© Der Bund; 16.03.2005; Seite 36
Stadt-Region
Der Bund
Köniz soll sich einschalten
STROMLEITUNG · Während sich im Gürbetal schon mehrere Gemeinderäte zum Projekt der BKW für eine neue respektive erneuerte Hochspannungsleitung von Wattenwil nach Mühleberg geäussert haben, war bisher in der Gemeinde Köniz die geplante Spannungserhöhung von 132 auf 220 Kilovolt kein öffentliches Politthema. Doch jetzt liegen dem Könizer Gemeinderat gleich zwei Vorstösse zur umstrittenen Linienführung vor. Der eine wurde am Montagabend von der SVP-Fraktion eingereicht und vom Ratsbüro noch am gleichen Abend für dringlich erklärt. Die Könizer Exekutive muss sich also innert eines Monats damit befassen. Die SVP schlägt vor, dass sich der Gemeinderat erstens mit der «Interessengemeinschaft umweltfreundliche Hochspannungsleitung Wattenwil-Mühleberg» in Verbindung setzt. «Weiter sollte die Gemeinde Köniz in Zusammenarbeit mit den betroffenen 16 Gemeinden die Federführung übernehmen.» Zur Begründung führt die SVP aus, ein Fünftel des BKW-Projekts betreffe Könizer Gemeindegebiet. «Für die nächsten Generationen hat ein solches Bauwerk grosse Auswirkungen.»
Beim SVP-Vorstoss handelt es sich um eine Motion - eine Interpellation zur Hochspannungsleitung eingereicht haben kürzlich auch Claudia Egli und Katrin Sedlmayer (beide sp). Sie ist von sechzehn weiteren Personen auch aus anderen Parteien unterschrieben worden. Sie alle wollen wissen, ob sich der Könizer Gemeinderat zuhanden der BKW dafür ausgesprochen habe, die Hochspannungsleitung im Boden zu verlegen, und mit welchen Nebenwirkungen die Bevölkerung rechnen müsse. Egli und Sedlmayer meinen die von der Leitung ausgehende Strahlung.
Der Könizer Gemeinderat Urs Wilk sagte gestern, er und seine früheren und jetzigen Ratskolleginnen und -kollegen hätten sich durchaus mit dem Projekt beschäftigt: Köniz gehöre zu den Einsprechern. Und habe an der Einspracheverhandlung von letztem Herbst die Opposition aufrechterhalten, um mit anderen Gemeinden gleichbehandelt zu werden. Das Parlament werde die Antwort des Gemeinderats auf die zwei Vorstösse wohl erst im Juni erhalten.
Nach den Verhandlungen zwischen den BKW und den rund 300 Einsprechern, darunter zehn Gemeinden, befindet sich das Dossier gemäss BKW-Sprecher Sebastian Vogler nach wie vor beim eidgenössischen Starkstrominspektorat. (ry)