Workshop Mobilfunk in Nürnberg

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Re: Workshop Mobilfunk in Nürnberg

von sunset » 23. Oktober 2006 14:19

Das Thema und die Folien von Dr. Röösli wurden kürzlich auch im Forum von www.izgmf.de (nicht mit izmf.de verwechseln!) unter dem Titel "IZMF - Kein nachweis für Gesundheitsschäden" diskutiert. Dort haben Teilnehmer unter anderem vorgebracht:

- Dr. phil. Röösli ist nicht Mediziner, auch wenn alle seine Kollegen, die meist auch nicht Mediziner sind, den Anschein fördern, er sei einer. Was er medizinisch vorbringt sind folglich nur die Ansichten eines medizinischen Laien, und entsprechend zu werten. Er äussert sich aber trotzdem zu medizinischen Themen, und gibt Ärzten Therapieempfehlungen, wie eben kognitive Verhaltenstherapie beim Psychiater.

- Bei der angeblichen schweizerischen "Wiederholung" der TNO-Studie, bei welcher er auch mit dabei war, wurde nur zum x-ten Mal "wissenschaftlich festgestellt", dass der Mensch nicht ein sechstes Sinnesorgan speziell für Handystrahlung besitzt. Daraus leitet er logisch völlig falsch ab, dass es gesundheitliche Effekte von Handystrahlung überhaupt nicht geben kann. Und wenn, dann sind die gemeldeten Effekte nur das Produkt von Angst und gehören durch kognitive Verhaltenstherapie vom Psychiater "behandelt".
_____

Es wäre vielleicht eine Idee, welche den Betroffenen helfen könnte, wenn alle diese dubiosen Studien systematisch auf Schwächen untersucht und kritisiert würden, und wenn diese Kritiken an einem zentralen Ort gesammelt würden. Daneben sollte auch eine Sammlung von allen dubiosen medizinischen Empfehlungen erstellt werden. Dann wüssten die Betroffenen, was auf sie zukommen kann, wenn sie sich für ärztliche Hilfe an bestimmte Stellen wenden.

Workshop Mobilfunk in Nürnberg

von Elisabeth Buchs » 23. Oktober 2006 11:07

"Zum Bauchweh kriegen" schreibt Dietrich Moldan über diesen Workshop, wo sich auf Einladung des izmf und der Forschungsgemeinschaft Funk 60 Mobilfunkexperten und Entscheidungsträger ausgetauscht haben.
Pressemeldung des izmf www.izmf.de/html/de/47462

Tagungsmappe mit Zusammenfassungen der Vorträge:
http://www.faf.de/fup/tagung/Dokumente/ ... 061007.pdf

Das Phänomen "elektromagnetische Hypersensibilität" von Martin Röösli
http://www.fgf.de/fup/tagung/Dokumente/ ... ilität.pdf

Als Elektrosensible/Elektrosmog-Geschädigte möchte ich einige Gedanken zum Vortrag von Herrn Röösli äussern.

Interessant ist S. 6 in der Tagungsmappe, dass die Anzahl sich als gesundheitlich Beeinträchtigte durch elektromagnetische Felder bezeichnende in Deutschland von 6 % im Jahr 2001 auf 10 % im 2005 zugenommen hat.

Auf S. 11 steht: Mehr Gesundheitsprobleme der EHS gegenüber der Allgemeinbevölkerung. Soll dies suggerieren, dass wir einfach die kränkeren Leute sind, unabhängig von EMF. Wie ja auch in der TNO-"Replikation" versucht wurde, die gesundheitlichen Beschwerden der uns bekannten Probanden als von EMF unabhängig hinzustellen. Dabei zeigen viele Erfahrungen von mir und andern Betroffenen, dass die von EMF verursachten gesundheitlichen Beschwerden verschwinden, wenn wir aus dem Elektrosmog heraus sind.

Auf S. 14 wird erwähnt, dass es unterschiedliche Sensibilitäten gibt z.B. Hitze- und Kälteempfindlichkeit und dass nicht jeder Raucher einen Lungenkrebs bekomme und die Determinanten der unterschiedlichen Sensibilitäten.

Wenn man die auf S. 18/19 erwähnten Studien ansieht, fällt auf, dass diese aus Expositiondauern von 2 Minuten bis 60 Minuten oft in mehreren Durchgängen besteht. Obwohl ich mich zu den stark sensiblen Betroffenen zähle, dauert es meistens mindestens zwei Stunden, bis ich negativ auf Befeldung reagiere und wirkt einige Zeit nach. Andere Betroffene merken die Befeldung nicht, es geht ihnen nur zunehmend schlechter. Ausnahme bei mir manchmal beim Autofahren, wo ich jedoch mittels Messgerät eine Zeitverschobenheit festgestellt habe und wenn die Befeldung stark genug ist und lange genug andauert, bleiben die Kopfschmerzen z.B. nach einer Fahrt einen ganzen Tag entlang von Antennen auf der Autobahn.

Die auf S. 23 erwähnte QUEBEB-Studie erweckt den Anschein, dass dieses Studiendesign mit Einbezug der subjektiv wahrgenommenen Nähe einer Mobilfunkantenne entsprechend vorgesehen wurde zur Relativierung von Studien wie Santini, Hutter und Waldmann-Selsam.

Zur Hutter-Studie auf S. 29 wird der Effekt auf die Schlafqualität verneint, wobei versucht wurde, diesen Effekt mittels Einbezug der Angst-Theorie zu relativieren. Ausserdem wird die Frage nach Selektionsbias und Zufallsbefunden gestellt.

Auch das Erwähnen des bei allen Menschen vorhandenen Placebo- und Nocebo-Effekts fehlt nicht. Dass es Menschen gibt, die Angst haben vor den Antennen, 53 % Besorgte, bestreitet niemand, was ein weiterer Grund ist, das massive Aufrüsten zu stoppen, aber die Elektrosensibilität kann nicht rein mit der Angst erklärt werden. So hatte ich z.B. keine Angst vor Ausgleichsströmen, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt und bin dennoch krank geworden davon.
Auf S. 31 kommt die unvermeidliche Verhaltenstherapie ins Spiel, vermutlich mit der Absicht den Eindruck einer psychischen Komponente reinzubringen, ohne es explizit so zu äussern.

Zum Schluss wird daraus gefolgert: Keine Evidenz, dass es eine biologisch begründete Sensibilität gibt, die dazu führt, dass EHS-Personen anders auf EMF reagieren als nicht-sensible Personen. Mir ist nicht bekannt, dass ausser den Provokationstests von wenigen Minuten bis höchstens eine Stunde sonst bei Elektrosmog-Geschädigten überhaupt nach biologischen Parametern gesucht wurde. Immer mehr sieht es so aus, wie wenn es in der Forschung vor allem noch darum geht, den "bisherigen" Stand der Wissenschaft zu bestätigen durch entsprechend angelegte Studien, statt nach der Wahrheit zu suchen.

Wenn wir Elektrosmog-Geschädigten und alle die das masslose Aufrüsten ablehnen, nur von einem unbelasteten Ort aus zusehen könnten, ob, wann, auf welche Art und ab welchen Werten es die resistenteren Ignoranten auch erwischt, ohne schon vorher mit unserer Gesundheit und unserem Leben dafür bezahlen zu müssen.

Elisabeth Buchs

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