von conviva » 2. Juni 2019 10:35
Zeitgenössischer Journalismus als Vehikel der Volksbelehrung durch die Exekutive
Bemerkenswerte Sätze von von Horand Knaup und Hartmut Palmer, zwei ehemaligen Spiegel-Redakteuren, in einem einem taz-Artikel zum Relotuis-Skandal.
Wo sich der Journalismus in seiner Rolle als Wächter politischer Prozesse bewähren soll, werden die Lücken immer größer
https://www.taz.de/Relotius-Skandal-bei ... +Relotius/
Während die Reportage im deutschen Journalismus eine enorme Aufwertung erfuhr, wurde die Aufklärung vernachlässigt: Das Erforschen und Beschreiben von Ist-Zuständen, das Aufdecken von Problemen, die nicht gleich Skandale sind, das Aufspüren gesellschaftlicher Fehlentwicklungen, von Unzulänglichkeiten in Institutionen und Ministerien – nicht nur beim Spiegel, sondern überall in der Branche wurde es kleingeschrumpft.
Ministerien wie die für Forschung oder Entwicklungszusammenarbeit werden nur noch sporadisch beobachtet, Ressorts wie Umwelt, Verkehr oder auch die Bahn nur noch gelegentlich begleitet. Wo sich der Journalismus in seiner Rolle als Wächter politischer Prozesse bewähren soll, werden die Lücken immer größer.
Entlarvend ist da eine kleine Lästerei, die einem Berliner Spitzenbeamten dieser Tage im Hintergrundgespräch entglitt: „Die Journalisten wissen nichts mehr. Wir halten Lehrstunden ab, wenn wir uns zu Hintergrundrunden mit ihnen zusammensetzen.“ Der Mann ist entspannt: „Für uns macht es das Leben natürlich einfacher.“
[size=150][u]Zeitgenössischer Journalismus als Vehikel der Volksbelehrung durch die Exekutive [/u][/size]
Bemerkenswerte Sätze von von Horand Knaup und Hartmut Palmer, zwei ehemaligen Spiegel-Redakteuren, in einem einem taz-Artikel zum Relotuis-Skandal.
[i][b]Wo sich der Journalismus in seiner Rolle als Wächter politischer Prozesse bewähren soll, werden die Lücken immer größer[/b][/i]
https://www.taz.de/Relotius-Skandal-beim-Spiegel/!5595360&s=Eitelkeit+Relotius/
[i]Während die Reportage im deutschen Journalismus eine enorme Aufwertung erfuhr, wurde die Aufklärung vernachlässigt: Das Erforschen und Beschreiben von Ist-Zuständen, das Aufdecken von Problemen, die nicht gleich Skandale sind, das Aufspüren gesellschaftlicher Fehlentwicklungen, von Unzulänglichkeiten in Institutionen und Ministerien – nicht nur beim Spiegel, sondern überall in der Branche wurde es kleingeschrumpft.
Ministerien wie die für Forschung oder Entwicklungszusammenarbeit werden nur noch sporadisch beobachtet, Ressorts wie Umwelt, Verkehr oder auch die Bahn nur noch gelegentlich begleitet. Wo sich der Journalismus in seiner Rolle als Wächter politischer Prozesse bewähren soll, werden die Lücken immer größer.
Entlarvend ist da eine kleine Lästerei, die einem Berliner Spitzenbeamten dieser Tage im Hintergrundgespräch entglitt: „Die Journalisten wissen nichts mehr. Wir halten Lehrstunden ab, wenn wir uns zu Hintergrundrunden mit ihnen zusammensetzen.“ Der Mann ist entspannt: „Für uns macht es das Leben natürlich einfacher.“[/i]