von The Future's Black » 2. September 2004 12:08
© Mittelland Zeitung; 02.09.2004
Baden Tabloid
Mobilfunkantennen wachsen ungeregelt in den Himmel
AZ 26. 8. Der Artikel «Wir haben Angst, dass es gefährlich ist» zeigt das Dilemma der Behörden und das Unbehagen der Bevölkerung auf. Auf der einen Seite möchte man mit dem Handy telefonieren, auf der anderen Seite will man möglichst keine Antennenstrahlung. Obwohl vom Bundesgericht zugelassen, hat es die Politik versäumt, auf Gemeindeebene Bau- und Nutzungsvorschriften zu erlassen und Antennenstandorte darin zu regeln. Das Resultat ist Wildwuchs. Persönlich vermisse ich aktives politisches Handeln. Ich bin überzeugt, dass sich Lösungen finden lassen, welche den Betreibern eine vernünftige Netzabdeckung erlauben und der Angst der Bevölkerung vor Strahlung Rechnung tragen.
Die Sunrise AG beabsichtigt im Stadion Altenburg, Wettingen, eine UMTS/GSM Antennenanlage mit 6 Antennen aufzustellen. Dagegen wurden letztes Jahr über 300 Einsprachen erhoben. Das Grundstück gehört der Gemeinde und ist an den FC Wettingen verpachtet. Sowohl Sunrise AG wie Gemeinde betonten von Anfang an, die Interessen und Bedenken der Anwohner ernst zu nehmen. Bei der Einigungsverhandlung gab die Sunrise AG zu, dass ihr bestehendes GSM-Netz in Wettingen genügt und auch in Zukunft keine Engpässe zu erwarten sind. Beim UMTS-Netz beklagte sich Sunrise sogar darüber, dass sie nur aufgrund der UMTS-Lizenzverträge mit dem Bund gezwungen ist, die Anlage zu bauen. Es bestehe kein tatsächlicher Bedarf. Im Sinne eines konstruktiven Kompromisses schlugen die Anwohner die Aufteilung der Anlage auf drei (statt einen) Beleuchtungsmasten vor. Dies hätte die maximale Strahlenbelastung der Anwohner um das Vierfache reduziert. Die Gemeinde bewilligte die Anlage ohne Auflagen mit der Begründung, dass die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten seien und ihr deshalb die Hände gebunden sind. Wohlverstanden, der Gemeinde gehört das Land, auf dem gebaut werden soll, und der Gemeinderat stimmte dem Standort ursprünglich auch wegen des Arguments zu, dass man als Grundeigentümer zusätzliche Auflagen durchsetzen kann. Trotz mehrmaligem Nachfragen verweigerte die Gemeinde jede Auskunft über die Vertragsparteien. Es ist nicht klar, wer die Vertragsparteien sind. Die Vermutung liegt nahe, dass der FC Wettingen in beträchtlichem Masse finanziell vom Gemeindeeigentum profitiert. Dies ist sowohl im Interesse der Gemeinde, welche den FC unterstützen will, wie des Fussballklubs. Die Auswirkungen der Anlage auf die Anwohner sind aller Rhetorik zum Trotz völlig nebensächlich. Der Gemeinderat hat sich durch seine Passivität und seine Informationspolitik selbst disqualifiziert und jeder Glaubwürdigkeit beraubt. Dabei wäre eine Kompromisslösung durch die Verteilung der Anlage auf verschiedene Masten naheliegend und möglich gewesen. Gefordert waren nur etwas Mut und Augenmass. Solange Politiker opportunistisch entscheiden und auf vernünftige Kompromissvorschläge nicht eingehen, wird sich der Antennenwald nicht lichten und die Bevölkerung bleibt verunsichert.
Alexander Stuck, Wettingen
© Mittelland Zeitung; 02.09.2004
Baden Tabloid
Mobilfunkantennen wachsen ungeregelt in den Himmel
AZ 26. 8. Der Artikel «Wir haben Angst, dass es gefährlich ist» zeigt das Dilemma der Behörden und das Unbehagen der Bevölkerung auf. Auf der einen Seite möchte man mit dem Handy telefonieren, auf der anderen Seite will man möglichst keine Antennenstrahlung. Obwohl vom Bundesgericht zugelassen, hat es die Politik versäumt, auf Gemeindeebene Bau- und Nutzungsvorschriften zu erlassen und Antennenstandorte darin zu regeln. Das Resultat ist Wildwuchs. Persönlich vermisse ich aktives politisches Handeln. Ich bin überzeugt, dass sich Lösungen finden lassen, welche den Betreibern eine vernünftige Netzabdeckung erlauben und der Angst der Bevölkerung vor Strahlung Rechnung tragen.
Die Sunrise AG beabsichtigt im Stadion Altenburg, Wettingen, eine UMTS/GSM Antennenanlage mit 6 Antennen aufzustellen. Dagegen wurden letztes Jahr über 300 Einsprachen erhoben. Das Grundstück gehört der Gemeinde und ist an den FC Wettingen verpachtet. Sowohl Sunrise AG wie Gemeinde betonten von Anfang an, die Interessen und Bedenken der Anwohner ernst zu nehmen. Bei der Einigungsverhandlung gab die Sunrise AG zu, dass ihr bestehendes GSM-Netz in Wettingen genügt und auch in Zukunft keine Engpässe zu erwarten sind. Beim UMTS-Netz beklagte sich Sunrise sogar darüber, dass sie nur aufgrund der UMTS-Lizenzverträge mit dem Bund gezwungen ist, die Anlage zu bauen. Es bestehe kein tatsächlicher Bedarf. Im Sinne eines konstruktiven Kompromisses schlugen die Anwohner die Aufteilung der Anlage auf drei (statt einen) Beleuchtungsmasten vor. Dies hätte die maximale Strahlenbelastung der Anwohner um das Vierfache reduziert. Die Gemeinde bewilligte die Anlage ohne Auflagen mit der Begründung, dass die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten seien und ihr deshalb die Hände gebunden sind. Wohlverstanden, der Gemeinde gehört das Land, auf dem gebaut werden soll, und der Gemeinderat stimmte dem Standort ursprünglich auch wegen des Arguments zu, dass man als Grundeigentümer zusätzliche Auflagen durchsetzen kann. Trotz mehrmaligem Nachfragen verweigerte die Gemeinde jede Auskunft über die Vertragsparteien. Es ist nicht klar, wer die Vertragsparteien sind. Die Vermutung liegt nahe, dass der FC Wettingen in beträchtlichem Masse finanziell vom Gemeindeeigentum profitiert. Dies ist sowohl im Interesse der Gemeinde, welche den FC unterstützen will, wie des Fussballklubs. Die Auswirkungen der Anlage auf die Anwohner sind aller Rhetorik zum Trotz völlig nebensächlich. Der Gemeinderat hat sich durch seine Passivität und seine Informationspolitik selbst disqualifiziert und jeder Glaubwürdigkeit beraubt. Dabei wäre eine Kompromisslösung durch die Verteilung der Anlage auf verschiedene Masten naheliegend und möglich gewesen. Gefordert waren nur etwas Mut und Augenmass. Solange Politiker opportunistisch entscheiden und auf vernünftige Kompromissvorschläge nicht eingehen, wird sich der Antennenwald nicht lichten und die Bevölkerung bleibt verunsichert.
Alexander Stuck, Wettingen