Pressechau 3.5.05: Mobilfunk-Mafia: Who's who/Zwei neue UMTS

The Future's Black

Pressechau 3.5.05: Mobilfunk-Mafia: Who's who/Zwei neue UMTS

Beitrag von The Future's Black » 3. Mai 2005 12:20

© Sonntagsblick; 01.05.2005; Seite A31; Nummer 18

Aktuell

Streit um Studie über Handystrahlen

UMTS-ANTENNEN Wie gefährlich sind die Strahlen der neusten Handygeneration? Niemand weiss es. Eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit soll jetzt Klarheit schaffen. Doch schon bevor sie vorliegt, wird das Ergebnis angezweifelt.

VON DANIEL JAGGI UND DAVIDE SCRUZZI
Die Gemeinde Langenthal BE nimmt die Ängste ihrer Bürger ernst: Im Februar beschloss der Gemeinderat ein vorläufiges Bauverbot für neue UMTS-Antennen, um das Ergebnis der BAG-Studie abzuwarten. Auch der Basler Regierungsrat arbeitet gegenwärtig an einer Standesinitiative, die ein schweizweites Moratorium fordert. Die Ausgestaltung der Initiative ist vom Ergebnis der Untersuchung mit 84 Testpersonen abhängig.

Doch ob die Studie diesen hohen Ansprüchen gerecht werden kann, ist zweifelhaft.

· 40 Prozent der 730 000 Franken teuren Untersuchung bezahlen die drei Schweizer Mobilfunkanbieter Swisscom, Orange und Sunrise.

· Bei einer Sitzung im Juni 2004, an welcher der Studienaufbau präsentiert wurde, meldete Swisscom-Berater Reinhold Berz grösste Bedenken an. Der deutsche Medizinprofessor verlangte unter anderem eine genaue medizinische Untersuchung der Testpersonen. Berz: «Meiner Meinung nach besteht die grosse Gefahr, dass es sich bei den Ergebnissen lediglich um Zufallsresultate handelt.» Ob die Einwände des Wissenschaftlers berücksichtigt wurden, ist nicht zu erfahren.

· Durchgeführt wird die Studie von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation, die von den Schweizer Handybetreibern massgeblich finanziert wird. Im Stiftungsrat sitzt auch Sunrise-Chef Hans Peter Baumgartner.

· Im Beratergremium der Studie sitzt Professor Joachim Röschke. Der deutsche Mediziner gehört wie Swisscom-Berater Berz dem ärztlichen Expertenkomitee Nirmed an. Auf der Nirmed-Hompage ist Berz' Kritik an der Studie ausführlich beschrieben.

Studie von Wirtschaft finanziert

Dennoch betont Gregor Dürrenberger, Geschäftsleiter der Stiftung Mobilkommunikation: «Eine Einflussnahme durch die Mobilfunkbetreiber ist ausgeschlossen.»

Theo Abelin, ehemaliger Direktor des Instituts für Präventiv- und Sozialmedizin der Universität Bern, behagt es dennoch nicht, dass sich die Wirtschaft an der Untersuchung beteiligt. «Es wäre besser gewesen, wenn die Studie vollumfänglich vom Staat finanziert würde.»

Bis jetzt hat noch keine Studie die Frage nach der Gefährlichkeit von UMTS-Strahlung abschliessend beantwortet. Alle warten darauf, dass die BAG-Studie dies tun wird.

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© Zofinger Tagblatt / MLZ; 03.05.2005

Hinweise Region Zeitung

briefe an das zt

Zwei neue UMTS-Mobilfunkantennen in Murgenthal ?

In Murgenthal sind zwei UMTS-Mobilfunkantennen mit einer Gesamtleistung von über 18 000 Watt (!) geplant. Es steht jedoch bereits eine genügende Anzahl Sendeanlagen, um den «Versorgungsauftrag» des Bundesrates zu erfüllen. Aus diesem Grund informierte die lnteressengemeinschaft «IG - Stopp UMTS in Murgenthal» die Bürger via Flugblatt. Es wurde eine Petition mit über 800 Unterschriften, die in kürzester Zeit zusammenkamen, dem Gemeinderat eingereicht, welche ein Moratorium beantragt. Die erste Einspracheverhandlung fand am 9. März statt.

Unser Anliegen wurde durch einen Fachkundigen klar und deutlich dargelegt. Ein Entscheid des Gemeinderates wurde bisher nicht gefällt. Spezialisten arbeiten jedoch nicht gratis. Weitere Verfahren verlangen eine ständige Begleitung kompetenter Fachkräfte. Diese können aus eigener Tasche unmöglich finanziert werden. Deshalb hat die Interessengemeinschaft ein Konto eröffnet («IG - Stopp UMTS in Murgenthal», Hauptstrasse 14, Murgenthal, Konto-Nr. 60-278612-9) und freut sich über jeden Sympathiebeitrag.

Interessengemeinschaft «IG - Stop UMTS in Murgenthal»
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Schutzmaßnahmen gegen Elektrosmog nicht steuerlich absetzbar

http://www.szon.de/news/wirtschaft/verb ... 20723.html


Karlsruhe (dpa) Schutzmaßnahmen gegen Elektrosmog sind nicht steuerlich absetzbar. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in Karlsruhe entschieden.

