von Evi » 27. August 2004 12:49
Lieber Herr Meyer
Über die Solidarität der Menschen nachzudenken, zeigt, wie schizophren die ganze Situation ist: Wenn es irgendwo auf der Welt eine Flutkatastrophe, ein schweres Erdbeben, ein Lawinenunglück, eine Hungersnot gibt, so greift der Schweizer in den Sack und spendet, um irgendwo auf der Welt den Menschen in ihrem Unglück zu helfen. Hier wird Solidarität gross geschrieben und auch gelebt.
Wenn die Nächsten, seine Nachbarn, Kinder, Alte, Kranke nachts nicht mehr schlafen, weil sie von den Strahlen des nahen Senders wach gehalten werden, wenn sie unter Dauerkopfschmerzen, Tinnitus, Bluthochdruck leiden oder gar Leukämie oder Hirntumore bekommen, um nur ein paar dieser Folgen zu nennen, dann rennen sie mit Scheuklappen durch die Gegend. Das ist in der Schweiz nicht anders als anderswo und ein Appell (Florian Speer) geht genauso ins Leere wie überall.
Von der viel gepriesenen Solidariät ist also keine Rede mehr. „Ich will mit dem Handy telefonieren, stets erreichbar sein. Was kümmert es mich, wie es den anderen geht?“, denken sich viele – oft nur solange, bis es sie selbst erwischt. Und selbst dann haben einige Mühe, ihr eigenes Fehlverhalten einzugestehen, die Ursache dort zu suchen, wo sie finden wäre und Handys und DECT-Telefone dorthin zu befördern, wo sie hingehören: in den Sondermüll. Es ist wie mit dem Rauchen. Man weiss, dass es schädlich ist, aber man lässt es trotzdem nicht.....
Dass Eltern, die über die Gefahren informiert sind, es nicht fertig bringen, ihren Kindern kein Handy zu erlauben, ist schon erstaunlich. Haben Eltern, Lehrer, bzw. Schulbehörden nicht mehr die nötige Autorität (zum Teufel mit der ganzen antiautoritären Erziehung!) ihnen Dinge, die ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden, zu untersagen? Oder sind wir schon soweit, dass Eltern nichts mehr zu melden haben, wenn der Junior rauchen und Alkohol trinken, Sexfilme sehen, sich die Nächte in der Disco um die Ohren schlagen will und folglich auch das Handy als reines Spielzeug benutzt?
Wenn wir von Solidarität reden, dann wäre diese also beim Nächsten einzusetzen. Wäre! Aber der Mensch ist ein Herdentier. Was alle haben, das muss er auch haben, was alle tun, das muss er auch tun. Von den Folgen reden wir - wenn überhaupt - später. Aus der Geschichte wird aller Erfahrung nach niemals was gelernt oder dann zu spät. Dafür gibt es genügend Beispiele (siehe posting von Markus)
Eine Situation, in der der Mensch vor Gerichten und Behörden um die Gesundheit und sein Leben kämpfen muss, hatten wir in diesem Ausmass zwar noch nie auf diesem Globus. Dennoch, lieber Herr Meyer: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Daher ist es grundsätzlich falsch, die Flinte ins Korn zu werfen, zu resignieren. Es geht nach der Methode: Steter Tropfen höhlt den Stein. Darum meine Bitte an Sie: Hören Sie nicht auf, anzufangen und fangen Sie nicht an, aufzuhören!
Evi
Lieber Herr Meyer
Über die Solidarität der Menschen nachzudenken, zeigt, wie schizophren die ganze Situation ist: Wenn es irgendwo auf der Welt eine Flutkatastrophe, ein schweres Erdbeben, ein Lawinenunglück, eine Hungersnot gibt, so greift der Schweizer in den Sack und spendet, um irgendwo auf der Welt den Menschen in ihrem Unglück zu helfen. Hier wird Solidarität gross geschrieben und auch gelebt.
Wenn die Nächsten, seine Nachbarn, Kinder, Alte, Kranke nachts nicht mehr schlafen, weil sie von den Strahlen des nahen Senders wach gehalten werden, wenn sie unter Dauerkopfschmerzen, Tinnitus, Bluthochdruck leiden oder gar Leukämie oder Hirntumore bekommen, um nur ein paar dieser Folgen zu nennen, dann rennen sie mit Scheuklappen durch die Gegend. Das ist in der Schweiz nicht anders als anderswo und ein Appell (Florian Speer) geht genauso ins Leere wie überall.
Von der viel gepriesenen Solidariät ist also keine Rede mehr. „Ich will mit dem Handy telefonieren, stets erreichbar sein. Was kümmert es mich, wie es den anderen geht?“, denken sich viele – oft nur solange, bis es sie selbst erwischt. Und selbst dann haben einige Mühe, ihr eigenes Fehlverhalten einzugestehen, die Ursache dort zu suchen, wo sie finden wäre und Handys und DECT-Telefone dorthin zu befördern, wo sie hingehören: in den Sondermüll. Es ist wie mit dem Rauchen. Man weiss, dass es schädlich ist, aber man lässt es trotzdem nicht.....
Dass Eltern, die über die Gefahren informiert sind, es nicht fertig bringen, ihren Kindern kein Handy zu erlauben, ist schon erstaunlich. Haben Eltern, Lehrer, bzw. Schulbehörden nicht mehr die nötige Autorität (zum Teufel mit der ganzen antiautoritären Erziehung!) ihnen Dinge, die ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden, zu untersagen? Oder sind wir schon soweit, dass Eltern nichts mehr zu melden haben, wenn der Junior rauchen und Alkohol trinken, Sexfilme sehen, sich die Nächte in der Disco um die Ohren schlagen will und folglich auch das Handy als reines Spielzeug benutzt?
Wenn wir von Solidarität reden, dann wäre diese also beim Nächsten einzusetzen. Wäre! Aber der Mensch ist ein Herdentier. Was alle haben, das muss er auch haben, was alle tun, das muss er auch tun. Von den Folgen reden wir - wenn überhaupt - später. Aus der Geschichte wird aller Erfahrung nach niemals was gelernt oder dann zu spät. Dafür gibt es genügend Beispiele (siehe posting von Markus)
Eine Situation, in der der Mensch vor Gerichten und Behörden um die Gesundheit und sein Leben kämpfen muss, hatten wir in diesem Ausmass zwar noch nie auf diesem Globus. Dennoch, lieber Herr Meyer: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Daher ist es grundsätzlich falsch, die Flinte ins Korn zu werfen, zu resignieren. Es geht nach der Methode: Steter Tropfen höhlt den Stein. Darum meine Bitte an Sie: Hören Sie nicht auf, anzufangen und fangen Sie nicht an, aufzuhören!
Evi