von sunset » 24. März 2006 12:32
Dieses ist die Antwort auf die Frage von Elisabeth Buchs, die sie in diesem Forum am 20. März 2006 an sunset gestellt hat, nämlich: „Es würde mich sehr interessieren, welche Art von Forschung Sie als geeignet erachten würden im Zusammenhang mit Elektrosensibilität (EMISS).“
Sunset stellt hier selbst immer wieder die Frage: „Forschung – wohin?“ Denn es gibt im Voraus keine endgültige Antwort. Im Folgenden schränke ich meine Ausführungen auf das elektromagnetisch induzierte Stresssyndrom ein, und lasse hier genetische Auswirkungen völlig beiseite.
Forschung, die dem Menschen dient, sollte den Dingen auf den Grund gehen, und am Ende die kausalen Zusammenhänge so darstellen, dass Massnahmen zur Gesundung oder Gesunderhaltung in Bezug auf EMISS (Electro-magnetically induced stress syndrome) abgeleitet werden können.
Forschung, die nur der Industrie dient, vernebelt die kausalen Zusammenhänge, neben anderem indem sie diejenigen Wirkungen, die sich nicht länger bestreiten lassen, völlig isoliert so bestätigt und so darstellt, dass deren gesundheitliche Relevanz umso leichter verneint werden kann. Die Veröffentlichung Dutzender, weltweit Tausender von Studienergebnissen aus solcher „Forschung“ dient allein der Propaganda und der Desinformation der Allgemeinheit.
Die Forschung nach den kausalen Zusammenhängen hat zwei Ausgangspunkte: Der erste ist der Eintrag der schädigenden Strahlung in den menschlichen Körper. Hier stellt sich die Aufgabe, eindeutig festzustellen, über welche Organe und auf welche Weise die Strahlung in den Körper eintritt und dort ihre Wirkung entfaltet. Und hier ist auch sofort einem sprachlich bedingten, möglichen Missverständnis vorzubeugen. Der Begriff EMISS kommt aus dem Englischen, wobei das Wort „to induce“ im medizinischen Zusammenhang „herbeiführen, auslösen“ bedeutet. Dieses darf in keinem Fall mit der elektrotechnischen Induktion verwechselt werden – es würde zu kurz greifen, wenn menschliche Organe als gewöhnliche Funk-Empfangsantennen missverstanden würden.
Der andere Ausgangspunkt sind die verursachten Beschwerden, nämlich eben EMISS. Dieses Syndrom eindeutig zu bestimmen wird erschwert, indem sich dessen Einzelsymptome aufgrund der Komplexität und Veränderlichkeit des autonomen Nervensystems und des endokrinen Systems von Person zu Person und auch bei den einzelnen Personen variabel zeigen. Auch die elektromagnetische Strahlung, die auf den Menschen eintrifft, ist in der Realität nicht standardisiert, sondern variiert nach Frequenz, Dauer und Intensität beträchtlich. Hier schlagen wir Voruntersuchungen von betroffenen Einzelpersonen vor, und zwar im Grundsatz möglichst standardisiert, aber mit der Möglichkeit, je nach individueller Situation weitere Untersuchungen durchzuführen und die Strahlung zu variieren. Denn nachgeholt werden muss systematische Forschung im Sinn von neugieriger Suche. In dieser Phase werden die Probanden in möglichst standardisierten Situationen vor, während und nach einer Bestrahlung genau untersucht, und zwar durch exakte Messungen und Beobachtungen auf autonome Reaktionen, auf Hormonausschüttungen und auf Veränderung kognitiver Fähigkeiten, sowie durch möglichst standardisierte Befragung, aber zusätzlich mit offener Fragestellung, namentlich zur subjektiven Befindlichkeit. Die zunächst für alle Probanden standardisierte Strahlung wird – auch aufgrund der Angaben der Probanden zu den typischen Auslösern von EMISS beim Probanden - in Stärke, Dauer und Frequenz so lange variiert, bis die Wirkungen beim Individuum möglichst eindeutig sind. Es geht hier nicht darum, die Probanden so lange mit Strahlung zu bombardieren, bis sie überhaupt reagieren, bzw. bis sie krank werden, sondern es geht darum, die individuell unterschiedliche Reaktion der Betroffenen auf unterschiedliche Strahlungsimmission angemessen zu berücksichtigen. Die Art der Bestrahlung muss dabei exakt protokolliert werden, was folgerichtig nur in elektromagnetisch einwandfrei abgeschirmten Labors möglich ist. Leider werden die meisten derartigen Labors durch Aufträge der Mobilfunkindustrie ausgelastet und besetzt.
