NFP57 - Mitwirkende - Röösli (3)

Sunset
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NFP57 - Mitwirkende - Röösli (3)

Beitrag von Sunset » 15. Dezember 2007 15:58

Röösli betitelte einen ähnlich aufgebauten Foliensatz für einen Vortrag vom 9. Oktober 2007 in Johannesburg mit der Frage: „Hypersensible Bevölkerungsgruppen – gibt es diese?“ („Hypersensitive subpopulations – Do they exist?“)


Er unterscheidet drei Begriffe, nämlich
1. Elektromagnetische Hypersensibilität (EHS)
2. Elektrosensibilität
3. Idiopathische Umweltintoleranz – speziell Elektromagnetische Felder (IEI-EMF)

( https://www.sabs.co.za/code/johannesburg091007.pdf , Seite 3)

Zum ersten Begriff, zur elektromagnetischen Hypersensibilität (EHS) schreibt Röösli:

- EHS ist durch vielfältige unspezifische Symptome gekennzeichnet, welche die betroffenen Personen selbst auf elektromagnetische Strahlung zurückführen. Als Quelle nennt er das WHO „Fact“-Sheet 296 ( http://www.who.int/peh-emf/publications ... german.pdf ) , das „Meisterwerk“ von Repacholi, Ehrenvorsitzender der ICNIRP, auf welches wir unten kurz zurückkommen.

- Zu EHS sei kein biologischer Mechanismus bekannt.

Als Häufigkeit des Vorkommens von EHS nennt Röösli Zahlen zwischen 1,5 Prozent (Stockholm) und 8 bis 10 Prozent (Deutschland) der Bevölkerug.



Wir zitieren aus dem WHO „Fact“-Sheet 296, welches gesundheitliche Auswirkungen elektromagnetischer Alltagsstrahlung leugnet, unter dem Untertitel „Zu Studien mit EHS-Betroffenen“:

„Die meisten Studien zeigen, dass von EHS betroffene Personen die Einwirkung von EMF nicht zuverlässiger bestimmen können als nicht betroffene Personen.“

Das ist vergleichbar dumm, wie wenn von HIV betroffene Personen das Retrovirus selbst bestimmen können müssten, um als Aidskrank gelten zu können.

„Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Symptome durch bestehende psychiatrische Bedingungen sowie Stressreaktionen aufgrund von Ängsten vor Gesundheitsfolgen durch EMF begründet sein dürften, eher als durch die Einwirkung von EMF selbst.“

Vergleichsweise genial erscheint dagegen, wie Repacholi die Symptome des Elektrostress umdeutet in Symptome von Angststress, nämlich Angst vor EMF, und wie er diese Umdeutung bzw. diesen "Newspeak" in einem "Fact"-Sheet der WHO als Faktum bzw. quasi ex cathedra als unumstössliche, von der Weltgemeinschaft anerkannte Wahrheit verkündigt.

Dieser von Repacholi erfundenen "Theorie" bzw. ideologischen Vorgabe an die Biolectromagnetics Forscher, welche Repacholi im Namen der UNO bzw. der WHO weltweit koordinierte, darf nun keiner widersprechen, wenn er nicht aus der wissenschaftlichen Community der Biolelectromagnetics ausgeschlossen werden will - auch nicht Röösli.

Um nochmals auf die Häufigkeit von EHS und auf die Beurteilung von EHS durch das WHO „Fact“-Sheet 296 zurückzukommen: In Stockholm müssen demzufolge 1,5 Prozent der Bevölkerung am neuen psychiatrischen Syndrom EHS leiden, während jeder zehnte Deutsche erkrankt sein soll. Das steht irgendwie im Widerspruch zu den Schlussfolgerungen des „Fact“-Sheets, wonach es
- keine eindeutigen Diagnosekriterien für EHS gebe
- keine wissenschaftliche Basis bestehe für Zusammenhang der Symptome und Einwirkung von EMF
- EHS kein medizinisches Krankheitsbild und kein eigenständiges medizinisches Problem sei.