http://www.gulli.com/news/japan-rfid-to ... 007-05-16/
Japan RFID-Totalüberwachung im Insel-Testbetrieb
Die totale RFID-Welt wird in einem japanischen Forschungsprojekt geprobt. Vom Gemüse über die Fußgänger bis hin zu den Herzfrequenzen Älterer soll alles drahtlos vernetzt und überwachbar sein. Die "Wireless Zone" soll entweder im Norden Hokkaidos oder auf der Okinawa-Inselkette installiert werden, da dort weniger Interferenzen mit Radiowellen erwartet werden.
Die Überwachungsfreaks wirds freuen: Herztöne von Senioren drahtlos zu überwachen, dürfte dem Volk hervorragend zu verkaufen sein - schließlich dient es der Sicherung, wahrscheinlich kann man solche Projekte auch hervorragend durch mögliche finanzielle Anreize durch die Krankenkassen fördern. Von den Rändern, sagt Foucault, dringt die Überwachung ins Zentrum der Gesellschaft vor - bei Kindern, Alten, Kranken, Kriminellen bis hin zu den Fußgängern.
Denn auch diese werden in der schönen neuen Testumgebung verchippt. Autofahrer werden so vor Fußgängern gewarnt, welche sie ansonsten möglicherweise übersehen könnten. Auch hier fällt die Vorstellung nicht schwer, dass die eine oder andere Haftpflichtversicherung gerne das Bonuspaket für Programmteilnehmer schnüren wird.
Der großartige Nutzen der RFID-Technologie wird spätestens beim verchippten Gemüse offenbar. Beispielsweise übers Handy könne man in der Wireless Zone bei jeder einzelnen Zucchini auslesen, wann und in welchem Land sie angebaut und geerntet wurde.
Damit man sich dann endlich die bewährten, aber hoffnungslos altertümlichen Pappschilder sparen kann, auf denen auch Ältere ohne Hilfsmittel diese immens wichtigen Informationen abrufen können, werden hoffentlich noch zügig altengerechte Handys mit einfach zu bedienender Gemüseinfo-Funktion und großformatigem Display entwickelt.
(Dazu passend:)
http://www.gulli.com/news/kinderueberwa ... 006-06-28/
Kinderüberwachung leichtgemacht RFID-Pilotprojekt an japanischer Schule gestartet
An zwei japanischen Grundschulen startet ein Pilotversuch zur Rundum-Überwachung der Kinder via RFID-Chips und Videoüberwachung. Mit aktiven Funkchips ausgestattet, sind die Kinder sekundengenau jederzeit ortbar. Die Überwachungstechnik wird zur "Beruhigung der Eltern" eingesetzt, die den Aufenthaltsort ihrer Kinder so jederzeit bestimmen können.
Das System der Firma NextCom arbeitet mit aktiven RF Code 303 Mhz Mantis RFID-Chips, die eine Reichweite von ungefähr 90 Metern besitzen. Der Chip sendet jede Sekunde ein Signal, wenn er in Bewegung ist, steht er still, funkt er nur alle zwölfeinhalb Sekunden, um Energie zu sparen.
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Aufgezeichnet wird das Signal wiederum durch Empfänger, die öffentlich aufgestellt werden - Schule wie Schulweg sollen überwacht werden. Zusätzlich scheint das System den Abbildungen der Hersteller zufolge mit Videoüberwachungssystemen ergänzt zu werden.
Die beliebte Sicherheit der Kinder sei nur der Anfang weiterer Begehrlichkeiten, die die Überwachunstechnik wecken wird, so zusammengefasst die Befürchtungen Kai Ravens.
"Ich bin aufgrund etlicher Beobachtungen seit langem der Auffassung, dass viele neue und invasivere Überwachungssysteme und -anwendungen zuerst bei bestimmten Personenkreisen getestet werden, bevor eine breitere Anwendung ins Auge gefasst wird. ...
Dazu zählen Häftlinge, psychisch Erkrankte, die geschlossen behandelt werden, Kinder, Soldaten, sozial Hilfebedürftige, Arbeitslose."
Für Europa könnten die Rahmenbedingungen für eine leichtere Überwachung von Personen mit "geringem gesellschaftlichen Status" demnächst günstig werden. Eine entsprechende Infrastruktur wird momentan in Großbritannien geschaffen. Die Sender/Empfänger des WDirect-Systems sollen als lokal funkende Informationsssysteme beispielsweise Servicedienstleistung im näheren Umkreis auf Mobilgeräten abrufbar machen, wie z.B. auf Handys oder PDAs.
Die Technik, die auf Knopfdruck die nächstgelegene Tankstelle angeben kann, ist jedoch auch für den umgekehrten Datenweg ausgelegt: das Tracking von RFID-getaggten Gütern sowie andererer RFID-Funkchips ist ebenso mit dem System möglich.
In Deutschland dürften die einschlägigen Hardliner allenfalls in Streit darüber geraten, ob man mit einer solchen Technik gleich die Kinder oder lieber zu ihrer Beaufsichtigung verpflichtete Ein-Euro-Jobber überwachen soll.
