Mobilfunkantenne wird politisch bekämpft

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Mobilfunkantenne wird politisch bekämpft

von Hidbeeren Salat » 30. August 2007 18:33

Mobilfunkantenne wird politisch bekämpft

In Wiesendangen hat sich gegen eine geplante Mobilfunkantenne Widerstand formiert. Die Gegner wollen ihren Kampf auf politischer Ebene austragen.

WIESENDANGEN – «Die Antennenbaupolitik ist gescheitert», stellt Rolf Truninger fest. Seit zwei Wochen steht er der «Interessengesellschaft Sinnvoller Antenneneinsatz» (IGSA) vor. Eine Gruppe von Wiesendanger Anwohnern hatte diese am 15. August ins Leben gerufen, nachdem bekannt geworden war, dass die Swisscom auf ihrem Grundstück an der Wannenstrasse eine UMTS-Antenne plant. Wie viele Anwohnergemeinschaften wehrt sich auch die IGSA gegen den Bau einer konkreten Mobilfunkantenne: So nah an Kindergarten und Schule und mitten im Siedlungsgebiet sei die Antenne falsch platziert, lautet die Kritik.

Korrektur der Rechtslage

Darüber hinaus ist der Widerstand der IGSA aber allgemeinerer Natur als anderswo. Der Zweck der als Verein organisierten Interessengemeinschaft ist in den Statuten festgehalten. Demnach beabsichtigt die IGSA erstens die Wahrung des Ortsbildes und den Erhalt der Wohnqualität in Wiesendangen, zweitens die Einflussnahme auf die Standortwahl geplanter Antennen und drittens eine «punktuelle Korrektur der Rechtslage».

«Das sind ambitionierte Ziele», gesteht Vereinspräsident Truninger ein. Die IGSA wolle ihren Widerstand allerdings auf anderer Ebene austragen, als das gemeinhin der Fall ist. So hält es Truninger für wenig aussichtsvoll, mit einer Gesundheitsgefährdung zu argumentieren. «Die Grenzwerte sind fixiert, dagegen anzukämpfen, lohnt sich nicht.» Vielmehr sei die Antennenbaupolitik auf politischer Ebene anzugehen. Für die nächste Gemeindeversammlung will er eine Einzelinitiative vorbereiten. Dahinter steht der Gedanke, dass mögliche Standorte für Mobilfunkantennen nach Vorbild der Nutzungsplanung demokratisch bestimmt und die Freiheiten der Netzbetreiber eingeschränkt werden sollten. Einen ähnlichen Vorschlag hatte unlängst auch der Hauseigentümerverband (HEV) formuliert. Im Sinne einer Negativplanung sollen Mobilfunkantennen ausserhalb der Siedlungsgebiete erstellt werden müssen und innerhalb von Baugebieten nur noch ausnahmsweise zulässig sein.

Für Rolf Truninger ist, wie er sagt, der Zeitpunkt gekommen, in dem sich die Politik der Frage der Antennenstandorte und Netzdichte annehmen muss. Nachdem die an die Konzession geknüpfte Bedingung einer 50-prozentigen Abdeckung von den Netzbetreibern erfüllt sei, dürfe man diesen den Bau weiterer Antennen nicht einfach überlassen, während die Leute gleichzeitig die «Faust im Sack machen». Auch für die Netzbetreiber hätte ein planerischer Eingriff nicht nur Nachteile, meint Truninger, zumal diese heute oft aus Sachzwängen heraus einen wenig optimalen Standort wählten.

Organisierter Widerstand

Welche Chancen die IGSA hat, ihre weitreichenden Ziele auf politischem Wege zu erreichen, bleibt abzuwarten. Die ersten Schritte indes haben die Initianten auffallend schnell und zielstrebig unternommen. Keine drei Wochen vergingen vom Zeitpunkt der Bauausschreibung bis zur Gründung des Vereins, der auch bereits über eine eigene Internetadresse verfügt (www.igsa.info). Für den 10. September wurde mit einem Flugblatt ausserdem eine Informationsveranstaltung angekündigt (19.30 Uhr im Singsaal des Schulhauses Wyberg). Unterstützung dürfte die IGSA nebst der Bevölkerung auch von Seiten der Schulbehörde bekommen, welche das Antennenprojekt ebenfalls beobachten und allenfalls rekurrieren möchte. Das Baugesuch befindet sich zurzeit bei Gemeinde und Kanton zur Prüfung.

Auf Anfrage begründet die Swisscom den Standortentscheid wie folgt: Nachdem ein erstes Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde lanciert worden war, scheiterte, habe es zum Standort bei der Telefonzentrale keine Alternative gegeben. Es handle sich um ein kleines Projekt mit UMTS-Technologie. Befürchtungen betreffend Grenzwerte seien unbegründet. lMARC LEUTENEGGER

Der Landbote
30.08.2007

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