Zürichsee-Zeitung
26.10.2007
Handy-Telefonate stören andere Leute
Bei der gegenwärtigen Mobilfunk- Diskussion sind zwei Seiten zu beachten: Die Emissionen der fest montierten Mobilfunkantennen und die der einzelnen Handys. Fest montierte Mobilfunkantennen senden dauernd, 24 Stunden pro Tag, ununterbrochen wird Strahlung abgegeben. Der einzelne Bürger kann nicht selber bestimmen, ob er das will oder nicht. Wer sich im direkten Strahlungsbereich aufhalten muss, ist zu bedauern, er kann (fast) nichts dagegen tun. Er muss die Auswirkungen mit allen Konsequenzen ertragen. Dagegen kann jede Person selber bestimmen, ob sie ein Handy gebrauchen will oder nicht. Natürlich ist die Sendeleistung eines einzelnen Mobiltelefons tiefer als die einer festen Mobilfunkantenne, aber das Gerät befindet sich nur ein paar Zentimeter von seinem Kopf und Hirn entfernt. Während einem Handygespräch ist die direkte Belastung des Körpers durch elektromagnetische Felder um ein Vielfaches höher als im weiteren Umfeld einer festen Antenne. Die Distanz zum Sender macht hier den Unterschied aus. Personen, die sich in der Nähe eines Mobiltelefonierers aufhalten, haben diese Entscheidungsmöglichkeit auch nicht. In geschlossenen Räumen ist der Empfang schlechter als draussen. Da muss das Handy - um den Kontakt mit der Basisstation zu halten - mit höherer Leistung senden. Besonders kritisch wird die Situation im Bahnwagen, im Bus oder im Auto, wo die blecherne Karosserie die Strahlung zum Teil zurück in den Innenraum reflektiert und die darin befindlichen Personen nochmals einer höheren Belastung aussetzt. Der Gebrauch eines Handys entwickelt sich immer mehr auch zu einer Frage der Vernunft - je mehr damit telefoniert wird, desto mehr schädliche Antennen wird es geben -, des Anstands und des Respekts vor andern Personen. Wenn es schon unbedingt ein Handygespräch sein muss, dann bitte etwas Abstand zum Nächsten. Die SBB hat noch vor nicht allzu langer Zeit die Raucherabteile aufgehoben, bald wird sie gezwungen sein, auch handyfreie Wagen zu schaffen, denn Passivtelefonieren ist schädlich und lästig wie Passivrauchen.
Jürg Grest, Rapperswil-Jona