von The Future's black » 20. September 2006 21:49
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© Berner Zeitung; 20.09.2006; Seite 21
BZ-Stadt Bern BZ-ST-Aufschlagseite
Mobilfunk
Aufforsten im Antennenwald
Natelantennen gehören nach Ansicht vieler Menschen nicht in Wohngebiete. Stimmt nicht, sagen die Betreiber. Die Masten gehörten dahin, wo telefoniert wird. Darum gibts heute schon 500 Antennen in der Stadt.
Das Breitenrainquartier steht kopf. 2800 Flugblätter wurden in den letzten Wochen verteilt, diverse Sitzungen einberufen und Dutzende Einsprachen verfasst. Der Grund: ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne. Obschon heute in der Schweiz rund 6,3 Millionen Menschen mit dem Handy telefonieren und die Technik ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, hat sich in Bezug auf die Sendemasten noch längst kein Gewöhnungseffekt eingestellt. «Wo eine Natelantenne gebaut wird, gibt es in der Regel Widerstand», weiss Gianni Semadeni vom städtischen Bauinspektorat. Das war bei der ersten Antenne in den Siebzigerjahren so, und das ist heute, bei Antenne Nummer 1300 im Kanton Bern, nicht anders. Doch der Widerstand ist in den meisten Fällen vergebens. «9 von 10 Gesuchen entsprechen allen Vorschriften und werden aller Einsprachen zum Trotz bewilligt», sagt Semadeni.
Ein Ende ist nicht absehbar
Mittlerweile stehen allein in der Stadt Bern über 500 Sendeanlagen, schätzt Peter Matti vom Amt für Berner Wirtschaft, Geschäftsbereich Immissionsschutz. 36 Baugesuche sind derzeit bei der Stadt hängig. Und laufend kommen neue hinzu. «Die Betreiber haben zwar längst eine vollkommene Ab-deckung erreicht», sagt Matti. «Aber ihre Netze stossen an Kapazitätsgrenzen.» Ähnlich wie eine Strasse nur bedingt Autos aufnehme, so könne auch eine Mobilfunkantenne nur eine gewisse Zahl Natels bedienen. Fazit: «Wo viel telefoniert wird, braucht es viele Antennen.» So sind beispielsweise in der Innenstadt, zwischen Bahnhof und Nydeggbrücke, bereits rund 80 Sender installiert (siehe Grafik). Denn alle wollen hier telefonieren: Geschäftsleute, Private und Touristen. Und alle wünschen einen guten Empfang.
Für die grosse Antennen-dichte in der City gibt es aber gemäss Matti noch einen weiteren Grund: «In der Altstadt braucht es viele kleine Microantennen, da aus Denkmalschutzgründen keine grossen, leistungsstarken Sender gebaut werden dürfen», erklärt der Fachmann.
Wildwuchs in der Altstadt
Ein Ende des Aufforstens sei noch nicht abzusehen, bestätigt Willy Koch von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Swisscom. «Wegen der steigenden Nachfrage werden wir unser Mobilnetz auch in Zukunft noch verdichten müssen.» Was neue Technologien und Systeme künftig für einen Einfluss auf die Infrastruktur haben werden, das könne heute noch niemand abschätzen. «Da müsste man schon ein Prophet sein.»
Warum aber bauen die Betreiber Swisscom, Sunrise, Orange und Tele 2 alle ihre eigenen Anlagen, fragt sich so mancher. Wäre es nicht einfacher, ästhetischer und günstiger, alle Sender auf einem einzigen Masten zu installieren? «Klar», sagt Willy Koch. «Aber dann würden sich die Sendeleistungen addieren, und wir würden die Immissionsgrenzwerte am jeweiligen Standort überschreiten.»
Widerstand ungebrochen
Stefan Tschanz kennt die Erklärungen mittlerweile alle. Trotzdem wehrt sich der Breitenrain-Bewohner gegen die geplante Orange-Antenne an der Scheibenstrasse. «Die Langzeitschäden für die Menschen lassen sich noch nicht abschätzen», sagt er. «Aber die Schäden für uns Liegenschaftsbesitzer sind schon da: Wohnungen in der Nähe von Antennen lassen sich nicht vermieten, die Häuser verlieren an Wert.»
