Studie: Werden Kinder durch Handys krank?

Pesché Jeannot
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Studie: Werden Kinder durch Handys krank?

Beitrag von Pesché Jeannot » 8. April 2007 21:36

Universitätsforscher untersuchen 600 Rosenheimer Kinder und Jugendliche


Rosenheim/Region - Handys und ihre Sendemasten machen krank. Das befürchtet zumindest nach Umfragen bis zu ein Drittel der Bevölkerung. Und gerade in der Region Rosenheim protestieren immer mehr Bürger gegen wohnortnahe Sendemasten - wie zuletzt in Riedering und Bernau (wir berichteten) oder in der vergangenen Woche im Bad Feilnbacher Ortsteil Au.

Wie und ob sich die Mobilfunkstrahlung tatsächlich auf die Gesundheit auswirkt, untersucht seit Ende Februar ein Team des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München unter anderem in der Stadt Rosenheim. Erstmals werden dabei in einer wissenschaftlichen Studie einen Tag lang die persönliche Mobilfunkexposition von 3.000 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren sowie deren Befinden erfasst. «Ein neu entwickeltes Messgerät zeichnet die Strahlung durch Eigen- und Fremdnutzung sowie durch Sendemasten auf», so Silke Thomas vom LMU-Institut für Arbeits- und Umweltmedizin. Seit Anfang 2006 haben bereits etwa 1.500 Kinder und Jugendliche aus München und Augsburg an der so genannten «MobilEe»-Studie teilgenommen. Als dritter Studienort kommt jetzt Rosenheim dazu. Das Bundesamt für Strahlenschutz finanziert die Studie im Rahmen des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms.

«Die Nutzung von Mobilfunktelefonen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, ebenso wie Ängste, dass sich dies vor allem in jungen Jahren negativ auf die Gesundheit der Betroffenen und der Personen im Umkreis auswirken könnte», weiß Thomas. Auch den Mobilfunkbasisstationen, den Sendemasten, würden «vielfach schädliche Strahlen mit krank machender Wirkung» zugeschrieben. «So berichten Betroffene immer wieder von unspezifischen Symptomen, etwa Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Tinnitus», erläutert Thomas, betont aber gleichzeitig: «Eine tatsächliche Beeinträchtigung konnte in Laborversuchen bislang allerdings nicht belegt werden.»

Im Rahmen der Studie «MobilEe» werden in der Stadt Rosenheim bis September 600 vom Einwohnermeldeamt zufällig ausgewählte Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 17 Jahren eingeladen, über 24 Stunden ihre persönliche Mobilfunkexposition messen zu lassen. Die Teilnehmer und gegebenenfalls ihre Eltern werden dann für etwa 45 Minuten zu Themenbereichen befragt, die im Zusammenhang mit Mobilfunkexposition und Befinden wichtig sein könnten. Im Anschluss daran findet die eigentliche Untersuchung statt: Die Probanden tragen für 24 Stunden ein kleines, neu entwickeltes Messgerät bei sich, das laut LMU-Diplom-Pädagogin Thomas Exposition durch Eigennutzung, Fremdnutzung und Sendemasten aufzeichnet. «Während dieser Zeit können und sollen die Kinder und Jugendlichen ihren üblichen Tätigkeiten nachgehen, dabei aber zur Ergänzung Tagebuch führen», so Silke Thomas.

Die personenbezogenen Messungen sollen einen möglichen Zusammenhang zwischen der Exposition durch elektromagnetische Felder und dem persönlichen Befinden untersuchen sowie die Gesamtbelastung der bayerischen Bevölkerung ermitteln helfen. Neben der Auswertung ihrer persönlichen Daten erhalten die Teilnehmer als Dankeschön einen Einkaufsgutschein über 20 Euro.

Die LMU-Studie, deren Ergebnisse Mitte 2008 vorliegen sollen, ist freilich nicht die erste, die sich mit den gesundheitlichen Folgen des Mobilfunks beschäftigt. Seit mehreren Jahrzehnten versuchen Forscher in aller Welt eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Funkwellen zu zeigen. Selten mit Erfolg, denn viele Evaluationen haben bestätigt, dass die geltenden Grenzwerte sicher vor allen wissenschaftlich erfassten Wirkungen schützen. Eines scheint also jetzt schon klar: Der Streit zwischen Mobilfunkanhängern und -gegnern wird auch nach Vorliegen der jetzt in Rosenheim durchgeführten Studie weitergehen.

Quelle: http://www.rosenheimer-nachrichten.de/z ... 12215.html

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Vorsitzender der :EuroTa