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SBB bauen tausend neue Antennen

von The Future's Black » 25. November 2004 12:00

© Aargauer Zeitung / MLZ; 23.11.2004

Aargau Zeitung

SBB bauen tausend neue Antennen

Öffentliche Auflage Baugesuch für neuen Bahnfunk auf der Linie Pratteln-Wettingen

Der alte Bahnfunk hat ausgedient, für den neuen braucht es rund 1000 zusätzliche Antennen. 25 davon für die favorisierte Linie Pratteln-Brugg-Wettingen. Die SBB wollen in nur fünf Jahren den neuen Funk auf 3000 Kilometern einführen. Kosten: 375 Millionen Franken.

hans lüthi

Das Baugesuch für die 25 neuen Funkantennen GSM-R ist in 23 Aargauer Gemeinden für die wichtige Güterverkehrslinie durchs Fricktal via Bözberg nach Brugg und Wettingen öffentlich aufgelegt. Bis im Jahr 2009/10 soll der alte Analogfunk auf dem 3000 Kilometer langen SBB-Netz ersetzt werden. «Jetzt geht es um die ersten 300 Kilometer», sagt SBB-Sprecher Christian Kräuchi. Und erklärt den Zweck des Technologiesprungs im Funkverkehr, der nach internationalen Standards für die Bahnzukunft aufgebaut wird. «Das ist ein echter Fortschritt, der neue Funk löst nicht nur Baufunk, Rangierfunk und Zugfunk ab, er wird sich auch für die Übertragung von Daten einsetzen lassen», betont Kräuchi. Weil höchste Dringlichkeit besteht, ist eine Verschiebung aus Spargründen kein Thema mehr, «die nötigen 375 Millionen Franken für das ganze Netz sind bewilligt». Es wird auch immer schwieriger, für die analogen Systeme überhaupt noch Ersatzteile zu bekommen.

Bedingung für schnellere Fahrweise

Der neue Zugfunk ist bereits auf zwei Strecken eingebaut: auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist, die ab 12. Dezember noch für zwei Jahre mit dem alten System und darum «nur» mit Tempo 160 statt mit 200 fährt. Und auf der Versuchsstrecke Zofingen-Sempach, auf welcher die SBB negativ in die Schlagzeilen gerieten, weil die Kinderkrankheiten zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen führten. Für das zukunftsträchtige ETCS (European Train Control System) leisteten die Bundesbahnen wertvolle Pionierarbeit. Der Einsatz auf der Neubaustrecke ist laut Kräuchi weiterhin in zwei Jahren geplant, also ab dem Fahrplanwechsel für 2007. Mit dem neuen Bahnfunk können auch die ETCS-Daten vom Stellwerk zur Lokomotive übertragen werden. «Die Einführung dieses Systems ist aber auf der Linie Pratteln- Wettingen nicht sofort vorgesehen», betont der SBB-Sprecher.

Die europakompatible Zugsicherung ist mit ein Grund für die Prioritäten beim Bau der rund 1000 Antennen auf dem SBB-Netz. In Wirklichkeit sind es noch deutlich mehr, weil die SBB auch die Federführung für die Ausrüstung der 900 Kilometer Privatbahnen übernommen haben.

Im ersten Schritt soll der neue Zugfunk auf der Nord-Süd-Achse, der Strecke Basel-Zürich und Basel-Luzern- Bern gebaut werden, «bis Ende 2005», präzisiert Kräuchi. Als zweiter Schritt folgt die S-Bahn, dann die südlichen Teile von Gotthard und Lötschberg, am Schluss die Linien westlich von Bern und östlich von Winterthur.

Hohe Zuverlässigkeit ist wichtig

Der Antennenwald wird kräftig weiter wachsen, für den Zugfunk braucht es etwa alle drei Kilometer eine Antenne, auf der Ausbaustrecke im Aargau zwischen 18 und 32 Meter hoch. Von all den vielen Natel-Antennen kann der Bahnfunk leider nicht profitieren. Kräuchis Begründung: «Wir brauchen eine Topversorgung mit viel höheren Standards an die Verfügbarkeit, weil es um betriebs- und sicherheitsrelevante Systeme geht.» Die Sicherheit sei zwar bei einem Ausfall nicht an sich gefährdet, «aber es kommt zu einem Unterbruch, der Zug steht still». Das wollen die SBB verständlicherweise vermeiden. Die Leistungen der GSM-R-Antennen sind 50 bis 70 Prozent tiefer als jene der Natelantennen, weil sie ja nur den Korridor der Bahnstrecke abdecken müssen.

Baugesuche für die Bewilligung

Zwischen Kaiseraugst und Wettingen liegen die Baugesuche in den 23 tangierten Gemeinden vom 8. November und bis 7. Dezember öffentlich auf. Obwohl das Verfahren nach Eisenbahngesetz verläuft, sind Einsprachen auch hier möglich, das Bundesamt für Verkehr ist die Bewilligungsinstanz. «Der Bau der Antennen ist keine Hexerei», beschwichtigt Kräuchi. Er sieht auch von der Strahlung her keine Probleme, die Verordnung über nichtionisierende Strahlung werde eingehalten. Die Leistung der Antennen sei viel geringer als bei den privaten Providern.

Unter den Nachbarn ist auch Deutschland fleissig daran, Antennen für den neuen Zugfunk zu erstellen, 24 Länder haben sich auf den gemeinsamen Standard geeinigt.



ZUGFUNK IM AARGAU

Auf der Strecke Pratteln-Brugg- Wettingen sind in den Aargauer Gemeinden 25 Basisstationen für den Zugfunk geplant, teils im Bahnhofgebäude und teils auch auf der Strecke. Gemeinden und genaue Standorte: Kaiseraugst Bahnhof, Rheinfelden bestehender Mast und Bahnhof, Möhlin Bahnhof und Tannenhof, Mumpf Haltestelle, Stein-Säckingen Bahnhof, Eiken Bahnhof, Frick Aussenschrank, Hornussen Kabine, Zeihen Kabine, Villnachern Südportal und Neumühli Kabine, Schinznach-Bad Kabine, Holderbank Kabine, Möriken-Wildegg Kabine, Lupfig Bahnhof, Brugg Kabine, Windisch Kabine, Turgi Bahnhof und Turgi Höll Kabine, Baden Kabine, Wettingen Bahnhof. Die 25 Stationen bestehen aus je einer Funkanlage, Antennenmasten von meist 20 bis 30 Meter Höhe (teilweise bestehende Masten), an 14 Orten mit neuen Aussenkabinen. Gesuchsteller ist die Telecom SBB, Bern. (Lü.)

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