Masslosigkeit kommt vor dem Fall

Elisabeth Buchs

Masslosigkeit kommt vor dem Fall

Beitrag von Elisabeth Buchs » 18. Mai 2006 20:44

Gestern war in Rüeggisberg der Vortrag von Herrn H.U. Jakob über die nach 8 Jahren veröffentlichte Schwarzenburg-Studie. Mit einer eindrücklichen Powerpoint-Präsentation zeigte er die wichtigsten Ereignisse der Geschichte des Schwarzenburger-Kurzwellensenders und stellte die Ergebnisse der dritten Schwarzenburg-Studie vor. Was deutlich wurde, wie im Grund genommen die Masslosigkeit diesen Sender zu Fall gebracht hat und zwar wörtlich, die grossen Masten lagen am Boden. Die Pläne, den Sender noch um das 5-fache zu verstärken, brachten in der Bevölkerung das Fass zum Ueberlaufen und führten den Kipp-Punkt herbei.

Wenn nicht vorher, was ich hoffe, ein vernünftigerer Umgang mit Wireless-Technologien angesagt wird, könnte es diesen Technologien ähnlich ergehen. Auch wenn die Mobilfunkindustrie mit ihrer riesigen Finanzmacht mittlerweile wie eine Krake überall ihre Finger drin zu haben scheint, bei der Politik, der Wissenschaft, den Medien usw. und versucht mit allen Mitteln bei der Bevölkerung künstliche Bedürfnisse nach immer noch mehr technischem Schicki-Micki-Bunti-Kram zu fördern, ist doch die Gesundheit sehr vielen Menschen das Wichtigste, Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles andere nichts.

In der Selbsthilfegruppe habe ich von einem jungen, vorher gesunden und vitalen Mann vernommen, der nicht raucht und keinen Alkohol trinkt. Er hält sich zeitweise immer noch in seiner strahlenbelasteten Wohnung auf, in der Nacht im Keller seines ebenfalls strahlenbelasteten Elternhauses und suchte nun wegen Dauermüdigkeit und auch im sportlichen Bereich eingeschränkter Belastbarkeit einen Arzt auf, der eine Leberschädigung feststellte mit unbekannter Ursache, die kaum auf die Behandlungen anspricht.
Eine junge gesunde Frau wohnt seit einigen Jahren in einer Wohnung etwa 100 m von einer Mobilfunkantenne entfernt. Auch sie fühlte eine Dauermüdigkeit und suchte einen Arzt auf. Dieser stellte einen massiven Eisenmangel mit unbekannter Ursache fest, der mittels Infusionen behandelt wird, die Situation hat sich jedoch trotz dieser Therapie kaum verbessert. Sind das wirklich unbekannte Ursachen oder andere Faktoren? Der Mann will nun umziehen und sucht eine elektrosmogarme Wohnung, die Frau versucht es mit Abschirmen, wenn sich die Situation nach einem halben bis ganzen Jahr nicht verbessert, will sie ebenfalls in eine elektrosmogärmere Wohnung umziehen. Doch was ist, wenn es kaum mehr unbelastete Ort mehr gibt, wenn man kaum mehr Vergleiche hat, wie gut es einem gehen würde ohne den Elektrosmog.
Da sieht man wieder, wie nützlich diese ein paar Minuten bis weniger als eine Stunde dauernden Studien nach dem Motto „Spüren Sie was?“ doch sind, die in jeder Literaturstudie wieder aufgewärmt werden – nützlich für die Interessen der Mobilfunkindustrie.

Elisabeth Buchs