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft könne nicht davon ausgegangen werden, dass die elektromagnetischen Felder einer Mobilfunkstation eine konkrete Gesundheitsgefährdung bedeuteten, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Beschluss. Die Einhaltung der maßgeblichen Grenzwerte reiche als Vorsorge gegen mögliche Risiken. (Aktenzeichen: 13 V 1/05 - Beschluss vom 14. April 2005)

Die Richter wiesen die Klage einer Frau ab, die in ihrer Wohnung Wände und Fenster mit Schutzvorrichtungen ausgestattet hatte, um die Strahlung einer Mobilfunkanlage einzudämmen. Diese Aufwendungen wollte sie als Krankheitskosten beim Finanzamt geltend machen.

Nach den Worten der Richter hätte sie ein Gesundheitsrisiko durch ein amtliches technisches Gutachten und durch ein amtsärztliches Zeugnis nachweisen müssen. Daraus hätte hervorgehen müssen, dass Elektrosmog tatsächlich bestimmte Krankheiten verursache.

Elisabeth Buchs

Replikation der TNO-Studie

Beitrag von Elisabeth Buchs » 3. Mai 2005 18:20

Bei den Nirmed-Publikationen (www.nirmed.org) findet man das Nirmed-Positionspapier TNO-Studie vom August 2004 und dort folgende interessante Empfehlungen der NIRMED-Aerzte mit Prof. Berz und Prof. Gebbers von der "Aerztlichen Sprechstunde Mobilfunk" zur Replikation der TNO-Studie:

Zuerst nur männliche Probanden von 20 bis 40 Jahren mit Einschlusskriterien wie normale Schilddrüsenfunktion, Leberfunktion, Nichtraucher etc.
"Psychoprofil" jedes Probanden, gründliche klinische Laboruntersuchung, Erhebung von Blutdruck, Adrenalin- und Cortisolwerten.
Elektrosensiblen-Gruppe ebenfalls aus männlichen Probanden
Ausschluss anderer Stressfaktoren
Vermeidung von Exposition durch andere elektromagnetische Felder
Frage, ob Probanden das Vorhandensein eines Feldes "gespürt" haben
Es fehlt auch Hintergrundinformation, die erklären kann, warum Veränderungen in den untersuchten Fähigkeiten gesundheitliche Relevanz besitzen sollen.

Die wissen nämlich genau, worauf zu achten wäre, dass bei dieser Studie durch strenge Ausschlusskriterien möglichst wenig „gefunden“ würde und geben sogar Empfehlungen heraus, ganz auf die Replikation zu verzichten, wohl weil sie dennoch „kalte Füsse“ bekommen haben und um ihre UMTS-Antennen fürchten. Auch mit den verwendeten UMTS-und GSM-Signalen liesse sich vermutlich das Ergebnis beeinflussen und sollte beobachtet werden.

Dass junge gesunde Männer zu den beliebtesten Probanden zählen, wenn nichts gefunden werden soll, ist bekannt. An den Ausschlusskriterien erkennt man, dass sie vermutlich wissen, dass Frauen, über 40- jährige (die über 60-jährigen sind ausgeschlossen worden), Menschen mit beispielsweise eingeschränkter Leberfunktion, Menschen mit sonst stressbelastetem Leben, die durch andere elektromagnetische Felder exponiert sind, weniger belastbar wären. Und noch etwas, wenn sich gefundene physiologische Veränderungen nicht mehr abstreiten lassen, kommt die Befürworterseite nun damit, das besitze keine gesundheitliche Relevanz. Zum „Spüren“ eines elektromagnetischen Feldes: auch Menschen, welche die Felder nicht bewusst wahrnehmen, können davon krank werden wie mein Kollege, der nicht sagen kann, ob ein Feld da ist oder nicht, jedoch mit immer eingeschränkterer Leistungsfähigkeit und chronischer Müdigkeit darauf reagiert.

Beim Lesen dieses NIRMED-Positionspapiers kommt mir „Pervertierung des Aerztegelöbnisses“ in den Sinn, Aerzte, die Ihre Kompetenz nicht zum Wohl der Menschen einsetzen, sondern zu dessen Gegenteil.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Marianne

Re: Replikation der TNO-Studie

Beitrag von Marianne » 3. Mai 2005 23:01

So etwas Idiotisches! Sind wir als Gesellschaft nicht für alle Mitmenschen verantwortlich? Also auch für Kranke, Betagte, Frauen gleich wie Männer, Kinder, auch von vornherein Sensible, konkret also Elektrosensible, kurz für jeden Mitmenschen, der betroffen sein könnte?

Wenn wir nur junge und gesunde Männer als Massstab nehmen, heisst das dann, dass alle anderen, oben Aufgezählten dieser blödsinnigen Technologie geopfert werden, nur weil es Herrn Berz als Berater der Swisscom so in den Kram passt?

Dieser Herr hat sich samt seiner, ach so vornehmen Mitglieder der NIRMED, selbst entlarvt. Dass er keinerlei Skrupel besitzt, ist uns schon lange nur allzugut bekannt.

Leute, hört doch hin, lest aufmerksam und lasst euch das nicht länger bieten! Wir sind doch keine Schafe, die nachblöken, was uns Leute ohne Gewissen vorpredigen, leider auch solche, die am Ende ihres Medizinstudiums ein Ärztegelöbnis abgelegt haben, aber sich jetzt für die Industrie prostituieren.

Marianne

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