© Berner Zeitung; 02.02.2006; Seite 21
BZ-Region Bern
belp
123 gegen Antenne
Auf der Belper Bauverwaltung liegen elf Einzel- und eine Sammeleinsprache gegen eine geplante Sunrise-Antenne.
Sunrise plant den Bau einer Antenne im Gebäude der Liechti AG an der Mühlestrasse. Die Mobilfunkanlage mit einem Mast, je drei Sektorantennen für GSM900 und UMTS sowie drei Richtfunkantennen, käme in eine Gebäudenische zu stehen und würde das Dach um gut 15 Meter überragen. 30 Tage lang lag das Baugesuch von Sunrise bei der Bauverwaltung auf. Nach Ablauf der Frist haben 11 Personen Einsprache gegen das Sunrise-Baubegehren erhoben. Zudem liegt eine Sammeleinsprache mit 112 Unterschriften vor, wie Bauverwalter Jürg Aebersold sagt. Und: «Bis auf zwei leben alle der Unterzeichner im einspracheberechtigten Perimeter.»
Der von Sunrise gewählte Standort liegt keine 30 Meter von der Sägetstrasse 5 entfernt, wo Swisscom vor zwei Jahren ebenfalls eine Mobilfunkantenne errichten wollte. Erfolglos. Denn dies wurde vom kantonalen Verwaltungsgericht abgelehnt, aus Gründen des Ortsschutzes. Swisscom hat danach ein weiteres Gesuch eingereicht, für die Mühlestrasse 38. Dieses liegt derzeit noch bei der kantonalen Baudirektion auf. lfc
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© Zofinger Tagblatt / MLZ; 01.02.2006
Luzern Zeitung
Mehr «Sunshine» fürs Wiggertal
Dagmersellen Zentralschweizer Privatradio will neue Sendeanlage bauen
Damit die Schweiz mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgt ist, müssen Sendeanlagen betrieben werden. Eine davon soll in Dagmersellen gebaut werden. Das Baugesuch hat die Radio Sunshine AG eingereicht.
Jörg lüscher
Die in Rotkreuz beheimatete Radio Sunshine AG will an der Werkstrasse 22 in Dagmersellen eine UKM-Sendeantenne installieren. Ein entsprechendes Baugesuch ist auf der Gemeindeverwaltung eingegangen. Es kann ab 6. Februar öffentlich eingesehen werden. Bei der Anlage handle es sich um einen so genannten Füllsender, der vergleichsweise wenig Leistung abstrahle, sagt Sunshine-Geschäftsführer Marco Meier. Die Antenne werde benötigt, um die Versorgung in Dagmersellen und entlang der A 2 sicherzustellen. Bis 2004 wurde diese Aufgabe von einer Sendeanlage in Sempach-Station mehr schlecht als recht wahrgenommen. Die Anhöhe zwischen Sursee und Uffikon bildete ein natürliches Hindernis, das den terrestrischen Empfang bis zur Aargauer Kantonsgrenze störte. Betroffen vom gleichen Problem ist auch Radio Pilatus. Die Luzerner wollen folglich die geplante Anlage zusammen mit Sunshine in Dagmersellen benutzen. Gemäss Gebietszuteilung des Bundesamtes für Kommunikation Bakom reicht das A-Versorgungsgebiet des Zentralschweizer Privatradios von Wikon bis Altdorf.
Keine Konkurrenzgefahr
Der Antennen-Standort Wiggertal bedeute kein strategisches Vordringen in neue Werbepfründe, beruhigt Marco Meier die ebenfalls in dieser Region empfangbaren Privaten Radio Central, Radio Pilatus, Radio 32 und Radio Argovia. «Wir wollen nur unsere Empfangsqualität entlang der Autobahn sicherstellen.»
In Dagmersellen sieht man der Auflage des Baugesuches (Einsprachefrist bis 27. Februar) mit der gesetzlich vorgeschriebenen Neutralität entgegen. «Werden die Auflagen und Grenzwerte eingehalten, gibt es von behördlicher Seite her keinen Grund für Einwände», sagt Bauamtsvorsteher Hans Kammermann.
