von The Future's Black » 31. Januar 2005 14:16
© St. Galler Tagblatt; 31.01.2005
Wil
Wiler Zeitung / Volksfreund
Die verstrahlbare Aussicht
Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten» hat zum Informationsapéro eingeladen
Bei einem Apéro haben Gegner einer Mobilfunkantenne an der Bronschhofenstrasse deutliche Vorwürfe gegen den Wiler Stadtrat geäussert.
An einem gemütlichen Quartierfest hätte man sich am Samstagabend im Kindergarten Letten bei Wein, Kaffee und Risotto wähnen können. Kleine Wegweiser mit der Aufschrift «Zur verstrahlbaren Aussicht» zeigten aber, dass das Zusammenkommen einen ernsthafteren Grund hatte.
Jubiläum ohne Feier
«Wir haben Jubiläum, ein Jahr ist es her, seit die Swisscom das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne an der Bronschhofenstrasse eingereicht hat», erklärte Guido Bundi von der Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten», der neuerdings auch Parlamentspräsident Norbert Hodel angehört. Zum Feiern war Bundi aber nicht zu Mute. «Trotz diverser Einsprachen und 700 Unterschriften gegen die Antenne hat die Stadt Wil im November die Baubewilligung erteil», sagte er. Dies sei eine grosse Enttäuschung, habe er doch - wie beim Antennenprojekt an der Konstanzerstrasse auf eine Ablehnung gehofft: «Gründe hätte es genug gegeben.» Dabei nennt er vor allem die Parzelle 43, unmittelbar hinter dem Kindergarten. Diese gehört der Stadt und ist für öffentliche Bauten vorgesehen. «Wenn die Antenne erst steht, ist es kaum mehr möglich, dort noch eine Schule oder ein Heim zu bauen», so Guido Bundi.
Der Stadtrat habe die Möglichkeiten zu wenig ausgeschöpft. Zudem habe die Aktionsgruppe erst aus der Zeitung von der Baubewilligung erfahren: «Wir waren sehr enttäuscht und vermissen die politische Kultur der Exekutive.» Zudem hielt er fest, dass die Entscheidung just nach den Stadtratswahlen gefallen sei. Die Aktionsgruppe habe beim kantonalen Baudepartement eine Einsprache eingereicht, damit könne man Zeit gewinnen.
Angeregte Diskussionen
Gegen 40 Personen waren gekommen, um Bundis Ausführungen zu hören und sie beteiligten sich rege an der Diskussion. Unter anderem wurden privatrechtliche Schadensersatzforderungen wegen der Wertverminderung von Immobilien vorgeschlagen. Ein Votant regte an, alle Anwohner sollten ihre Mobilfunkverträge bei der Swisscom künden. Ein Vertreter des Aktionskomitees, das erfolgreich eine Antenne der Firma Orange an der Konstanzerstrasse verhindert hatte, riet dann auch, alle Möglichkeiten zu prüfen: «Die Lage ist nie aussichtslos, man kann immer etwas unternehmen.» (dam.)
© St. Galler Tagblatt; 31.01.2005
Wil
Wiler Zeitung / Volksfreund
Die verstrahlbare Aussicht
Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten» hat zum Informationsapéro eingeladen
Bei einem Apéro haben Gegner einer Mobilfunkantenne an der Bronschhofenstrasse deutliche Vorwürfe gegen den Wiler Stadtrat geäussert.
An einem gemütlichen Quartierfest hätte man sich am Samstagabend im Kindergarten Letten bei Wein, Kaffee und Risotto wähnen können. Kleine Wegweiser mit der Aufschrift «Zur verstrahlbaren Aussicht» zeigten aber, dass das Zusammenkommen einen ernsthafteren Grund hatte.
Jubiläum ohne Feier
«Wir haben Jubiläum, ein Jahr ist es her, seit die Swisscom das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne an der Bronschhofenstrasse eingereicht hat», erklärte Guido Bundi von der Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten», der neuerdings auch Parlamentspräsident Norbert Hodel angehört. Zum Feiern war Bundi aber nicht zu Mute. «Trotz diverser Einsprachen und 700 Unterschriften gegen die Antenne hat die Stadt Wil im November die Baubewilligung erteil», sagte er. Dies sei eine grosse Enttäuschung, habe er doch - wie beim Antennenprojekt an der Konstanzerstrasse auf eine Ablehnung gehofft: «Gründe hätte es genug gegeben.» Dabei nennt er vor allem die Parzelle 43, unmittelbar hinter dem Kindergarten. Diese gehört der Stadt und ist für öffentliche Bauten vorgesehen. «Wenn die Antenne erst steht, ist es kaum mehr möglich, dort noch eine Schule oder ein Heim zu bauen», so Guido Bundi.
Der Stadtrat habe die Möglichkeiten zu wenig ausgeschöpft. Zudem habe die Aktionsgruppe erst aus der Zeitung von der Baubewilligung erfahren: «Wir waren sehr enttäuscht und vermissen die politische Kultur der Exekutive.» Zudem hielt er fest, dass die Entscheidung just nach den Stadtratswahlen gefallen sei. Die Aktionsgruppe habe beim kantonalen Baudepartement eine Einsprache eingereicht, damit könne man Zeit gewinnen.
Angeregte Diskussionen
Gegen 40 Personen waren gekommen, um Bundis Ausführungen zu hören und sie beteiligten sich rege an der Diskussion. Unter anderem wurden privatrechtliche Schadensersatzforderungen wegen der Wertverminderung von Immobilien vorgeschlagen. Ein Votant regte an, alle Anwohner sollten ihre Mobilfunkverträge bei der Swisscom künden. Ein Vertreter des Aktionskomitees, das erfolgreich eine Antenne der Firma Orange an der Konstanzerstrasse verhindert hatte, riet dann auch, alle Möglichkeiten zu prüfen: «Die Lage ist nie aussichtslos, man kann immer etwas unternehmen.» (dam.)