Pascal Schwendener
Bewilligungs-Moratorium
Tabu auf Stadt-Häusern
«Nachdem das Moratorium für Mobilfunkantennen ausgelaufen ist, kommt jetzt eine ganze Welle von Baugesuchen bei uns rein», sagt Gianni Semadeni vom städtischen Bauinspektorat. Der Gemeinderat hatte im März entschieden, hängige Baugesuche von Mobilfunkanbietern vorderhand zu sistieren. Er begründete das Moratorium mit dem weit verbreiteten Unbehagen gegenüber Mobilfunkantennen in der Bevölkerung. «In der Stadt Bern zeigt sich dies an der grossen Anzahl Einsprachen, welche jeweils gegen ein Bauprojekt für eine neue Antenne eingehen.» Argumentiert werde jeweils, dass die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit zu wenig erforscht seien. Diesen Bedenken gelte es Rechnung zu tragen.
Stadtpräsident Alexander Tschäppät setzte sich damit über die Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt hinweg. Mit harschen Worten hat im April die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons auf das städtische Moratorium reagiert. Sie beschied dem Gemeinderat, dass die Stadt kein Sonderzüglein fahren dürfe. Eine Einigung blieb aus. Jetzt stritten sich die Parteien vor dem Verwaltungsgericht weiter, hiess es gestern bei der Stadtverwaltung. Vorderhand seien darum keine Gesuche bewilligt worden. Klar aber ist: Mobilfunk-antennen auf städtischen Liegenschaften wird es auch in Zukunft keine geben. Schliesslich braucht es zum Bau einer Anlage in jedem Fall das Einverständnis der Hauseigentümer. pas
Gesundheit
Natels machen heisse Köpfe
Die Strahlung von UMTS-Mobilfunkantennen hat keinen negativen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bund anerkannte, jüngst veröffentlichte Studie der ETH Zürich. Bezüglich Elektrosmog seien Mobiltelefone mit grossem Abstand die stärkste Expositionsquelle. Oder anders gesagt: Wer mit seinem Handy (je nach Typ) zwei bis vierzig Sekunden lang telefoniert, könnte sich genauso gut 24 Stunden im Umkreis einer grossen Natelantenne aufhalten. pas
Die Handy-Zeppeline im All
Ein Zeppelin im All statt Hunderte Antennen auf der Erde: Ein Schweizer will die Mobilfunktechnologie revolutionieren.
Kamal Alavi will die Übertragung digitaler Daten auf den Kopf stellen. Seine Vision: Ein 60 Meter langes, mit Helium gefülltes Luftschiff steigt auf über 20 000 Meter Höhe. Es trägt Sender, welche die Strahlung für den Handyverkehr aussenden, sodass Antennen auf der Erd-oberfläche überflüssig würden.
Wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtet, startet Alavis Firma Stratxx bereits diese Woche die ersten Versuche im Raum Zug. «Wenns klappt, wird das eine Revolution sein», so Alavi. Die Technologie sei nicht nur gut, sondern auch günstig. So koste ein Stratosphärenballon wie die X-Station zwischen 30 und 40 Millionen Franken. Eine Handyantenne komme im Vergleich auf 300 000 Franken, ein Satellit auf 600 Millionen Franken zu stehen. Einige wenige Ballone würden reichen, um ein Land mit Mobilfunk abzudecken. Von der Erfindung könnten insbesondere Afrika und China profitieren. «Mit der X-Station wäre ein Land dort in ein paar Tagen versorgt», ist Kamal Alavi überzeugt. pas
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© Der Bund; 20.09.2006; Seite 27
Kanton
Der Bund
Planung statt Antennensalat
BURGDORF · Der Gemeinderat muss abklären, ob die Stadt Burgdorf für ihr Gebiet eine Planung von Antennenstandorten aller Art erlassen kann. Ein diesbezügliches Postulat der GFL-Fraktion hat der Stadtrat einstimmig überwiesen. Es gehe nicht darum, den Bau von Antennen zu verhindern, sagte Postulant Christoph Grimm. «Man sollte aber etwas tun, damit nicht bald an jeder Ecke eine Antenne steht.» Mit dem Erlass von Planungszonen für Antennen solle die Stadt Klarheit darüber erhalten, wo noch Antennen aufgestellt werden könnten. «Es geht darum, den Antennensalat einzudämmen.»
