Roggwil: «Jetzt ist genug!»

Antwort erstellen


Um automatische Eingaben zu unterbinden, müssen Sie die nachfolgende Aufgabe lösen.
Smilies
:D :) :( :o :shock: :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen:

BBCode ist eingeschaltet
[img] ist eingeschaltet
[flash] ist ausgeschaltet
[url] ist eingeschaltet
Smilies sind eingeschaltet

Die letzten Beiträge des Themas
   

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: Roggwil: «Jetzt ist genug!»

Roggwil: «Jetzt ist genug!»

von The Future's Black » 22. November 2004 12:11

«Jetzt ist genug!»

«Sunrise» will eine 25-Meter-Antenne auf Roggwiler Gemeindeboden bauen - geschädigt wären Bewohner von Berg, Arbon und Steinach

«Lieber heiliger Sankt Florian, verschon’ mein Haus vom Feuerhahn - zünde lieber andere an.» Jeder kennt den Spruch. Sankt-Florians-Politik wird der Politischen Gemeinde Roggwil vorgeworfen.

Gerold Huber
Zwei Kantone kommen beim Autobahnzubringer Landquart-Morgental zusammen, aber auch die Gemeinden Roggwil, Berg, Arbon und Steinach. Am äussersten Gemeindezipfel von Roggwil soll nun eine Mobilfunkantenne aufgestellt werden. Bergs Gemeindepräsident Paul Huber ist verärgert: «Wir stellen fest, dass sich im besonders gefährdeten Radius von rund 900 Meter ausschliesslich Wohngebiete der Gemeinden Berg SG, Steinach und Arbon befinden.» Umgekehrt sei kein Wohngebiet der Gemeinde Roggwil in jener Zone. Zudem sei die Gemeinde Roggwil Eigentümerin des Landes, auf welchem die Antenne stehen soll (Areal der Kurt Eberle AG, gegenüber dem «McDonald’s» beim Autobahnzubringer).

Der Gemeinderat von Berg habe die Gemeinde Roggwil als Grundeigentümerin bereits vorher gebeten, das Vorhaben des Mobilfunkanbieters Sunrise zu verhindern. «Leider ohne Erfolg», sagt Huber. Jetzt hat der Berger Gemeinderat in Roggwil Einsprache erhoben: «Zum Schutz der Einwohner und der erhaltens- und schützenswerten Schlosslandschaft Hahnberg wie auch für eine gesunde Weiterentwicklung unserer Gemeinde.»

«Zu Lasten der anderen»

«Jetzt ist genug!», sagt auch Robert Bamert. Er hat gemeinsam mit seiner Frau und den Nachbarn Dölf Röösli und Regula Streit eine Einsprache eingereicht. Die Empörung ist gross. «Mobilfunkantenne Roggwilerwiesen - nein!» steht über einer Sammeleinsprache zuhanden des Roggwiler Gemeinderats, unterzeichnet von 163 Bewohnern aus Berg, Steinach und Arbon. Ein Vorwurf darin: «Nachdem sich vehementer Widerstand in Kreisen der Roggwiler Bevölkerung gegen zwei geplante Mobilfunkantennen mobilisiert hat, soll nun offenbar nach dem St.-Florians-Prinzip die eigene Bevölkerung zu Lasten der umliegenden Gemeinden geschont werden. Es ist festzustellen, dass sich im besonders belasteten (und daher Einsprache-berechtigten) Umkreis von 918 Metern ausschliesslich Wohngebiete der Gemeinden Berg SG, Steinach SG und Arbon TG befinden, jedoch keine der Gemeinde Roggwil!»

Grundversorgung reicht

«Der Zugang zum Mobilfunk-netz in unserer Gegend ist ausreichend», schreibt das Aktionskomitee. «Die Errichtung einer zusätzlichen Antenne dient rein kommerziellen Interessen und nicht der Grundversorgung.» Umgekehrt sei der Wertverlust von Liegenschaften im Umfeld von Mobilfunkantennen beträchtlich, «in der Regel zu 30 Prozent des Verkaufswerts». Und offenbar habe der Schweizer Bundesrat die Problematik von zu hohen Grenzwerten erkannt (NZZ vom 9.11.04: Der Bundesrat will die mit der Mobiltelefonie verbundenen möglichen Risiken für die Gesundheit quantifizieren und verringern). Gegenwärtig betrage der Grenzwert in der Schweiz 5V/m. Das österreichische Bundesland Salzburg habe kürzlich - nach Auswertung ei-ner Studie über Gesundheitsstörungen im Umfeld von Mobilfunkantennen - den Grenzwert für solche Anlagen auf 0,06 V/m gesenkt.

Nationale Bedeutung

Die «Sunrise»-Planer werden es schwer haben mit ihrer Mobilfunk-Antenne im Morgental: Der Kleine Hahnberg (über der geplanten Anlage) steht unter Bundesschutz. Das Inventar der geschützten Ortsbilder der Schweiz ISOS sieht für die Schlosslandschaft mit dem Grossen und dem Kleinen Hahnberg eine Einstufung von nationaler Bedeutung vor. Aus Schutzgründen beispielsweise wurde deshalb die Nationalstrasse «Südumfahrung Arbon» ins Terrain abgesenkt. Und mittels Rekurs konnte dort ein 25-Meter-McDonald’s-Werbeturm verhindert werden.

Lärm, Abgase ...

Die Einsprecher der am Roggwiler Gemeinderand geplanten Sunrise-Mobilfunkantenne stützen sich auf das Natur- und Heimatschutzgesetz sowie auf das Umweltschutzgesetz des Bundes, auf das Planungs- und Baugesetz des Kantons Thurgau und auf Artikel 684 des Schweizer Zivilgesetzbuches. «Die Wohngebiete der Einsprecher sind bereits heute von vielen sich überlagernden Immissionen betroffen», schreiben sie und nennen «Lärm und Abgase von der Autobahn, Schiess-lärm von der Anlage Tälisberg (200 Schiessanlässe pro Jahr), Fluglärm infolge der Anflugschneise nach Altenrhein, Abfälle vom McDonald’s-Restaurant entlang den Strassen, Nachtlärm von den Roggwilerwiesen durch Anlässe wie City Night Pub.» Sie befürchten weitere gesundheitliche Belas-tungen durch Strahlung. (ger)

Nach oben