von The Future's Black » 17. März 2005 12:14
© Oltner Tagblatt / MLZ; 17.03.2005
Stadt/Region Olten Zeitung
Schaden UMTS-Strahlen der Gesundheit?
Olten Natelantennengegner fordern Moratorium bis ETH-Studie vorliegt
Nicht zum ersten Mal wehren sich Bewohner der Quartiere Schürmatt und Hammer gegen eine Mobilfunkantennenanlage. Diesmal ist die geplante UMTS-Antennenanlage auf dem Silodach der Hammermühle AG im Visier der Einspracheführer.
philipp wyss
Die 14 Beschwerden gegen das Baugesuch der Kommunikationsfirma Orange für eine UMTS-Mobilfunkantennenanlage auf dem Silodach der Hammermühle AG hatten keinen Erfolg, die städtische Baukommission erteilte am 21. Februar die Baubewilligung. Therese Krähenbühl, eine der Protagonistinnen im Kampf gegen die Natelantennenstrahlen, auch weil, wie sie angibt, selber durch diese in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, gab nicht auf und reichte beim kantonalen Bau- und Justizdepartement Beschwerde gegen diesen Entscheid ein. Darin führt sie an, dass in unmittelbarer Nähe bereits zwei Antennenanlagen stationiert sind, nämlich auf dem Gebäude der Landi sowie dem Geschäftsgebäude Hammer II (Hammer-Migros usw.).
Die Bewohner der Quartiere Schürmatt, Hammer und Rötzmatt würden von Antennenanlagen geradezu eingekreist, moniert Therese Krähenbühl, und verweist in diesem Zusammenhang auch auf die von ihr beanstandete Wertverminderung der betroffenen Liegenschaften. «Potenzielle Käufer orientieren sich nicht danach, ob Immissionswerte oder Anlagegrenzwerte eingehalten werden.» Wenn ganze Quartiere von einer Wertverminderung betroffen würden, sei dies auch von öffentlichem Interesse.
Beispiel Langenthal
Schwerpunkt der Einsprache bleiben aber natürlich die Bedenken bezüglich gesundheitlicher Schäden durch die Antennenstrahlung. Hier führt Therese Krähenbühl insbesondere den Umstand ins Feld, dass es sich bei der geplanten Anlage um eine UMTS-Mobilfunkantenne, welche der Übermittlung bewegter Bilder dient, handelt. Diese würden ein Mehrfaches an Sendeenergie benötigen als die herkömmlichen Natelantennen.
Auftrieb erhielten die Oltner Natel-antennengegner durch einen Entscheid der Langenthaler Stadtregierung, welche im vergangenen Monat ein Moratorium für die Bewilligung von UMTS-Antennen beschlossen hatte (OT vom 11. Februar). Dieser Entscheid gründete auf einer niederländischen Studie, welche 2003 veröffentlicht wurde. Darin werden auch bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte Auswirkungen von UMTS-Wellen auf die Menschen als wahrscheinlich angesehen. Momentan ist eine Gruppe der ETH Zürich daran, die Resultate der Niederländer mittels einer eigenen Studie zu überprüfen, deren Ergebnisse im September dieses Jahres vorliegen sollen.
Dringliche Motion heute Abend
In einem Brief an Stadtpräsident Ernst Zingg fordert Therese Krähenbühl diesen auf, die Bewilligungen für UMTS-Mobilfunkantennen ebenfalls bis zum September und dem Vorliegen der Studienergebnisse der ETH zu sistieren. «Es ist unverantwortlich, die Bevölkerung dem Elektrosmog auszusetzen, solange nicht erwiesen ist, dass diese nicht gesundheitsschädlich sind.»
Heute Abend wird im Gemeindeparlament eine dringliche Motion der Grünen Iris Schelbert mit denselben Forderungen behandelt. Der zuständige Stadtrat Martin Wey erklärte auf Anfrage, dass es die Studienergebnisse ernst zu nehmen gelte, verwies aber auch darauf, dass die gesetzlichen Grundlagen nun mal Gültigkeit hätten. «Solange das Bundesgesetz in dieser Form besteht, werden die Bauherrschaften mit Beschwerden erfolgreich sein. Diesbezüglich sind uns also auch etwas die Hände gebunden.» Die entsprechende Diskussion müsse insbesondere auch auf Bundesebene geführt werden. Auf kommunaler Ebene komme dieser Vorstoss etwas verfrüht.
