von Klaus » 13. März 2008 09:28
Fehraltorf will Moratorium für Antennen
Die Gemeinde Fehraltorf will selber sagen, wo künftig Handyantennen gebaut werden dürfen.
Die Hoffnungen Fehraltorfs lagen bisher auf den Natelanbietern. Gemäss Gemeindeschreiber Marcel Wehrli hätten sie die Planung der Antennen freiwillig koordinieren sollen. Doch die Hoffnungen zerschlugen sich – die Netzbetreiber spannen nicht zusammen. Um einen drohenden «Wildwuchs» von Antennen in den Wohnquartieren abzuwehren, greift Fehraltorf deshalb zu einem scharfen Mittel. Der Gemeinderat verlangt von der Baudirektion eine Planungszone für fast das ganze Baugebiet, die Industrie- und eine Gewerbezone ausgenommen. Er will innerhalb der nächsten drei Jahre bestimmen, wo in den Quartieren noch Antennen gebaut und erweitert werden dürfen – oder wo nicht mehr. Es soll vor allem der «Schutz der Kernzonen und die Wahrung des Charakters schützenswerter Quartiere» überprüft werden, teilt der Gemeinderat mit.
Mit der Planungszone soll ein Moratorium für Antennenbauten verbunden sein. Denn: «Wenn wir ein Projekt bewilligen, schaffen wir vielleicht Tatsachen, die wir später bereuen», sagt Wehrli. Um sicherzugehen, fordert der Gemeinderat vom Kanton auch, Rekursen gegen den Entscheid die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
Fehraltorf ist nicht die einzige Zürcher Gemeinde, welche die Standorte für Antennenanlagen selber festlegen will. Bisherige Versuche arteten aber meist in einen mühsamen Rechtsstreit mit den Netzanbietern aus. Ein prominentes Beispiel ist die Goldküstengemeinde Stäfa, die im letzten Sommer eine Initiative «Für antennenfreie Wohn- und Industriezonen» angenommen hat. Der Fall liegt bei der Baurekurskommission, weil Swisscom und Sunrise rekurriert haben. Wiesendangen möchte wie Fehraltorf den Weg über eine Planungszone gehen, um die Standorte zu definieren. Laut Gemeindeschreiber Hans-Peter Höhener hat der Kanton signalisiert, dass er wohl einer Planungszone, aber nicht einem Moratorium zustimmen werde.
Hintergrund für das erwachte Interesse an der Planungszone ist unter anderem ein Bundesgerichtsentscheid vom letzten Sommer. Die obersten Richter benannten den rechtlichen Spielraum der Gemeinden. Fazit: Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlung sind verboten, Vorschriften zum Schutz der Umwelt und des Ortsbilds sind erlaubt.
Manfred Speckert, Umweltbeauftragter von Sunrise, hat keine Freude an der Entwicklung. «Bei einer Planungszone müssten wir rechtliche Schritte in Betracht ziehen, weil es unseren künftigen Handlungsspielraum einschränken würde», sagt er zu den Plänen Fehraltorfs. Die optimale Versorgung könne auch ohne solche Massnahme geplant werden. «Die Betreiber haben sich nie dem Dialog verschlossen.» Das Gespräch suchen auch die Fehraltorfer. Laut Mitteilungen wollen sie die Standorte zusammen mit den Anbietern festlegen.
Der Landbote
13 III 08
Fehraltorf will Moratorium für Antennen
Die Gemeinde Fehraltorf will selber sagen, wo künftig Handyantennen gebaut werden dürfen.
Die Hoffnungen Fehraltorfs lagen bisher auf den Natelanbietern. Gemäss Gemeindeschreiber Marcel Wehrli hätten sie die Planung der Antennen freiwillig koordinieren sollen. Doch die Hoffnungen zerschlugen sich – die Netzbetreiber spannen nicht zusammen. Um einen drohenden «Wildwuchs» von Antennen in den Wohnquartieren abzuwehren, greift Fehraltorf deshalb zu einem scharfen Mittel. Der Gemeinderat verlangt von der Baudirektion eine Planungszone für fast das ganze Baugebiet, die Industrie- und eine Gewerbezone ausgenommen. Er will innerhalb der nächsten drei Jahre bestimmen, wo in den Quartieren noch Antennen gebaut und erweitert werden dürfen – oder wo nicht mehr. Es soll vor allem der «Schutz der Kernzonen und die Wahrung des Charakters schützenswerter Quartiere» überprüft werden, teilt der Gemeinderat mit.
Mit der Planungszone soll ein Moratorium für Antennenbauten verbunden sein. Denn: «Wenn wir ein Projekt bewilligen, schaffen wir vielleicht Tatsachen, die wir später bereuen», sagt Wehrli. Um sicherzugehen, fordert der Gemeinderat vom Kanton auch, Rekursen gegen den Entscheid die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
Fehraltorf ist nicht die einzige Zürcher Gemeinde, welche die Standorte für Antennenanlagen selber festlegen will. Bisherige Versuche arteten aber meist in einen mühsamen Rechtsstreit mit den Netzanbietern aus. Ein prominentes Beispiel ist die Goldküstengemeinde Stäfa, die im letzten Sommer eine Initiative «Für antennenfreie Wohn- und Industriezonen» angenommen hat. Der Fall liegt bei der Baurekurskommission, weil Swisscom und Sunrise rekurriert haben. Wiesendangen möchte wie Fehraltorf den Weg über eine Planungszone gehen, um die Standorte zu definieren. Laut Gemeindeschreiber Hans-Peter Höhener hat der Kanton signalisiert, dass er wohl einer Planungszone, aber nicht einem Moratorium zustimmen werde.
Hintergrund für das erwachte Interesse an der Planungszone ist unter anderem ein Bundesgerichtsentscheid vom letzten Sommer. Die obersten Richter benannten den rechtlichen Spielraum der Gemeinden. Fazit: Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung vor Strahlung sind verboten, Vorschriften zum Schutz der Umwelt und des Ortsbilds sind erlaubt.
Manfred Speckert, Umweltbeauftragter von Sunrise, hat keine Freude an der Entwicklung. «Bei einer Planungszone müssten wir rechtliche Schritte in Betracht ziehen, weil es unseren künftigen Handlungsspielraum einschränken würde», sagt er zu den Plänen Fehraltorfs. Die optimale Versorgung könne auch ohne solche Massnahme geplant werden. «Die Betreiber haben sich nie dem Dialog verschlossen.» Das Gespräch suchen auch die Fehraltorfer. Laut Mitteilungen wollen sie die Standorte zusammen mit den Anbietern festlegen.
Der Landbote
13 III 08