Bauvorsteher Markus Grimm (fdp) zeigte sich namens des Gemeinderats bereit, den Vorstoss seines Bruders «im Sinne einer Zeichensetzung» entgegenzunehmen. Allerdings wolle der Gemeinderat zunächst abwarten, wie der Kanton in einem hängigen ähnlichen Verfahren betreffend die Gemeinde Lyss entscheidet. Grundsätzlich müssten die planerischen Rahmenbedingungen für den Antennenbau aber auf Kantons- und Bundesebene geklärt werden, sagte Markus Grimm. (bwb)
................................................................................................© Neue Luzerner Zeitung; 20.09.2006; Seite 18
Luzerner Zeitung Forum
Gesundheitliche Probleme wegen Strahlungen?
Zum Thema
«Computer an der Primarschule?»,
Wer heutzutage gegen den Einsatz von Computern an der Primarschule ist, hat einen schweren Stand. Herrscht doch die Meinung, ohne PC-Unterricht hätten unsere Kinder weniger Erfolg im Leben.
Aber haben sich auch wirklich die massgebenden Politikerinnen und Politiker, Lehrerinnen und Lehrer auseinander gesetzt mit dem Bildschirmumgang und dessen Folgen für das kindliche Gehirn?
Manfred Spitzer forscht seit Jahren vernetzt mit Kollegen auf der ganzen Welt über die Hirnentwicklung im Zusammenhang mit den Bildschirmmedien. M. Spitzer studierte Medizin, Psychologie, Philosophie. Seit 1997 ist er Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm. Vor zwei Jahren gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, das helfen soll, die Erkenntnisse der Hirnforschung in der Schule umzusetzen. 2005 erschien sein Buch «Vorsicht Bildschirm».
Dieses Buch müsste Pflichtlektüre sein für alle, die über den Einsatz von Computern an der Primarschule zu bestimmen haben. Erst dann sollte die Entscheidung getroffen werden nur zum Wohl der kindlichen Entwicklung.
Kathrin Auf der Maur, Luzern
Vom Wesentlichsten bei der Verwendung von Computern auf Primarstufe wird nicht gesprochen, nämlich, wie starker Strahlung Kinder, die noch in der Entwicklung sind, durch solche «Lehrmittel» ausgesetzt werden dürfen.
Es geht vor allem um die Frage, ob Computer angeschafft werden, die verkabelt sind oder ob drahtlose Vernetzung vom Computern (Wireless Local Area Network, WLAN) vorgesehen ist.
WLAN nutzt eine hochfrequent gepulste Strahlung im Mikrowellenbereich, wie wir dies auch bei Handys, Dect-Schnurlostelefonen (Mobilstationen) und bei den Mobilfunkantennen haben. Die strahlende WLAN-Karte des Computers befindet sich nahe am Körper. Hinzu kommen noch die im Dauerbetrieb sendenden Access Points, die für den Datentransfer installiert werden müssen.
Schon jetzt gibt es wegen dieser gepulsten Strahlungsquellen viele gesundheitliche Probleme, wie z. B. irreparable Zellschädigungen, Schwächung des Immunsystems und dadurch Erkrankung an schwersten Infektionen, gehäuft plötzlicher Herztod und Hirnblutungen, Burnout-Syndrom, Leukämie (in meinem Bekanntenkreis innert eines halben Jahres gleich drei Fälle), Fingerkrebs, Blutbildveränderungen usw. Die gepulste Strahlung durchdringt Wände und verstrahlt auch andere Klassenzimmer. Es liegt nun an allen Verantwortlichen, zu entscheiden, ob und was für Computer allenfalls eingesetzt werden sollen oder ob die Gesundheit der Kinder und des Lehrpersonals Vorrang hat.
Brigitta Triebold, Luzern
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Antenne bewilligt
Spreitenbach. - Der Gemeinderat erteilt Tele 2 die Baubewilligung für die Mobilfunkantenne an der Bahnhofstrasse 61. Vor einem Jahr hatte er das Baugesuch sistiert und beim Kanton Aargau interveniert. Der liess jedoch nichts von sich hören. Ausserdem weist der Gemeinderat darauf hin, dass er keine Handhabe habe, das Gesuch abzulehnen. (net)
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© Berner Zeitung; 20.09.2006; Seite 21
BZ-Stadt Bern BZ-ST-Aufschlagseite
Mobilfunk
Aufforsten im Antennenwald
Natelantennen gehören nach Ansicht vieler Menschen nicht in Wohngebiete. Stimmt nicht, sagen die Betreiber. Die Masten gehörten dahin, wo telefoniert wird. Darum gibts heute schon 500 Antennen in der Stadt.
