© Tages-Anzeiger; 20.05.2005; Seite 16
Zürich
Stäfa stoppt Mobilfunk
Die Mobilfunkindustrie beisst jetzt auch bei Behörden auf Granit. Der Gemeinderat Stäfa bewilligt keine Antennen mehr.
Stäfa. - Neue Dimension im Streit um Mobilfunkantennen: Als erste Gemeinde im Kanton Zürich hat Stäfa ein Moratorium verhängt. Vorerst bis Ende Mai 2006 will der Gemeinderat auf entsprechende Gesuche nicht mehr eintreten. «Die Gesundheit der Bevölkerung ist das höchste Gut. Sie muss geschützt werden», sagt Gemeindepräsident Karl Rahm (FDP).
Am 22. Februar 2005 bewilligte der Gemeinderat der Swisscom noch eine UMTS-Antenne. Anwohner rekurrierten dagegen. Heute werden sie von der Behörde unterstützt. Warum dieser Sinneswandel? Ausschlag gebend war laut Rahm, dass der Bund im März ein Nationales Forschungsprogramm lancierte. Der Bundesrat gebe fünf Millionen Franken aus, um die Auswirkungen der nicht ionisierenden Strahlung auf Gesundheit und Umwelt zu untersuchen. «Da kann der Gemeinderat Stäfa nicht sicher sein, dass die Strahlen ungefährlich sind.»
Rekurse gegen Moratorium möglich
Gegen das Moratorium könnte rekurriert werden. Zwei neue Gesuche für neue Antennen liegen bereits vor, weitere sind zu erwarten. Doch Rahm glaubt nicht, dass der Gemeinderat von den Aufsichtsbehörden gezwungen wird, Antennen zu bewilligen. «Solche Rechtsverfahren können Jahre dauern.» Da würden es die Mobilfunkanbieter vorziehen, die Resultate internationaler Studien abzuwarten. Diese werden voraussichtlich schon im Winter publiziert. Der Gemeinderat will die Lage im Mai 2006 neu beurteilen. (was)
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© Facts; 19.05.2005; Seite 13; Nummer 20
Arena
Grün spriesst die Handy-Antenne
Suhr AG, Wil SG, Teufen AR, Langenthal BE - landauf, landab regt sich Widerstand gegen geplante Mobilfunkantennen. Als Gründe werden gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Immissionen geltend gemacht, aber auch Verschandelung des Landschaftsbilds. Fast jedes Bauprojekt führt sofort zur Gründung von Arbeits- und Interessen-Gemeinschaften, die die örtlichen Baukommissionen mit Einsprachen eindecken. 53 waren es etwa im solothurnischen Niedererlinsbach, wo die Baukommission letzten Monat eine Antenne im Turm der katholischen Kirche wegen «Zweckentfremdung der Kirchenanlage» ablehnte. Den rund fünf Millionen Schweizer Handy-Besitzern aber, bei denen 8000 Antennen für Empfang sorgen, kann geholfen werden: Camouflage heisst der internationale Trend, Mobilfunk-Antennen als Landschafts- oder Architektur-Elemente zu tarnen. Die amerikanische Ingenieur-Firma Larson aus Tucson im Wüs-tenstaat Arizona bietet unauffällige Handy-Antennen als Kirchenkreuze, Pinien, Palmen oder Kakteen an. Besonders der Kaktus ist laut Larson als Antenne ideal, weil er durch seine Nebenarme den Handy-Empfang erhöht. Für die Schweiz allerdings müsste die Tarnung auf die regionale Flora zurückgreifen: Arven in den Bergen, Zitterpappeln in den Ebenen und Fahnenmasten in den Schrebergärten. she
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© Mittelland Zeitung; 20.05.2005
Tabloid Wohlen
Natelantenne vorläufig sistiert
Sins Bereits an der Informationsveranstaltung vom 27. April wurde ausführlich darüber diskutiert, dass der Umbau und die Erweiterung der bestehenden Antennenanlage der Swisscom in Sins unter Umständen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko behaftet sein könnten. Momentan wird in einer vertieften Untersuchung (TNO-Studie) der Schweizer Universitäten abgeklärt, wie sich die Strahlung solcher Anlagen auf die Umwelt und insbesondere den menschlichen Organismus auswirkt. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, das Gesuch einstweilen zu sistieren und das Ergebnis dieser Studie abzuwarten. Auf die Einspracheverhandlung wird daher vorläufig verzichtet.
Das zweite hängige Gesuch der Orange hat ebenfalls eine Vielzahl von Einsprachen ergeben. Gemäss dem heutigen Verfahrensstand liegen diese Einsprachen zurzeit bei der Gesuchstellerin zur Stellungnahme. Auch hier dürfte das gleiche Ergebnis - nämlich die vorläufige Sistierung - erwartet werden. (az)
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© Grenchner Tagblatt / MLZ; 20.05.2005
Büren Zeitung
Brauchts diese Versorgungsdichte?
Lengnau Gegner befürchten negative Auswirkungen für elektrosensible Personen
Gegen das Baugesuch für eine Kommunikationsanlage GSM 900 und UMTS mit Basisstation an der Solothurnstrasse 31 in Lengnau regt sich Widerstand. Einsprecher haben sich bereits zu Wort gemeldet.
