von Gigaherz » 6. Dezember 2004 16:27
Unserem Mitglied Uli Mauch verdanken wir die deutsche Übersetzung des vorhergehenden Beitrags.Danke!
24 Heures, 2.12.2004, S. 37
Broye
Die Antennen von Sottens im Visier
Die Gemeindebehörden "müssen alles tun, damit die elektromagnetischen Immissionen aufhören", so der Beschluss des Generalrats.
In Saint-Cierges wird die Kurzwellenantenne von Sottens nächstens abgebrochen. Aber dies genügt nicht allen: die andern Masten müssen auch verschwinden!
Das ist insbesondere die Meinung des in Saint-Cierges wohnhaften Historikers Jean Pingon. Saint-Cierges ist ein 400-Seelen-Dorf, ein "Opfer der Immissionen des Landessenders", der vier Kilometer entfernt ist. In der Sitzung des Generalrates vom vergangenen Donnerstag hat er eine Motion überweisen lassen, die verlangt, dass "die Bewohner nicht mehr länger den elektromagnetischen Immissionen des Senders ausgesetzt werden".
In dieser Optik fordert der Verfasser der Motion die Gemeindebehörden auf, " alles zu tun, damit diese schädlichen Immissionen aufhören". Umso mehr als die beiden noch aktiven Antennen nur noch dazu dienen, Option Musique zu verbreiten. "Die Verbreitung dieses einzigen Programms stellt kein allgemeines Interesse mehr dar, wie das früher der Fall war", schreibt er. Bei Swisscom Broadcast, der Gesellschaft, die den Landessender betreibt, wollte niemand diese Information kommentieren. Auf Seiten der Gemeindebehörden von Saint-Cierges entfacht die Motion Pingon aufs neue eine mehrere Jahre alte Diskussion betreffend die Mobilfunkantenne, die die Swisscom 1998 auf dem Dach der Schule errichtet hatte.
Verwirrte Geister
"Indem auf die Swisscom Druck gemacht wird - eine ihrer Tochtergesellschaften betreibt den Mast von Saint-Cierges, eine andere den Sender von Sottens - hoffen wir, die Stilllegung einer der zwei Anlagen zu erreichen", erklärt Nicole Gijsbers, Gemeinderätin, die für das Dossier zuständig ist. Messungen des SEVEN (Umwelt- und Energieamt des Kantons Waadt), haben ein elektrisches Feld von maximal 4.3 V/m festgestellt, während der Grenzwert gemäss NISV 4 V/m beträgt. Allerdings gibt das SEVEN zu bedenken:"Die Messungen sind von Sottens beeinflusst."
Grund genug für Verwirrung... Mangels seriöser epidemiologischen Studien führt Jean de Pingon das "Vorsorgeprinzip" ins Feld, wie es in Genf, in gewissen Regionen Frankreichs und im Vatikan praktiziert wird. Es ist nicht das erste Mal dass er als hartnäckiger Verteidiger der Umwelt auftritt. Er war schon Initiant der Resolution, welche die Versetzung der Antenne auf dem Dach der Schule von Saint-Cierges verlangte. "Ich will nicht Don Quichotte spielen, der auf den Landessender losgeht", betont er, "aber da ist doch etwas nicht normal, und wenn ich diesen Kampf führe, so tue ich es für die Kinder." Pingon ist entschlossen, nicht zu kapitulieren und denkt sogar daran, einen regionalen Verein zu reaktivieren, der seit fünfzehn Jahren nicht mehr tätig ist.
Francis Granget
Unserem Mitglied Uli Mauch verdanken wir die deutsche Übersetzung des vorhergehenden Beitrags.Danke!
24 Heures, 2.12.2004, S. 37
Broye
Die Antennen von Sottens im Visier
Die Gemeindebehörden "müssen alles tun, damit die elektromagnetischen Immissionen aufhören", so der Beschluss des Generalrats.
In Saint-Cierges wird die Kurzwellenantenne von Sottens nächstens abgebrochen. Aber dies genügt nicht allen: die andern Masten müssen auch verschwinden!
Das ist insbesondere die Meinung des in Saint-Cierges wohnhaften Historikers Jean Pingon. Saint-Cierges ist ein 400-Seelen-Dorf, ein "Opfer der Immissionen des Landessenders", der vier Kilometer entfernt ist. In der Sitzung des Generalrates vom vergangenen Donnerstag hat er eine Motion überweisen lassen, die verlangt, dass "die Bewohner nicht mehr länger den elektromagnetischen Immissionen des Senders ausgesetzt werden".
In dieser Optik fordert der Verfasser der Motion die Gemeindebehörden auf, " alles zu tun, damit diese schädlichen Immissionen aufhören". Umso mehr als die beiden noch aktiven Antennen nur noch dazu dienen, Option Musique zu verbreiten. "Die Verbreitung dieses einzigen Programms stellt kein allgemeines Interesse mehr dar, wie das früher der Fall war", schreibt er. Bei Swisscom Broadcast, der Gesellschaft, die den Landessender betreibt, wollte niemand diese Information kommentieren. Auf Seiten der Gemeindebehörden von Saint-Cierges entfacht die Motion Pingon aufs neue eine mehrere Jahre alte Diskussion betreffend die Mobilfunkantenne, die die Swisscom 1998 auf dem Dach der Schule errichtet hatte.
Verwirrte Geister
"Indem auf die Swisscom Druck gemacht wird - eine ihrer Tochtergesellschaften betreibt den Mast von Saint-Cierges, eine andere den Sender von Sottens - hoffen wir, die Stilllegung einer der zwei Anlagen zu erreichen", erklärt Nicole Gijsbers, Gemeinderätin, die für das Dossier zuständig ist. Messungen des SEVEN (Umwelt- und Energieamt des Kantons Waadt), haben ein elektrisches Feld von maximal 4.3 V/m festgestellt, während der Grenzwert gemäss NISV 4 V/m beträgt. Allerdings gibt das SEVEN zu bedenken:"Die Messungen sind von Sottens beeinflusst."
Grund genug für Verwirrung... Mangels seriöser epidemiologischen Studien führt Jean de Pingon das "Vorsorgeprinzip" ins Feld, wie es in Genf, in gewissen Regionen Frankreichs und im Vatikan praktiziert wird. Es ist nicht das erste Mal dass er als hartnäckiger Verteidiger der Umwelt auftritt. Er war schon Initiant der Resolution, welche die Versetzung der Antenne auf dem Dach der Schule von Saint-Cierges verlangte. "Ich will nicht Don Quichotte spielen, der auf den Landessender losgeht", betont er, "aber da ist doch etwas nicht normal, und wenn ich diesen Kampf führe, so tue ich es für die Kinder." Pingon ist entschlossen, nicht zu kapitulieren und denkt sogar daran, einen regionalen Verein zu reaktivieren, der seit fünfzehn Jahren nicht mehr tätig ist.
Francis Granget