Das Breitenrainquartier steht kopf. 2800 Flugblätter wurden in den letzten Wochen verteilt, diverse Sitzungen einberufen und Dutzende Einsprachen verfasst. Der Grund: ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne. Obschon heute in der Schweiz rund 6,3 Millionen Menschen mit dem Handy telefonieren und die Technik ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, hat sich in Bezug auf die Sendemasten noch längst kein Gewöhnungseffekt eingestellt. «Wo eine Natelantenne gebaut wird, gibt es in der Regel Widerstand», weiss Gianni Semadeni vom städtischen Bauinspektorat. Das war bei der ersten Antenne in den Siebzigerjahren so, und das ist heute, bei Antenne Nummer 1300 im Kanton Bern, nicht anders. Doch der Widerstand ist in den meisten Fällen vergebens. «9 von 10 Gesuchen entsprechen allen Vorschriften und werden aller Einsprachen zum Trotz bewilligt», sagt Semadeni.
Ein Ende ist nicht absehbar
Mittlerweile stehen allein in der Stadt Bern über 500 Sendeanlagen, schätzt Peter Matti vom Amt für Berner Wirtschaft, Geschäftsbereich Immissionsschutz. 36 Baugesuche sind derzeit bei der Stadt hängig. Und laufend kommen neue hinzu. «Die Betreiber haben zwar längst eine vollkommene Ab-deckung erreicht», sagt Matti. «Aber ihre Netze stossen an Kapazitätsgrenzen.» Ähnlich wie eine Strasse nur bedingt Autos aufnehme, so könne auch eine Mobilfunkantenne nur eine gewisse Zahl Natels bedienen. Fazit: «Wo viel telefoniert wird, braucht es viele Antennen.» So sind beispielsweise in der Innenstadt, zwischen Bahnhof und Nydeggbrücke, bereits rund 80 Sender installiert (siehe Grafik). Denn alle wollen hier telefonieren: Geschäftsleute, Private und Touristen. Und alle wünschen einen guten Empfang.
Für die grosse Antennen-dichte in der City gibt es aber gemäss Matti noch einen weiteren Grund: «In der Altstadt braucht es viele kleine Microantennen, da aus Denkmalschutzgründen keine grossen, leistungsstarken Sender gebaut werden dürfen», erklärt der Fachmann.
Wildwuchs in der Altstadt
Ein Ende des Aufforstens sei noch nicht abzusehen, bestätigt Willy Koch von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Swisscom. «Wegen der steigenden Nachfrage werden wir unser Mobilnetz auch in Zukunft noch verdichten müssen.» Was neue Technologien und Systeme künftig für einen Einfluss auf die Infrastruktur haben werden, das könne heute noch niemand abschätzen. «Da müsste man schon ein Prophet sein.»
Warum aber bauen die Betreiber Swisscom, Sunrise, Orange und Tele 2 alle ihre eigenen Anlagen, fragt sich so mancher. Wäre es nicht einfacher, ästhetischer und günstiger, alle Sender auf einem einzigen Masten zu installieren? «Klar», sagt Willy Koch. «Aber dann würden sich die Sendeleistungen addieren, und wir würden die Immissionsgrenzwerte am jeweiligen Standort überschreiten.»
Widerstand ungebrochen
Stefan Tschanz kennt die Erklärungen mittlerweile alle. Trotzdem wehrt sich der Breitenrain-Bewohner gegen die geplante Orange-Antenne an der Scheibenstrasse. «Die Langzeitschäden für die Menschen lassen sich noch nicht abschätzen», sagt er. «Aber die Schäden für uns Liegenschaftsbesitzer sind schon da: Wohnungen in der Nähe von Antennen lassen sich nicht vermieten, die Häuser verlieren an Wert.»
