Seit längerem lese ich her mit und ich weiss auch, dass dieser jährliche Kongress im Oltener Tagblatt regelmässig 'unterschlagen' wird. Weil meine Schwiegereltern aus Olten kommen, bin ich dort regelmässig zu Gast und kenne die dortigen Begebenheiten inzwischen gut.
Das Oltener Tagblatt OT ist halt auf bestes Einvernehmen mit der ATEL und Swisscom angeweiesen. Wegen der Inserate. Ausserdem ist diese Zeitung freisinnig oder tut wenigstens so. Ebenfalls ist die Stadt Olten auf die Steuereinnahmen von den beiden Grossfirmen bitter angewiesen. Da kritisert man eben nicht.
Es ist kein Zufall, dass auf dem Dach des OT zwei grosse UMTS-Handysender stehen. Beim Launch vor einigen Jahren gabs sogar gleich noch eine Publireportage der Swisscom per welcher man mitteilte, dass jetzt auch jenes Quartier endlich von den UMTS-Diensten profitieren könne.
Die eine Hand wäscht die andere. Als die Diskussion um ein weiteres AKW im nahen Gösgen (zwischen Aarau und Olten) wiedermal aufflammten, war das OT voll von beschönigenden Beiträgen von AKW-nahen Managern, Politikern (FDP und SVP) und sonstigen Sesselklebern und Händedrückern. Leserbriefe war manchmal täglich 5 pro drin, kritische Stimmen werden auf einem kleinen Feuerchen als Alibi ab und zu auch gebracht.
Der Gipfel des peinlichen Lobbyismus gabs dann diese Woche: als der Gesamtbundesrat diese Woche auf seinem jährlichen Schulreisli u.a. auch in Olten halt machte und das dortigen historischen Museum besuchte (Thema: Steinzeitkunst - frühe Kulturen aus Rumänien» )
Wer glaubt Ihr, dass dort beim Empfang nebst all den kamerageilen Lokalpolitikern auch auftauchte? Der CEO der ATEL, dessen Name mir grad entfallen ist und der natürlich bei dieser Gelegenheit wieder gut Wetter machen wollte mit dem Energieminister.
Offizieller Grund war allerdings ein anderer: Die ATEL sei Hauptsponsor des Anlasses. Aha. Trifft sich ja prima.
Insgesamt ist es besser, dass kein Journalist bei eurem Kongress dabei ist, besser jedenfalls als dass wieder ein jugendlicher Clown wie vor einigen Jahren auftritt, welcher sich selber bis auf die Knochen blamierte - und mit ihm das OT als ernstzunehmene Zeitung.
Leider geht gerade bei den Printmedien, das weiss ich auch aus meinem Job als Kommunikationsberarterin, die kritische Haltung zu nehmend verloren, aus Angst vor ökonomischen Konsequenzen.
Dafür gibts dann wieder ab und zu Publireportagen wie kürzlich zum Thema "Notfallzentrale Swisscom Mobile in Olten". Interessant. Aber einseitig.