Nachdem auf die erwähnte Weise ein grösserer oder kleinerer gemeinsamer Nenner von EMISS gefunden werden kann, muss dieser durch doppelblinde Studien in elektromagnetisch vollständig kontrollierter Umgebung bestätigt werden. Hierzu reicht wie oben dargetan die übliche, nur 10 bis 20 Minuten dauernde schwache Bestrahlung mit GSM-Strahlung nicht aus, denn nicht nur diese Strahlung kann EMISS auslösen. Solche Versuche dienen auch nicht der Erforschung von EMISS, sondern dessen Leugnung.
Wichtig ist dabei, dass nicht die Industrie oder von ihr durch Zahlung oder sonst wie beeinflusste Forscher das Forschungsprozedere bestimmen und die Probanden auswählen und untersuchen, sondern dass dieses durch neutrale, wissenschaftlich auf Augenhöhe mit den Wissenschaftlern der Industrie stehende Forscher erfolgt.
Dieses sind erst zwei von zahlreichen möglichen Wegstrecken auf dem möglicherweise noch langen und beschwerlichen Weg zum Ziel, die Kausalität lückenlos darzustellen, bzw. EMISS zu objektivieren, so dass die Betroffenen sich nicht länger als Hypochonder und noch schlimmer zu bezeichnen lassen brauchen.
Fortsetzung folgt.
Dieses ist die Antwort auf die Frage von Elisabeth Buchs, die sie in diesem Forum am 20. März 2006 an sunset gestellt hat, nämlich: „Es würde mich sehr interessieren, welche Art von Forschung Sie als geeignet erachten würden im Zusammenhang mit Elektrosensibilität (EMISS).“
Sunset stellt hier selbst immer wieder die Frage: „Forschung – wohin?“ Denn es gibt im Voraus keine endgültige Antwort. Im Folgenden schränke ich meine Ausführungen auf das elektromagnetisch induzierte Stresssyndrom ein, und lasse hier genetische Auswirkungen völlig beiseite.
Forschung, die dem Menschen dient, sollte den Dingen auf den Grund gehen, und am Ende die kausalen Zusammenhänge so darstellen, dass Massnahmen zur Gesundung oder Gesunderhaltung in Bezug auf EMISS (Electro-magnetically induced stress syndrome) abgeleitet werden können.
Forschung, die nur der Industrie dient, vernebelt die kausalen Zusammenhänge, neben anderem indem sie diejenigen Wirkungen, die sich nicht länger bestreiten lassen, völlig isoliert so bestätigt und so darstellt, dass deren gesundheitliche Relevanz umso leichter verneint werden kann. Die Veröffentlichung Dutzender, weltweit Tausender von Studienergebnissen aus solcher „Forschung“ dient allein der Propaganda und der Desinformation der Allgemeinheit.
Die Forschung nach den kausalen Zusammenhängen hat zwei Ausgangspunkte: Der erste ist der Eintrag der schädigenden Strahlung in den menschlichen Körper. Hier stellt sich die Aufgabe, eindeutig festzustellen, über welche Organe und auf welche Weise die Strahlung in den Körper eintritt und dort ihre Wirkung entfaltet. Und hier ist auch sofort einem sprachlich bedingten, möglichen Missverständnis vorzubeugen. Der Begriff EMISS kommt aus dem Englischen, wobei das Wort „to induce“ im medizinischen Zusammenhang „herbeiführen, auslösen“ bedeutet. Dieses darf in keinem Fall mit der elektrotechnischen Induktion verwechselt werden – es würde zu kurz greifen, wenn menschliche Organe als gewöhnliche Funk-Empfangsantennen missverstanden würden.
