Höchste Vorsicht vor Antennenausbau

U. Frick

Höchste Vorsicht vor Antennenausbau

Beitrag von U. Frick » 28. Oktober 2007 11:09

Die Südostschweiz
27.10.2007

Höchste Vorsicht vor Antennenausbau

An der Oberwiesstrasse 5 möchte die Firma Orange die bestehende GSM-Anlage mit drei UMTS-Antennen aufrüsten. Die Gesamtabstrahlung wird mit 3200 Watt fast doppelt so stark wie heute sein.

Während sich viele Familien aus Jona in den wohlverdienten Ferien befanden, konnten sich die Eltern, deren Kinder ins Schulhaus Bollwies zur Schule gehen, nicht darauf gefasst machen - geschweige denn sich dagegen wehren, dass ihr Kind möglicherweise schon in kürzester Zeit von einer neuen UMTS-Mobilfunkantenne bestrahlt wird. Vor dem Schulhaus, wo die Kinder sich in den Pausen und der Freizeit oft aufhalten, kann die Belastung maximal 3 V/m betragen - ein Wert, bei dem in Studien bereits Krankheitsbilder von Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu einer erhöhten Leukämierate bei Kindern nachgewiesen wurde.

Das Schulhaus Bollwies steht mit dieser Strahlenbelastung nicht alleine da. Sämtliche Schulen und Kindergärten in Rapperswil-Jona befinden sich unter massivem Strahlen-«Beschuss». In solchen Fällen gehen Eltern in anderen Ländern für den Schutz ihrer Kinder auf die Strasse.

Nach dem heute gültigen kantonalen Baugesetz müssen lediglich Grundeigentümer im Umkreis von 30 Metern schriftlich über ein Gesuch informiert werden, was ein Affront gegen die gesundheitsbewusste Bevölkerung ist. In diesem Fall wären bis zum 16. Oktober Anwohner im Umkreis von rund 660 Metern einspracheberechtigt gewesen, doch nicht einmal die Mieter des Antennenstandorts waren informiert. Während die Grenzwertfrage sicher national angegangen werden muss, sollte die vom Kanton vorgegebene und sehr fragwürdige Informationspraxis bei Baugesuchen im Interesse der betroffenen Bevölkerung unbedingt angepasst werden.

Immerhin haben 25 wachsame Bürger rechtzeitig Einsprache erhoben, um das Vermeidbare zu verhindern. Trotz des Erlasses der Planungszone Mobilfunkantennenanlagen, welche ein Errichten von neuen Mobilfunkantennen für die nächsten drei Jahre untersagt, ist es also offenbar noch möglich, dass bestehende Antennen auf- oder umgerüstet werden. Es ist zu hoffen, dass die Grundeigentümerin, eine Immobilien AG aus Meilen, den im Jahr 2011 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern wird. Auf jeden Fall ist nach wie vor höchste Wachsamkeit für allfällige Baugesuche gefragt.

Ortsgruppe Sinnvoller Umgang mit Mobilfunk (SUMM), Rapperswil-Jona

Victor

Re: Höchste Vorsicht vor Antennenausbau

Beitrag von Victor » 29. Oktober 2007 09:22

U. Frick hat geschrieben: kann die Belastung maximal 3 V/m betragen - ein Wert, bei dem in Studien bereits Krankheitsbilder von Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu einer erhöhten Leukämierate bei Kindern nachgewiesen wurde.
Es sollte immer differenziert werden, von welcher Frequenz das elektromagnetische Feld erzeugt wird. In diesem Fall sind es GSM1800 und UMTS mit einem Grenzwert von 6 V/m. GSM900 alleine hätte einen tieferen Grenzwert von 4 V/m zur Folge (wäre also bei gleicher Leistung schlimmer). Darum ist in meinen Augen die Aussage mit den 3 V/m zu unspezifisch.

Hans-U. Jakob
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Re: Höchste Vorsicht vor Antennenausbau

Beitrag von Hans-U. Jakob » 29. Oktober 2007 15:37

Victor hat geschrieben: Es sollte immer differenziert werden, von welcher Frequenz das elektromagnetische Feld erzeugt wird. In diesem Fall sind es GSM1800 und UMTS mit einem Grenzwert von 6 V/m. GSM900 alleine hätte einen tieferen Grenzwert von 4 V/m zur Folge (wäre also bei gleicher Leistung schlimmer). Darum ist in meinen Augen die Aussage mit den 3 V/m zu unspezifisch.
Das sind ICNIRP-Ideen mit dieser Frequenzabhängigkeit.
Die ICNIRP ist für uns ein privater Verein mobilfunkfreundlicher Herren mit Alibidame und mit Sitz in München, dessen Mitglieder sich gegenseitig selbst wählen oder absetzen. Keine Nation der Welt hat die Möglichkeit hier jemanden zu delegieren oder abzuberufen.
Für Gigaherz und alle Schutzorganisationen, die diesen Namen verdienen, gilt über den ganzen Mobilfunkbereich ein Wert von 0.02V/m innen und 0.06V/m aussen als Gesundheitsverträglich. Nur an diesem sind die 3V/m zu messen.
Hans-U. Jakob

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