von Elisabeth Buchs » 18. März 2009 07:43
Größer als UMTS-Auktion: Bundesnetzagentur plant größte Versteigerung aller Zeiten
Autor: Markus Göbel 17.03.2009 - 12:32 | Kommentare (6)
Die Bundesnetzagentur plant die größte Versteigerung von Mobilfunklizenzen in der deutschen Geschichte. Noch in diesem Jahr sollen viel größere und attraktivere Frequenzblöcke unter den Hammer kommen, als bei der Mammut-Auktion im Jahr 2000, die dem Staat 50 Milliarden Euro in die Kasse spülte. Sie können für LTE, Wimax, HSPA oder andere Mobilfunktechniken eingesetzt werden. Zur Versteigerung kommen neue Blöcke von UMTS-Frequenzen, die noch breiter sind als vor neun Jahren, und die sogenannte "digitale Dividende". Damit sind die Funkfrequenzen von 790 bis 862 Megahertz gemeint, die nach der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens frei geworden sind.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur| Quelle: BNetzA
Dieser Frequenzbereich ist besonders attraktiv, weil damit viel größere Funkzellen möglich sind. Dennoch dürfte der Staat dieses Mal viel weniger einnehmen, als bei der Großauktion vor neun Jahren. Damals behauptete der spöttelnde Finanzminister Hans Eichel, dass UMTS keinen Mobilfunkstandard bezeichnet, sondern etwas ganz anderes: Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gibt sich jetzt bescheiden. "Wir werden diesmal ein realistischeres Verhalten der Bieter haben als in der Zeit, bevor die Internetblase platzte", sagte Kurth in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Alle vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben bereits Interesse an den neuen Frequenzen angemeldet.
Bei solchen Versteigerungen geht es nicht nur darum, die eigene Frequenzausstattung zu verbessern, sondern auch Konkurrenten vom deutschen Markt fernzuhalten. Im Jahr 2000 hatten viele ausländische Telekommunikationsunternehmen mit deutschen UMTS-Lizenzen geliebäugelt und den Preis bei der Versteigerung in die Höhe getrieben. Zwei Neueinsteiger konnten sogar Frequenzen ersteigern: der Neuanbieter Quam, ein Konsortium der finnischen Sonera und der spanischen Telefónica Móviles, sowie France Télécom über seine Tochterfirma Mobilcom.
Später fehlte ihnen aber das Geld zum Aufbau der Netze und der Markt sah bald wieder aus wie vorher. Die Funkfrequenzen von Quam und Mobilcom fielen zurück an den Staat und werden jetzt neu vergeben. Dennoch kann es auch dieses Mal überraschende Teilnehmer bei der Auktion geben, die tiefe Taschen haben und den Preis nach oben treiben. Sunil Mittal, Gründer und Chef des indischen Mobilfunkmarktführers Bharti Airtel, hat schon vor zwei Jahren Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, dass er gern eine Mobilfunklizenz für Deutschland möchte. "Wir könnten deutschen Anbietern zeigen, wie man auch in gesättigten Märkten profitabel wachsen kann", sagte Mittal damals. Er ist einer der reichsten Männer von Indien.
Mehr Informationen:
» Regierungsbeschluss: Digitale Dividende für mobiles Breitband
» Regulierungsbehörden wollen neue Frequenzen für LTE freigeben
» E-Plus testet neue Frequenzen, um DSL-Versorgungslücke zu schließen
» HSDPA mit 21 Mbit/s ab Mitte 2009 in Schweden
» Themen-Channels: Wirtschaft
Quelle:
http://www.areamobile.de/news/10752-gre ... ler-zeiten
Kommentar:
Diese Entwicklung wird sicher vor der Grenze nicht Halt machen. Noch einmal meine Positition, da beim izgmf wieder darüber diskutiert wird. Mit einer Grundversorgung z.B. mit GSM mit einem Anbieter könnten auch Betroffene noch leben, es wären gute Standorte mit Minimalbelastung möglich und Handys könnten z.B. für den Notfall, für gelegentliche kurze Gespräche und auch von Geschäftsleuten und Handwerkern genutzt werden. Ein Gegner bin ich bezüglich des jedes Mass verlorenen Aufrüstens, was sich wieder zeigt mit "1000 neue Antennen in der CH in einem Jahr geplant" oder jetzt wieder mit dieser Versteigerung. Die Schuld an dieser Entwicklung kann nicht nur dem Nutzer oder den rein gewinnorientierten Unternehmen gegeben werden, sondern die Verantwortung würde beim Staat liegen, der bei dieser Entwicklung mitkassiert, so dass "Kollateralschäden" von elektrosmogerkrankten Menschen in Kauf genommen werden bzw. versucht wird, diese als "von andern Ursachen, Angsterkrankte" hinzustellen.
Noch gleich zum Aufstellen von Antennen mitten in den Wohngebieten zur "Schonung" der Handynutzer. Dieses Argument ist vor allem eine betreiberfreundliche Ausrede, um die geringere Reichweite von UMTS und die durch Bildchenkram und drahtloses Internet rasch ausgeschöpfte Kapazität der Antennen zu legitimieren. Autobahnen und Kehrichtverbrennungsanlagen gehören ja auch nicht in Wohngebiete. Ein flächendeckendes Dauer-Risiko ohne Entkommen für alle Menschen sollte eine massiv verstärktere Vorsorge haben als ein freiwillig eingegangenes Risiko. Zusammengefasst : Bildchenkram und Internet sollten nur drahtgebunden angeboten werden und DECT und W-Lan keine Dauerstrahler sein.