Der andere Ausgangspunkt sind die verursachten Beschwerden, nämlich eben EMISS. Dieses Syndrom eindeutig zu bestimmen wird erschwert, indem sich dessen Einzelsymptome aufgrund der Komplexität und Veränderlichkeit des autonomen Nervensystems und des endokrinen Systems von Person zu Person und auch bei den einzelnen Personen variabel zeigen. Auch die elektromagnetische Strahlung, die auf den Menschen eintrifft, ist in der Realität nicht standardisiert, sondern variiert nach Frequenz, Dauer und Intensität beträchtlich. Hier schlagen wir Voruntersuchungen von betroffenen Einzelpersonen vor, und zwar im Grundsatz möglichst standardisiert, aber mit der Möglichkeit, je nach individueller Situation weitere Untersuchungen durchzuführen und die Strahlung zu variieren. Denn nachgeholt werden muss systematische Forschung im Sinn von neugieriger Suche. In dieser Phase werden die Probanden in möglichst standardisierten Situationen vor, während und nach einer Bestrahlung genau untersucht, und zwar durch exakte Messungen und Beobachtungen auf autonome Reaktionen, auf Hormonausschüttungen und auf Veränderung kognitiver Fähigkeiten, sowie durch möglichst standardisierte Befragung, aber zusätzlich mit offener Fragestellung, namentlich zur subjektiven Befindlichkeit. Die zunächst für alle Probanden standardisierte Strahlung wird – auch aufgrund der Angaben der Probanden zu den typischen Auslösern von EMISS beim Probanden - in Stärke, Dauer und Frequenz so lange variiert, bis die Wirkungen beim Individuum möglichst eindeutig sind. Es geht hier nicht darum, die Probanden so lange mit Strahlung zu bombardieren, bis sie überhaupt reagieren, bzw. bis sie krank werden, sondern es geht darum, die individuell unterschiedliche Reaktion der Betroffenen auf unterschiedliche Strahlungsimmission angemessen zu berücksichtigen. Die Art der Bestrahlung muss dabei exakt protokolliert werden, was folgerichtig nur in elektromagnetisch einwandfrei abgeschirmten Labors möglich ist. Leider werden die meisten derartigen Labors durch Aufträge der Mobilfunkindustrie ausgelastet und besetzt.
Nachdem auf die erwähnte Weise ein grösserer oder kleinerer gemeinsamer Nenner von EMISS gefunden werden kann, muss dieser durch doppelblinde Studien in elektromagnetisch vollständig kontrollierter Umgebung bestätigt werden. Hierzu reicht wie oben dargetan die übliche, nur 10 bis 20 Minuten dauernde schwache Bestrahlung mit GSM-Strahlung nicht aus, denn nicht nur diese Strahlung kann EMISS auslösen. Solche Versuche dienen auch nicht der Erforschung von EMISS, sondern dessen Leugnung.
Wichtig ist dabei, dass nicht die Industrie oder von ihr durch Zahlung oder sonst wie beeinflusste Forscher das Forschungsprozedere bestimmen und die Probanden auswählen und untersuchen, sondern dass dieses durch neutrale, wissenschaftlich auf Augenhöhe mit den Wissenschaftlern der Industrie stehende Forscher erfolgt.
Dieses sind erst zwei von zahlreichen möglichen Wegstrecken auf dem möglicherweise noch langen und beschwerlichen Weg zum Ziel, die Kausalität lückenlos darzustellen, bzw. EMISS zu objektivieren, so dass die Betroffenen sich nicht länger als Hypochonder und noch schlimmer zu bezeichnen lassen brauchen.
Fortsetzung folgt.