkeit, die am allgemeinen Wohl (allemein heißt einschließlich dem Wohl von Minderheiten/Mindermöchtigen) orientiert, die Steuerung vornimmt.
Vor diesem Hintergrund ist die Auseinandersetzung in der Schweiz über die Gefahren und Risiken der Mobilfunktechnik eine Nagelprobe für die Zukunftsfähigkeit der Demokratie. Wird die demokratische Kultur der Schweiz einen wegweisenden Beitrag für die schöpfungs- und menschengemäße Nutzung von Technik hervorbringen?