Offizielle Feldversuche.....

Rebecca

Offizielle Feldversuche.....

Beitrag von Rebecca » 5. November 2006 10:02

Guter Bericht in der heutigen SonntagsZeitung; es geht zwar vordergründig um die neuen TV-Anbieter (Bluewin-TV), das ist ja auch interessant, aber im Bericht wird ein früherer Nokia-Direktor zum Thema Feldversuche zitiert. Kann man durchaus zum heutigen UMTS beziehen.....

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Wer braucht das alles?

MICHAEL SOUKUP über die Frage, ob Bluewin-TV wirklich ein echtes Bedürfnis ist

Irren ist menschlich. «Eine erstaun­liche Erfindung. Aber wer sollte sie jemals benutzen wollen», sag­te US-Präsident Rutherford B. Hayes über das erste Telefon. «Es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern», mein­te 1943 IBM-Chef Thomas Wat­son. Und Bill Gates war 1981 fel­senfest überzeugt: «640 Kilobyte Arbeitsspeicher ist alles, was ir­gendeine Applikation jemals benö­tigen sollte.» Angesichts solch kolossaler Fehlprognosen wäre es wohl etwas voreilig, Swisscoms «Startschuss in eine neue Dimen­sion des Fernsehens» gleich in Bausch und Bogen zu verdam­men. Dank der interaktiven Mög­lichkeiten des IPTV geht immer­hin ein Menschheitstraum in Er­füllung: jeder Zuschauer sein ei­gener Programmdirektor.

Wie werden neue Technologien adaptiert?
Andererseits: Vor fast genau zwei Jahren brachte Swisscom ein an­deres Akronym – UMTS – auf den Markt. Hat uns die Videotelefonie neue Perspektiven eröffnet? Ha­ben Sie jemals jemanden beim Fernsehschauen auf seinem Han­dy beobachtet?

Wer braucht das alles? Eine fundamentale, aber nie abschlies­send lösbare Frage. Die ursprüng­liche Eigenschaft des Telefons be­friedigt unbestritten ein echtes menschliches Bedürfnis. Mit Aus­nahme von SMS ist der Nutzen der fortgeschrittenen Telefonie hingegen nicht auf Anhieb er­kennbar. Freilich ist nicht nur die Swisscom, sondern die gesamte Hightechbranche mit diesem Di­lemma konfrontiert: Wie werden neue Technologien adaptiert? Sind sie echte Bedürfnisse? Oder werden sie uns gar aufgedrängt? Gefragt, ob die milliardenschwe­ren Investitionen in den breitban­digen Mobilfunkstandard UMTS jemals amortisiert werden, sagte Juhani Kuusi, der frühere Direk­tor des Nokia-Forschungszen­trums: «Theoretische Forschung bringt uns kaum weiter. Zuerst müssen die Netze aufgebaut wer­den, danach können wir Schluss­folgerungen ziehen.»

Trotz teurer Marktforschung («Die Befragten sind unzufrieden mit dem TV-Angebot») blieb auch der Swisscom nicht anderes übrig, als mit Bluewin-TV einen teuren Feldversuch zu starten. «Erfah­rung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer», sagte Thomas Alva Edison. Insofern gilt es, Mil­de walten zu lassen.
Wie echt ist aber ein Bedürfnis, wenn die Nachfrage für Bluewin­ TV erst mit einer aggressiven Mar­keting- Strategie geschaffen wer­den muss? Hätten nicht längst Tausende von unzufriedenen Zu­schauern den Fernsehanstalten die Türen einrennen müssen? Oder diese zumindest mit Fern­sehabstinenz bestrafen sollen?
Ein echtes Bedürfnis stellt zwei­felsohne YouTube dar. Ohne ei­nen Cent für Werbung auszuge­ben, stieg das Videoportal zu ei­ner der meistbesuchten Website auf. Dank dem Mitmachcharak­ter des Internets ist in den USA erstmals die Fernsehnutzung zu­rückgegangen. Das Zeitungsland Schweiz hinkt mit einem täglichen Fernsehkonsum von 3,5 Stunden – oder 12 Jahren während un­seres Lebens – dem Ausland hin­terher. Die Weiterentwicklung des Fernsehens soll dies ändern. Hat ausser der Fernsehbranche und Medienmogul Silvio Berlus­coni jemand ernsthaftes Interes­se an einem Anstieg des Fern­sehkonsums?

Elisabeth Buchs

Re: Offizielle Feldversuche.....

Beitrag von Elisabeth Buchs » 5. November 2006 13:25

Jetzt kommt dann überall DVB-T, es kann mittels Kabelnetz ferngesehen werden. Weshalb denn nun noch Bluewin TV, das nur mehr Störpegel (im Langwellen und Mittelwellenbereich) auf das Telefonnetz bringt, vermutlich ein OFDM-Verfahren. Diese Masslosigkeit, die uns nur vermehrte Gesundheitsprobleme bringen kann und für kaum jemanden einen echten Nutzen bedeutet, verursacht mir richtigen Ueberdruss. Vor allem in den öffentlichen Verkehrsmitteln sind viele Leute dauernd am auf ihr Handy schauen und darauf herumdrücken. Durch UMTS ist die Wut gegen die Antennen erst so richtig entstanden. Auch nicht Betroffene sagen: Wie soll das noch herauskommen?

Nach einer jüngst veröffentlichten Statistik der London Times zeigt sich, dass in den letzten 20 Jahren die Lebenserwartung zwar gestiegen ist, die Jahre, in denen wir vor dem Tod gesund leben, allerdings wesentlich weniger geworden sind.

Damit siechen immer mehr gut ausgebildete und eigentlich vernünftig
lebende Bürger langsam vor sich hin und der Tod kommt erst nach vielen Jahren. Eine Ursache für die Zunahme chronischer Erkrankungen sind heute Schwermetalle, Umweltgifte und immer mehr Elektrosmog.

Wenn ich mir bekannte Betroffene ansehe, ergibt sich genau dieses Bild, dort wo sie jetzt wohnen, geht es ihnen oft nicht gut, doch sie sagen, ich weiss nicht mehr wohin, es kann überall etwas Negatives kommen.

Elisabeth Buchs

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