Pascal Schwendener
Bewilligungs-Moratorium
Tabu auf Stadt-Häusern
«Nachdem das Moratorium für Mobilfunkantennen ausgelaufen ist, kommt jetzt eine ganze Welle von Baugesuchen bei uns rein», sagt Gianni Semadeni vom städtischen Bauinspektorat. Der Gemeinderat hatte im März entschieden, hängige Baugesuche von Mobilfunkanbietern vorderhand zu sistieren. Er begründete das Moratorium mit dem weit verbreiteten Unbehagen gegenüber Mobilfunkantennen in der Bevölkerung. «In der Stadt Bern zeigt sich dies an der grossen Anzahl Einsprachen, welche jeweils gegen ein Bauprojekt für eine neue Antenne eingehen.» Argumentiert werde jeweils, dass die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit zu wenig erforscht seien. Diesen Bedenken gelte es Rechnung zu tragen.
Stadtpräsident Alexander Tschäppät setzte sich damit über die Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt hinweg. Mit harschen Worten hat im April die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons auf das städtische Moratorium reagiert. Sie beschied dem Gemeinderat, dass die Stadt kein Sonderzüglein fahren dürfe. Eine Einigung blieb aus. Jetzt stritten sich die Parteien vor dem Verwaltungsgericht weiter, hiess es gestern bei der Stadtverwaltung. Vorderhand seien darum keine Gesuche bewilligt worden. Klar aber ist: Mobilfunk-antennen auf städtischen Liegenschaften wird es auch in Zukunft keine geben. Schliesslich braucht es zum Bau einer Anlage in jedem Fall das Einverständnis der Hauseigentümer. pas
Gesundheit
Natels machen heisse Köpfe
Die Strahlung von UMTS-Mobilfunkantennen hat keinen negativen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bund anerkannte, jüngst veröffentlichte Studie der ETH Zürich. Bezüglich Elektrosmog seien Mobiltelefone mit grossem Abstand die stärkste Expositionsquelle. Oder anders gesagt: Wer mit seinem Handy (je nach Typ) zwei bis vierzig Sekunden lang telefoniert, könnte sich genauso gut 24 Stunden im Umkreis einer grossen Natelantenne aufhalten. pas
Die Handy-Zeppeline im All
Ein Zeppelin im All statt Hunderte Antennen auf der Erde: Ein Schweizer will die Mobilfunktechnologie revolutionieren.
Kamal Alavi will die Übertragung digitaler Daten auf den Kopf stellen. Seine Vision: Ein 60 Meter langes, mit Helium gefülltes Luftschiff steigt auf über 20 000 Meter Höhe. Es trägt Sender, welche die Strahlung für den Handyverkehr aussenden, sodass Antennen auf der Erd-oberfläche überflüssig würden.
Wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtet, startet Alavis Firma Stratxx bereits diese Woche die ersten Versuche im Raum Zug. «Wenns klappt, wird das eine Revolution sein», so Alavi. Die Technologie sei nicht nur gut, sondern auch günstig. So koste ein Stratosphärenballon wie die X-Station zwischen 30 und 40 Millionen Franken. Eine Handyantenne komme im Vergleich auf 300 000 Franken, ein Satellit auf 600 Millionen Franken zu stehen. Einige wenige Ballone würden reichen, um ein Land mit Mobilfunk abzudecken. Von der Erfindung könnten insbesondere Afrika und China profitieren. «Mit der X-Station wäre ein Land dort in ein paar Tagen versorgt», ist Kamal Alavi überzeugt. pas
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© Der Bund; 20.09.2006; Seite 27
Kanton
Der Bund
Planung statt Antennensalat
BURGDORF · Der Gemeinderat muss abklären, ob die Stadt Burgdorf für ihr Gebiet eine Planung von Antennenstandorten aller Art erlassen kann. Ein diesbezügliches Postulat der GFL-Fraktion hat der Stadtrat einstimmig überwiesen. Es gehe nicht darum, den Bau von Antennen zu verhindern, sagte Postulant Christoph Grimm. «Man sollte aber etwas tun, damit nicht bald an jeder Ecke eine Antenne steht.» Mit dem Erlass von Planungszonen für Antennen solle die Stadt Klarheit darüber erhalten, wo noch Antennen aufgestellt werden könnten. «Es geht darum, den Antennensalat einzudämmen.»
