Stellungnahme zur Sendung „Bei Anruf Hirntumor?“ von Report Mainz vom 29.10.2007
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Zum Beitrag „Bei Anruf Hirntumor?“ des Magazins Report Mainz der ARD vom 29.10.2007 erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS):
Das BfS hat den sogenannten „BioInitiative Report“ unmittelbar nach dessen Publikation einer ersten Prüfung unterzogen und festgestellt, dass er klare wissenschaftliche Schwächen aufweist: Insbesondere werden Vermischungen der gesundheitlichen Wirkungen von niederfrequenten und hochfrequenten Feldern vorgenommen, die fachlich nicht zulässig sind. Die überwiegende Mehrzahl der dem Report zugrunde liegenden Studien ist nicht neu: Sie wurden bei der Festlegung der derzeit gültigen Grenzwerte bereits berücksichtigt. Im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms werden die dem Report zugrunde liegenden Studien und der Report selbst vom BfS aber erneut ausgewertet und bewertet.
Derzeit gibt es keinen Anlass, die Grenzwerte zu ändern. Das BfS empfiehlt aber weiterhin einen vorsichtigen Umgang mit dem Mobilfunk, da die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Risiken noch nicht vollständig ausgeräumt werden können. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es aber unterhalb der Grenzwerte keine gesundheitliche Gefährdung durch den Mobilfunk." Die Vorsorgehinweise finden Sie im Netz unter
http://www.bfs.de/de/elektro/papiere/em ... handy.html .
Das BfS betreibt mit dem seit 2002 laufenden Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm eines der größten Programme zur Erforschung noch offener wissenschaftlicher Fragen auf dem Gebiet. Dabei werden Forschungsvorhaben aus den Bereichen „Biologie“, „Dosimetrie“, „Epidemiologie“ und „Risikokommunikation“ durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Programms werden voraussichtlich im Laufe 2008 vorliegen und vom BfS der internationalen Fachwelt sowie der Öffentlichkeit präsentiert. Ziel ist es, grundsätzliche biologische Wirkungen und Mechanismen wissenschaftlich belastbar nachzuweisen und unter Einbeziehung internationaler Forschungsergebnisse deren gesundheitliche Relevanz abzuschätzen. Des Weiteren sollen mögliche Ursachen der Elektrosensibilität aufgeklärt werden. Es wird angestrebt, dass die Ergebnisse Relevanz für den gesamten Bereich der Telekommunikation haben und möglichst auch für zukünftige Entwicklungen Aussagen zulassen. Die Ergebnisse werden deshalb in Fachgesprächen mit anerkannten Wissenschaftlern und unter internationaler Beteiligung diskutiert und ausgewertet.
(Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz.)
In vorauseilendem Gehorsam wird hier auf die Grenzwerte verwiesen. "Vermischungen der gesundheitlichen Wirkungen von niederfrequenten und hochfrequenten Feldern vorgenommen, die fachlich nicht zulässig sind." Gefällt mir besonders "gut", hoffe die allzeit vorhanden Felder kennen die "fundierte" Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz und vermischen sich nicht "unzulässig"?
Gut das noch auf den Katalog von Vorsorgemaßnahmen hingewiesen wird:
none In Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefoniert werden kann, sollte das Festnetztelefon genutzt werden.
none Telefonate per Handy sollten kurz gehalten werden. Falls die elektromagnetischen Felder beim Telefonieren mit Handys langfristig ein gesundheitliches Risiko bewirken sollten, trägt eine kurze Dauer der Gespräche zur Verringerung eines derartigen Risikos bei.
none Möglichst nicht bei schlechtem Empfang, z.B. aus Autos ohne Außenantenne, telefonieren. Die Leistung mit der das Handy sendet, richtet sich nach der Güte der Verbindung zur nächsten Basisstation. Die Autokarosserie z. B. verschlechtert die Verbindung und das Handy sendet deshalb mit einer höheren Leistung.
none Verwenden Sie Handys, bei denen Ihr Kopf möglichst geringen Feldern ausgesetzt ist. Die entsprechende Angabe dafür ist der SAR-Wert (Spezifische Absorptions Rate). Die SAR-Werte der aktuell verfügbaren Handy-Modelle finden Sie hier. Die Hersteller der Handys geben die unter festgelegten Bedingungen ermittelten SAR-Werte in der Regel in der Gebrauchsanweisung an.
none Nutzen Sie Head-Sets. Die Intensität der Felder nimmt mit der Entfernung von der Antenne schnell ab. Durch die Verwendung von Head-Sets wird der Abstand zwischen Kopf und Antenne stark vergrößert. Der Kopf ist beim Telefonieren deshalb geringeren Feldern ausgesetzt.
none Nutzen Sie die SMS-Möglichkeiten, da Sie dann das Handy nicht am Kopf halten.
Warum der ganze Zauber, wenn doch keinerlei gefahren unterhalb der "heiligen" Grenzwerte besteht, fragt sich der geneigte Leser...
"Die Strahlungswerte der Mobilfunknetze liegen zwar unter den Grenzwerten,
aber diese Grenzwerte orientieren sich nicht an der Gesundheit."
Prof. Dr.Ing. Günter Käs, Radarexperte der Bundeswehruniversität Neubiberg (2000)
Ach so...
"Verordnung und Standortbescheinigung bieten keinen gesundheitlichen Schutz. Die Behauptung einer Schutzwirkung durch die Behörden ist als wissenschaftliche Falschinformation anzusehen. Das erfüllt rechtlich alle Merkmale des Betrugs und schließt fahrlässige bis absichtliche Gefährdung und Körperverletzung ein."
Prof. Dr.Ing. Alexander H. Volger, Honorarprofessor RWTH Aachen (April 2001)