Margrit Renfer
Die vorgesehene Antenne mitten im Dorf, in unmittelbarer Nähe der Schulhäuser, verunsichert die Anwohner und die Liegenschaftsbesitzer. Bei den Behörden ist die Antenne ein traktandiertes Thema, vorläufig ohne Entscheid. Die Firma TDC Switzerland AG aus Zürich publiziert im Amtsanzeiger das Baugesuch für eine Kommunikationsanlage an der Solothurnstrasse 31 in Lengnau. Gemäss Auskunft der Firma TDC werden Mobilfunkantennen an Standorten geplant, wo Leute telefonieren wollen. An zentralen Orten können Antennen mit niedrigeren Werten gebaut werden. «Wir wollen alle Gebiete in genügender Kapazität abdecken, sonst beschweren sich unsere Kunden», erklärt Tobias Mandach von Sunrise, der Gesuchsstellerin für die Kommunikationsanlage in Lengnau. In Lengnau stehen bereits eine Antenne beim Fussballplatz und beim Bahnhof. An der Lengnaustrasse ist eine Antenne bewilligt, jedoch noch nicht gebaut.
«Wir wollen die Diskussion auslösen»
«Wir brauchen doch keine 200-prozentige Versorgung zum Telefonieren», empört sich der Lengnauer Edi Gilomen angesichts der geplanten Kommunikationsanlage mitten im Wohn- und Geschäftsbereich von Lengnau. Der Bedürfnisnachweis für die Antenne sei nicht erbracht. Edgar Rihs wohnt an der Krähenbergstrasse, gerade oberhalb der geplanten Antenne. Er will schlicht und einfach keine Antenne vor der Wohnung. Beide Einsprecher und viele Anwohner im Umkreis der geplanten Antenne sehen sich nicht als prinzipielle Verhinderer. Sie wollen die Diskussion auslösen, wie nötig es sei, dass jeder im Auto jederzeit telefonieren könne, dass Schulkinder auf dem Schulweg ihren Kollegen mitteilen, sie befänden sich jetzt gerade an der Kreuzung nebenan oder dass der Einkaufende im Laden per Foto und Natel die Sorte Teigwaren vom Partner zu Hause auswählen lassen könne. «Zuletzt müssen wir alle leiden», folgert Edgar Rihs, wenn die Antenne gebaut werde.
Der Therapeut, seit über 25 Jahren mit eigener Praxis, befürchtet negative Auswirkungen für elektrosensible Personen, ja Gesundheisgefährdung für alle im Radius der Abstrahlung der Antenne lebenden Einwohner, insbesondere Kinder, Kranke, Betagte und Schwangere. Die Gegner der Anlage beunruhigt ebenfalls die Tatsache, dass Liegenschaften im Umkreis einer Antenne meistens eine Wertverminderung erfahren. Sie bemängeln, dass der Einspracheradius, die Sendestärke und die Abstrahlung in der Publikation nicht veröffentlicht wurden. Interessierte und technisch nicht Versierte müssten sich erst mühsam durch die Baubewilligungsakten ackern.
Es ärgert die Anwohner der geplanten Antenne, dass die Anlage ausgerechnet auf dieser Parzelle realisiert werden soll. Man unterstellt ein finanzielles Interesse der Liegenschaftsbesitzer. Tobias Mandach von Sunrise erklärt dazu, dass der Kreis für einen geeigneten Standort klein sei, müsse doch möglichst das Zentrum abgedeckt werden. Wegen der Einhaltung der Grenzwerte sei es nicht immer möglich, eine Antenne zusammen mit einem andern Betreiber zu nutzen. Die Einhaltung der Grenzwerte sei übrigens selbstverständlich. Die zuständigen Medieninformanten sind nicht erstaunt über den Widerstand gegenüber der neuen Technologie. Sie erachten die Antennen als einen Teil der zur Verfügung stehenden Versorgung, die einen Standort aufwerten. Die Menschen wollten flächendeckend telefonieren können, wenn sie sich bewegten. Das Mobilfunknetz wird zur Verfügung gestellt.
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© Berner Rundschau / MLZ; 20.05.2005
.Emme Zeitung
Antenne im Kirchturm?
Utzenstorf Versammlung entscheidet über Anfrage
Projekte für Natel-Antennen haben es schwer in diesem Land, auch in Utzenstorf. Die Mobilfunkbetreiber suchen schon seit längerem vergeblich einen Standort. Bei der Evaluation ist der Swisscom auch der Kirchturm ins Auge gestochen und sie hat bei der Kirchgemeinde eine Anfrage deponiert. Die Swisscom wolle, so Kirchgemeinderatspräsidentin Maja Wüthrich, Zugang zum Kirchturm, um herauszufinden, ob sich dieser für ein Projekt eignen könnte. «Wir haben uns entschieden, diese Anfrage der Kirchgemeindeversammlung vorzulegen», erklärt Wüthrich. Der Kirchgemeinderat verzichte auf einen Antrag, ergänzt sie. Ein Ja heisse aber nicht, dass im Kirchturm eine Antenne gebaut werde, es sei erst eine Abklärung. Sie selber glaubt, dass der Turm zu eng sei für eine Antenne. (bw)
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