Bauvorsteher Markus Grimm (fdp) zeigte sich namens des Gemeinderats bereit, den Vorstoss seines Bruders «im Sinne einer Zeichensetzung» entgegenzunehmen. Allerdings wolle der Gemeinderat zunächst abwarten, wie der Kanton in einem hängigen ähnlichen Verfahren betreffend die Gemeinde Lyss entscheidet. Grundsätzlich müssten die planerischen Rahmenbedingungen für den Antennenbau aber auf Kantons- und Bundesebene geklärt werden, sagte Markus Grimm. (bwb)
................................................................................................© Neue Luzerner Zeitung; 20.09.2006; Seite 18
Luzerner Zeitung Forum
Gesundheitliche Probleme wegen Strahlungen?
Zum Thema
«Computer an der Primarschule?»,
Wer heutzutage gegen den Einsatz von Computern an der Primarschule ist, hat einen schweren Stand. Herrscht doch die Meinung, ohne PC-Unterricht hätten unsere Kinder weniger Erfolg im Leben.
Aber haben sich auch wirklich die massgebenden Politikerinnen und Politiker, Lehrerinnen und Lehrer auseinander gesetzt mit dem Bildschirmumgang und dessen Folgen für das kindliche Gehirn?
Manfred Spitzer forscht seit Jahren vernetzt mit Kollegen auf der ganzen Welt über die Hirnentwicklung im Zusammenhang mit den Bildschirmmedien. M. Spitzer studierte Medizin, Psychologie, Philosophie. Seit 1997 ist er Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm. Vor zwei Jahren gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, das helfen soll, die Erkenntnisse der Hirnforschung in der Schule umzusetzen. 2005 erschien sein Buch «Vorsicht Bildschirm».
Dieses Buch müsste Pflichtlektüre sein für alle, die über den Einsatz von Computern an der Primarschule zu bestimmen haben. Erst dann sollte die Entscheidung getroffen werden nur zum Wohl der kindlichen Entwicklung.
Kathrin Auf der Maur, Luzern
Vom Wesentlichsten bei der Verwendung von Computern auf Primarstufe wird nicht gesprochen, nämlich, wie starker Strahlung Kinder, die noch in der Entwicklung sind, durch solche «Lehrmittel» ausgesetzt werden dürfen.
Es geht vor allem um die Frage, ob Computer angeschafft werden, die verkabelt sind oder ob drahtlose Vernetzung vom Computern (Wireless Local Area Network, WLAN) vorgesehen ist.
WLAN nutzt eine hochfrequent gepulste Strahlung im Mikrowellenbereich, wie wir dies auch bei Handys, Dect-Schnurlostelefonen (Mobilstationen) und bei den Mobilfunkantennen haben. Die strahlende WLAN-Karte des Computers befindet sich nahe am Körper. Hinzu kommen noch die im Dauerbetrieb sendenden Access Points, die für den Datentransfer installiert werden müssen.
Schon jetzt gibt es wegen dieser gepulsten Strahlungsquellen viele gesundheitliche Probleme, wie z. B. irreparable Zellschädigungen, Schwächung des Immunsystems und dadurch Erkrankung an schwersten Infektionen, gehäuft plötzlicher Herztod und Hirnblutungen, Burnout-Syndrom, Leukämie (in meinem Bekanntenkreis innert eines halben Jahres gleich drei Fälle), Fingerkrebs, Blutbildveränderungen usw. Die gepulste Strahlung durchdringt Wände und verstrahlt auch andere Klassenzimmer. Es liegt nun an allen Verantwortlichen, zu entscheiden, ob und was für Computer allenfalls eingesetzt werden sollen oder ob die Gesundheit der Kinder und des Lehrpersonals Vorrang hat.
Brigitta Triebold, Luzern
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Antenne bewilligt
Spreitenbach. - Der Gemeinderat erteilt Tele 2 die Baubewilligung für die Mobilfunkantenne an der Bahnhofstrasse 61. Vor einem Jahr hatte er das Baugesuch sistiert und beim Kanton Aargau interveniert. Der liess jedoch nichts von sich hören. Ausserdem weist der Gemeinderat darauf hin, dass er keine Handhabe habe, das Gesuch abzulehnen. (net)
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