Elisabeth Buchs
Größer als UMTS-Auktion: Bundesnetzagentur plant größte Versteigerung aller Zeiten
Autor: Markus Göbel 17.03.2009 - 12:32 | Kommentare (6)
Die Bundesnetzagentur plant die größte Versteigerung von Mobilfunklizenzen in der deutschen Geschichte. Noch in diesem Jahr sollen viel größere und attraktivere Frequenzblöcke unter den Hammer kommen, als bei der Mammut-Auktion im Jahr 2000, die dem Staat 50 Milliarden Euro in die Kasse spülte. Sie können für LTE, Wimax, HSPA oder andere Mobilfunktechniken eingesetzt werden. Zur Versteigerung kommen neue Blöcke von UMTS-Frequenzen, die noch breiter sind als vor neun Jahren, und die sogenannte "digitale Dividende". Damit sind die Funkfrequenzen von 790 bis 862 Megahertz gemeint, die nach der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens frei geworden sind.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur| Quelle: BNetzA
Dieser Frequenzbereich ist besonders attraktiv, weil damit viel größere Funkzellen möglich sind. Dennoch dürfte der Staat dieses Mal viel weniger einnehmen, als bei der Großauktion vor neun Jahren. Damals behauptete der spöttelnde Finanzminister Hans Eichel, dass UMTS keinen Mobilfunkstandard bezeichnet, sondern etwas ganz anderes: Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gibt sich jetzt bescheiden. "Wir werden diesmal ein realistischeres Verhalten der Bieter haben als in der Zeit, bevor die Internetblase platzte", sagte Kurth in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Alle vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben bereits Interesse an den neuen Frequenzen angemeldet.
Bei solchen Versteigerungen geht es nicht nur darum, die eigene Frequenzausstattung zu verbessern, sondern auch Konkurrenten vom deutschen Markt fernzuhalten. Im Jahr 2000 hatten viele ausländische Telekommunikationsunternehmen mit deutschen UMTS-Lizenzen geliebäugelt und den Preis bei der Versteigerung in die Höhe getrieben. Zwei Neueinsteiger konnten sogar Frequenzen ersteigern: der Neuanbieter Quam, ein Konsortium der finnischen Sonera und der spanischen Telefónica Móviles, sowie France Télécom über seine Tochterfirma Mobilcom.
Später fehlte ihnen aber das Geld zum Aufbau der Netze und der Markt sah bald wieder aus wie vorher. Die Funkfrequenzen von Quam und Mobilcom fielen zurück an den Staat und werden jetzt neu vergeben. Dennoch kann es auch dieses Mal überraschende Teilnehmer bei der Auktion geben, die tiefe Taschen haben und den Preis nach oben treiben. Sunil Mittal, Gründer und Chef des indischen Mobilfunkmarktführers Bharti Airtel, hat schon vor zwei Jahren Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, dass er gern eine Mobilfunklizenz für Deutschland möchte. "Wir könnten deutschen Anbietern zeigen, wie man auch in gesättigten Märkten profitabel wachsen kann", sagte Mittal damals. Er ist einer der reichsten Männer von Indien.
Mehr Informationen:
» Regierungsbeschluss: Digitale Dividende für mobiles Breitband
» Regulierungsbehörden wollen neue Frequenzen für LTE freigeben
» E-Plus testet neue Frequenzen, um DSL-Versorgungslücke zu schließen
» HSDPA mit 21 Mbit/s ab Mitte 2009 in Schweden
» Themen-Channels: Wirtschaft
Quelle: http://www.areamobile.de/news/10752-grer-als-umts-auktion-bundesnetzagentur-plant-grte-versteigerung-aller-zeiten
Kommentar:
Diese Entwicklung wird sicher vor der Grenze nicht Halt machen. Noch einmal meine Positition, da beim izgmf wieder darüber diskutiert wird. Mit einer Grundversorgung z.B. mit GSM mit einem Anbieter könnten auch Betroffene noch leben, es wären gute Standorte mit Minimalbelastung möglich und Handys könnten z.B. für den Notfall, für gelegentliche kurze Gespräche und auch von Geschäftsleuten und Handwerkern genutzt werden. Ein Gegner bin ich bezüglich des jedes Mass verlorenen Aufrüstens, was sich wieder zeigt mit "1000 neue Antennen in der CH in einem Jahr geplant" oder jetzt wieder mit dieser Versteigerung. Die Schuld an dieser Entwicklung kann nicht nur dem Nutzer oder den rein gewinnorientierten Unternehmen gegeben werden, sondern die Verantwortung würde beim Staat liegen, der bei dieser Entwicklung mitkassiert, so dass "Kollateralschäden" von elektrosmogerkrankten Menschen in Kauf genommen werden bzw. versucht wird, diese als "von andern Ursachen, Angsterkrankte" hinzustellen.
Noch gleich zum Aufstellen von Antennen mitten in den Wohngebieten zur "Schonung" der Handynutzer. Dieses Argument ist vor allem eine betreiberfreundliche Ausrede, um die geringere Reichweite von UMTS und die durch Bildchenkram und drahtloses Internet rasch ausgeschöpfte Kapazität der Antennen zu legitimieren. Autobahnen und Kehrichtverbrennungsanlagen gehören ja auch nicht in Wohngebiete. Ein flächendeckendes Dauer-Risiko ohne Entkommen für alle Menschen sollte eine massiv verstärktere Vorsorge haben als ein freiwillig eingegangenes Risiko. Zusammengefasst : Bildchenkram und Internet sollten nur drahtgebunden angeboten werden und DECT und W-Lan keine Dauerstrahler sein.
Elisabeth Buchs