Abzuwarten gilt es, wie das die Bevölkerung sieht. Dass das Thema «Antennen» grundsätzlich heikel sei, habe die Vergangenheit gezeigt. Opposition könne sich rasch bilden, weiss der Gemeindeammann aus Erfahrung. Immerhin werden im Raum Dagmersellen, Uffikon, Altishofen, Buchs bereits jetzt sieben Sendeanlagen betrieben (6 GSM, 5 davon mit grosser Sendeleistung, und 1 UMTS mit mittlerer Sendeleistung). Nutzniesser sind allerdings nicht Radiostationen, sondern Mobilfunktelefoniebetreiber. Eine Übersicht, welche Sender in welchen Gemeinden und auf welchen Frequenzen empfangen werden können, bietet
www.bakom.ch
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© Berner Zeitung; 01.02.2006; Seite 21
BZ-EM-Aufschlagseite
Burgdorf
«Unsere Basis ist die Angst»
In Burgdorf werden neue Mobilfunkanlagen vorerst nicht bewilligt. Zu gross sei die Unsicherheit, findet der Gemeinderat.
Der Kanton Bern hat letzte Woche sein Moratorium für den Bau neuer Mobilfunkanlagen aufgehoben. Doch Burgdorf hält weiterhin daran fest, weshalb?
Markus Grimm: Weil die Bevölkerung Angst vor diesen Anlagen hat. Diese Besorgnis haben Bürgerinnen und Bürger in letzter Zeit mit Briefen und Telefonaten immer wieder an uns herangetragen. Wir fühlen uns als Gemeinderat verpflichtet, diese Ängste ernst zu nehmen.
Und was ist die rechtliche Basis für Ihren Entscheid?
Eine klare rechtliche Basis gibt es für diesen nicht. Die Basis für uns ist wie gesagt die Angst der Bevölkerung. Wie die Situation juristisch aussieht, würde sich erst zeigen, wenn ein Gesuchsteller sich mit rechtlichen Schritten gegen das Moratorium wehrt. Wir versuchen einfach, als Gemeinderat die Möglichkeiten auszuschöpfen, um dieser Besorgnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen.
Wie viele Gesuche für neue Mobilfunkanlagen sind denn zurzeit in Burgdorf hängig?
Insgesamt sind es vier Gesuche. Geplant sind Anlagen auf der Landi, bei der Heimiswilstrasse und der Bernstrasse sowie im Nassi.
Wie lange sind denn diese jetzt durch Ihr Moratorium sistiert?
Wir möchten sicher am Moratorium festhalten, bis die Resultate der ETH-Studie bekannt sind. Diese soll im Auftrag des Bundes aufzeigen, wie gesundheitsschädigend UMTS-Strahlen sind.
Wann sind diese Resultate zu erwarten?
Das sollte nicht mehr allzu lange dauern. Eigentlich waren die Ergebnisse schon für Ende letztes Jahr angekündigt worden.
Was erhoffen Sie sich denn von dieser Studie?
Wir erhoffen uns vor allem mehr Klarheit. Die technologischen Neuerungen sind enorm. Auch wir als Behörde sind auf Experten angewiesen, um diese beurteilen zu können. Das Problem ist, dass die einen finden, diese Strahlen seien gefährlich, und die andern darin überhaupt keine Gefahr sehen. Die Meinungen sind sehr widersprüchlich. Niemand kann im Moment genau sagen, was diese Strahlen wirklich für Auswirkungen haben.
Und was werden Sie tun, falls die ETH-Studie tatsächlich zeigt, dass die UMTS-Strahlen gesundheitsschädigend sind?
Dann werden natürlich vor allem der Bund und der Kanton gefordert sein, die heutigen Verordnungen und Strahlengrenzwerte diesen neuen Erkenntnissen anzupassen.
Und für Burgdorf hiesse das?
Dass wir dann nicht schon Anlagen gebaut haben, die plötzlich doch problematisch sind. Auch das ist ein Grund für unser Moratorium. Wir wollen nicht jetzt Antennen bewilligen, die schon in ein paar Monaten neu beurteilt werden müssen.
Wie ist denn dieser Entscheid im Gemeinderat zu Stande gekommen?
Das war ein einstimmiger Entscheid. Wir sind im Gemeinderat von diesem Vorgehen wirklich überzeugt. Interview:
Lucia Probst Thomas Peter
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