© Oltner Tagblatt / MLZ; 17.03.2005
Stadt/Region Olten Zeitung
Schaden UMTS-Strahlen der Gesundheit?
Olten Natelantennengegner fordern Moratorium bis ETH-Studie vorliegt
Nicht zum ersten Mal wehren sich Bewohner der Quartiere Schürmatt und Hammer gegen eine Mobilfunkantennenanlage. Diesmal ist die geplante UMTS-Antennenanlage auf dem Silodach der Hammermühle AG im Visier der Einspracheführer.
philipp wyss
Die 14 Beschwerden gegen das Baugesuch der Kommunikationsfirma Orange für eine UMTS-Mobilfunkantennenanlage auf dem Silodach der Hammermühle AG hatten keinen Erfolg, die städtische Baukommission erteilte am 21. Februar die Baubewilligung. Therese Krähenbühl, eine der Protagonistinnen im Kampf gegen die Natelantennenstrahlen, auch weil, wie sie angibt, selber durch diese in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, gab nicht auf und reichte beim kantonalen Bau- und Justizdepartement Beschwerde gegen diesen Entscheid ein. Darin führt sie an, dass in unmittelbarer Nähe bereits zwei Antennenanlagen stationiert sind, nämlich auf dem Gebäude der Landi sowie dem Geschäftsgebäude Hammer II (Hammer-Migros usw.).
Die Bewohner der Quartiere Schürmatt, Hammer und Rötzmatt würden von Antennenanlagen geradezu eingekreist, moniert Therese Krähenbühl, und verweist in diesem Zusammenhang auch auf die von ihr beanstandete Wertverminderung der betroffenen Liegenschaften. «Potenzielle Käufer orientieren sich nicht danach, ob Immissionswerte oder Anlagegrenzwerte eingehalten werden.» Wenn ganze Quartiere von einer Wertverminderung betroffen würden, sei dies auch von öffentlichem Interesse.
Beispiel Langenthal
Schwerpunkt der Einsprache bleiben aber natürlich die Bedenken bezüglich gesundheitlicher Schäden durch die Antennenstrahlung. Hier führt Therese Krähenbühl insbesondere den Umstand ins Feld, dass es sich bei der geplanten Anlage um eine UMTS-Mobilfunkantenne, welche der Übermittlung bewegter Bilder dient, handelt. Diese würden ein Mehrfaches an Sendeenergie benötigen als die herkömmlichen Natelantennen.
Auftrieb erhielten die Oltner Natel-antennengegner durch einen Entscheid der Langenthaler Stadtregierung, welche im vergangenen Monat ein Moratorium für die Bewilligung von UMTS-Antennen beschlossen hatte (OT vom 11. Februar). Dieser Entscheid gründete auf einer niederländischen Studie, welche 2003 veröffentlicht wurde. Darin werden auch bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte Auswirkungen von UMTS-Wellen auf die Menschen als wahrscheinlich angesehen. Momentan ist eine Gruppe der ETH Zürich daran, die Resultate der Niederländer mittels einer eigenen Studie zu überprüfen, deren Ergebnisse im September dieses Jahres vorliegen sollen.
Dringliche Motion heute Abend
In einem Brief an Stadtpräsident Ernst Zingg fordert Therese Krähenbühl diesen auf, die Bewilligungen für UMTS-Mobilfunkantennen ebenfalls bis zum September und dem Vorliegen der Studienergebnisse der ETH zu sistieren. «Es ist unverantwortlich, die Bevölkerung dem Elektrosmog auszusetzen, solange nicht erwiesen ist, dass diese nicht gesundheitsschädlich sind.»
Heute Abend wird im Gemeindeparlament eine dringliche Motion der Grünen Iris Schelbert mit denselben Forderungen behandelt. Der zuständige Stadtrat Martin Wey erklärte auf Anfrage, dass es die Studienergebnisse ernst zu nehmen gelte, verwies aber auch darauf, dass die gesetzlichen Grundlagen nun mal Gültigkeit hätten. «Solange das Bundesgesetz in dieser Form besteht, werden die Bauherrschaften mit Beschwerden erfolgreich sein. Diesbezüglich sind uns also auch etwas die Hände gebunden.» Die entsprechende Diskussion müsse insbesondere auch auf Bundesebene geführt werden. Auf kommunaler Ebene komme dieser Vorstoss etwas verfrüht.